Geschundenes Zelluloid
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Katalogzettel
| Titel | Geschundenes Zelluloid |
| Titelzusatz |
Das schicksal eines Filmklassikers |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
arte [Sendeanstalt]
|
| Datum |
2014.06.23 [Sendedatum] 1984 [Produktionsdatum] |
| Schlagworte | Film ; Medien und Kommunikation ; Erster Weltkrieg ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-01433_K01, E52-01433 e52-01433 |
| Medienart | Mediendatei |
Information
Inhalt
Der in Hollywood produzierte Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" aus dem Jahr 1930 ist eines der großen Werke der Filmgeschichte. Doch wie kaum ein anderer Kinoklassiker wurde er geächtet, gekürzt, zensiert, in Bild und Ton verändert und verboten. Die Dokumentation beschäftigt sich mit dem wechselvollen Schicksal und insbesondere der Zensurgeschichte des Filmklassikers. Autor des Beitrags ist Hans Beller, der neben zahlreichen Fernsehdokumentationen auch ein Standardwerk zur Filmmontage publiziert hat.
Der Film „Im Westen nichts Neues“ aus dem Jahr 1930 ist eines der großen Werke der Filmgeschichte. Basierend auf Erich Maria Remarques Roman schildert er die Grauen des Ersten Weltkriegs aus der Sicht des jungen Soldaten Paul Bäumer. Doch wie kaum ein anderer Kinoklassiker wurde der Antikriegsfilm immer wieder in Bild und Ton verändert oder ganz verboten. Mit Hilfe von Filmszenen, Archivmaterialien, Dokumenten und Aussagen von Zeitzeugen beleuchtet der Filmwissenschaftler Hans Beller in seiner Dokumentation die Entstehungsgeschichte des Films vor dem politisch-historischen Umfeld und sein Schicksal in einzelnen Ländern.
So berichtet der damals noch nicht volljährige Hauptdarsteller Lew Ayres von den Dreharbeiten zur ersten Großproduktion mit herausforderndem Zeitthema in Hollywood, die Carl Laemmles Universal Pictures Corporation von der einfachen Familienunterhaltung wegführen sollte. Die Deutsche Universal bemühte sich, den mit dem Oscar preisgekrönten Erfolg durch eigene Schnitte vor den Angriffen der Militärs, der Deutschnationalen und schließlich der Nationalsozialisten zu bewahren.
Vergeblich, denn nach der begeistert aufgenommenen deutschen Premiere am 4. Dezember 1930 im Berliner Mozartsaal tobte anderntags Gauleiter Joseph Goebbels mit seinen SA-Horden vor und im Lichtspielhaus, um so das Verbot des Antikriegsfilms zu erreichen. Freiwillige oder auch vom Zensor auferlegte Schnitte im Originalnegativ ließen den Film weltweit in immer neuen Fassungen erscheinen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs forderte 1939 seinen Tribut in Form einer in Bild und Ton aktualisierten Version für das US-Publikum.
Zur Zeit des Koreakrieges veränderte man die pazifistische Tendenz durch Synchronisation; es entstand ein reiner Kriegsfilm. Und im Nachkriegsdeutschland sollten Schleiferszenen nach Meinung der Alliierten ebenso wenig vorgeführt werden wie die siebenminütige Kernsequenz des Films, die Tötung eines französischen Soldaten durch Paul Bäumer; eine Fassung, die noch bis in die späten 80er Jahre im Verleih war.
So berichtet der damals noch nicht volljährige Hauptdarsteller Lew Ayres von den Dreharbeiten zur ersten Großproduktion mit herausforderndem Zeitthema in Hollywood, die Carl Laemmles Universal Pictures Corporation von der einfachen Familienunterhaltung wegführen sollte. Die Deutsche Universal bemühte sich, den mit dem Oscar preisgekrönten Erfolg durch eigene Schnitte vor den Angriffen der Militärs, der Deutschnationalen und schließlich der Nationalsozialisten zu bewahren.
Vergeblich, denn nach der begeistert aufgenommenen deutschen Premiere am 4. Dezember 1930 im Berliner Mozartsaal tobte anderntags Gauleiter Joseph Goebbels mit seinen SA-Horden vor und im Lichtspielhaus, um so das Verbot des Antikriegsfilms zu erreichen. Freiwillige oder auch vom Zensor auferlegte Schnitte im Originalnegativ ließen den Film weltweit in immer neuen Fassungen erscheinen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs forderte 1939 seinen Tribut in Form einer in Bild und Ton aktualisierten Version für das US-Publikum.
Zur Zeit des Koreakrieges veränderte man die pazifistische Tendenz durch Synchronisation; es entstand ein reiner Kriegsfilm. Und im Nachkriegsdeutschland sollten Schleiferszenen nach Meinung der Alliierten ebenso wenig vorgeführt werden wie die siebenminütige Kernsequenz des Films, die Tötung eines französischen Soldaten durch Paul Bäumer; eine Fassung, die noch bis in die späten 80er Jahre im Verleih war.