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Frühstück bei mir [2013.11.10]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Frühstück bei mir

Katalogzettel

Titel Frühstück bei mir [2013.11.10]
Urheber/innen und Mitwirkende Düringer, Roland [Interviewte/r] [GND ]
Stöckl, Claudia [Interviewer/in] [GND ]
ORF Radio Österreich 3 [Sendeanstalt]
Datum 2013.11.10 [Sendedatum]
Schlagworte Interview ; Radiosendung-Mitschnitt
Typ audio
Format DFMP2 [Dateiformat: MP2]
Sprache Deutsch
Signatur e53-00080
Gesamtwerk/Reihe Frühstück bei mir

Information

Inhalt

Das große Interview der Woche mit Claudia Stöckl.
Am 2. Jänner 2013 hat Roland Düringer mit seinem
Selbst-Experiment begonnen: Unter dem Titel "Die gültige Stimme"
startete er den Versuch, ein Leben wie vor vierzig Jahren zu führen:
ohne Handy, ohne E-Mail, ohne Auto, ohne Fernseher, Supermarkt,
Kredit-und Bankomatkarte. In Ö3-"Frühstück bei mir" zog der
Kabarettist, der mittlerweile mehr als Aussteiger bekannt ist,
Zwischenbilanz: "Ich habe viele Eindrücke gewonnen. Ich habe viele
Gegenden gesehen, die ich sonst nie gesehen hätte. Bin zum Beispiel
durch den 10. Bezirk zu Fuß gegangen - was ich früher nie gemacht
hätte." Die Tatsache, dass er nur mehr per Festnetz erreichbar ist,
schreckt allerdings auch Freunde und Bekannte ab: "Ich habe viele
soziale Kontakte verloren. Menschen, die mich oft am Handy angerufen
haben, rühren sich nicht mehr. Man müsste mir eine Nachricht am
Anrufbeantworter hinterlassen und warten dass ich zurückrufe. Und das
ist vielen zu mühsam."


Ziel des Selbst-Experiments war für Düringer herauszufinden was er
wirklich braucht, was er nur will und wo Reduktion wirklich sinnvoll
ist. "Zum Beispiel habe ich erkannt, dass ich nicht ganz auf das Auto
verzichten kann, weil ich am Land lebe und würde zu Fuß eine Stunde
zum nächsten Bahnhof brauchen. Aber ein altes Auto reicht dafür
völlig: so habe ich mir einen 600 Euro-Citroen BX mit 195.000 km
gekauft, mit dem fahr ich zum Bahnhof, ansonsten habe ich meinen
Autokonsum um 85 Prozent eingeschränkt, bin nur mit Zug und Öffis
unterwegs." Außerdem will er sich bald wieder ein Wertkartenhandy
beschaffen: "Nachdem meine Mutter 78 ist und meine 12jährige Tochter
mich auch manchmal erreichen muss. Insofern ist ein Handy für
Notfälle sinnvoll." Dass sein bescheidenes Leben im
28-Quadratneter-Wohnwagen neben seinem großen Haus in Kasten nicht
ganz glaubwürdig scheint, stört ihn nicht: "Das Haus ist nichts
Schlechtes und wird auch wieder Sinn bekommen, wenn zum Beispiel
Leute in der Umgebung einmal ein Dach über dem Kopf brauchen. Es
wegzureißen, nur damit ich nicht in Versuchung komme es zu nützen,
wäre vertrottelt. Ich will ja nur ausprobieren wie es ist, wenn man
es nicht hat."

Frau und Tochter ziehen mit bei Düringers Experiment: "Meine Frau
hat schon immer ein viel bescheideneres und einfaches Leben geführt.
Die hat sich nicht so im Konsumwahn verlaufen wie ich." Und seine
Tochter Ilvy musste akzeptieren, dass sie der Papa nicht mehr mit dem
Auto von der Schule abholt. "Sie hat das Zugfahren schätzen gelernt."

Düringer, der jetzt auch in seinem neuen Buch "Leb wohl
Schlaraffenland - Die Kunst des Weglassens" von dem Selbstversuch
erzählt, weiß nicht wie lange er weiter experimentieren will. "Ich
weiß jedenfalls in welche Richtung ich weiterdenken werde. Nämlich
immer bevor ich ein Trumm kaufe, zu schauen, ob es das gebraucht
gibt." Und seine Positivbilanz: "Es ist nicht das bequemere, aber das
erfülltere Leben, das ich führe. Und ich habe sehr viel Zeit
gewonnen. Kein Mail, kein Facebook, nichts zu googlen und nicht mit
dem Auto auf Tournee zu fahren ist ziemlich gemütlich." Sein nächster
Plan hat jedenfalls auch etwas mit Freiheit und Unabhängigkeit zu
tun: "Ich werde mit meiner Frau den Jagdschein machen. Weil wer
Fleisch isst, sollte auch die Eier haben Tiere zu töten." (APA, OTS)
Vorige Radiosendung und nachfolgende Sendung mit Musik, Nachrichten, Verkehrsservice und Werbung.

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