Der 2. Weltkrieg - "Heil Hitler, Herr Lehrer"
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Katalogzettel
| Titel | Der 2. Weltkrieg - "Heil Hitler, Herr Lehrer" |
| Titelzusatz |
Jugend unterm Hakenkreuz |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Liska, Peter [Gestaltung]
[GND
]
3sat [Sendeanstalt] |
| Datum |
2014.09.08 [Sendedatum] 2010 [Produktionsdatum] |
| Schlagworte | Politik ; Bildung ; Gesellschaft ; Zweiter Weltkrieg ; Faschismus und Nationalsozialismus ; Bildungspolitik ; Bildung und Schulwesen ; Dokumentarfilm ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-01998_K01, E52-01998 e52-01998 |
| Medienart | Mediendatei |
Information
Inhalt
Tausende zum Volkssturm eingezogene Jugendliche fanden in den letzten Kriegswochen den Tod. Hitlers Jugend, die letzte Reserve, Kanonenfutter, gemäß der Parole "Kampf bis zum letzten Mann". Die Dokumentation schildert das Leben in der Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädchen sowie die Methoden, Gehirne und Gedanken im Dienste der "arischen Volksgemeinschaft" zu manipulieren und zu kollektivieren, die Körper der Burschen "hart wie Krupp-Stahl" und damit kriegstüchtig zu machen. Sie analysiert die ideologische Verstaatlichung sozialer und privater Beziehungen der jungen Generation, beleuchtet Strategien der Militarisierung der Gehirne, den Abbau des Individualismus sowie den Aufbau von Feindbildern und die Betonung soldatischer Tugenden wie Kampfgeist, Tapferkeit, Kadavergehorsam und Opferbereitschaft.
Peter Liskas Film "Heil Hitler, Herr Lehrer" behandelt die Jugend im NS-Staat - Schule, Erziehung, Hitlerjugend (HJ) und BDM (Bund deutscher Mädchen) - und dokumentiert die Methodik der Militarisierung der Gehirne, um die junge Generation kriegstüchtig zu machen.
Peter Liskas Film "Heil Hitler, Herr Lehrer" behandelt die Jugend im NS-Staat - Schule, Erziehung, Hitlerjugend (HJ) und BDM (Bund deutscher Mädchen) - und dokumentiert die Methodik der Militarisierung der Gehirne, um die junge Generation kriegstüchtig zu machen.
Wer im März 1938 in die Schule ging, musste es tun. Es war vorgeschrieben, man konnte sich dieser Pflicht nicht entziehen. Der Lehrer kam, hob die Hand und grüßte mit "Heil Hitler" - und die Kinder in der Klasse taten es ihm nach. An jedem Schultag, jahrelang. Es blieb in den Köpfen jener Generation, wie vieles andere, was damals durch die nationalsozialistische Diktatur eingetrichtert wurde. Sieben Jahre lang wurde in der sogenannten Ostmark die Jugend indoktriniert. Nicht nur in der Schule, vor allem in der einzigen zugelassenen Jugendorganisation - der "Hitlerjugend". Sofort nach dem "Anschluss" 1938 wurden, ebenso wie in Deutschland, sämtliche Kinder und Jugendliche ab dem zehnten Lebensjahr über "Jungvolk", "Hitlerjugend" (HJ) und den "Bund deutscher Mädchen" (BDM) in ein paramilitärisches Ausbildungs- und Erziehungssystem eingegliedert. Mit Zeltlagern, Heimabenden, Wochenendausflügen und Wettkämpfen förderte das Regime die Abkoppelung von der Familie. Hitlers suggestive Reden an die Jugend und die gezielte Propaganda stärkten das Selbstwertgefühl, den Eindruck, gebraucht zu werden und ein bedeutender Bestandteil der Volksgemeinschaft zu sein. Der neue, junge deutsche Herrenmensch hatte sein Leben ebenso wie die Erwachsenen einem Willen unterzuordnen.
In eigenen "Nationalpolitischen Erziehungsanstalten" sollte eine Elite herangezüchtet werden. Zum Beispiel in Traiskirchen, dem heutigen Flüchtlingslager. Der Psychoanalytiker Richard Picker und der ehemalige Justizminister der FPÖ, Harald Ofner, wurden dort als Kinder militärisch ausgebildet. Der Drill begann im Alter von zehn Jahren.
Der "Führer" wurde wie ein Gott verehrt, geliebt, angebetet - und gehasst. Viele, die versuchten sich dem Gruppendruck zu entziehen, wurden gestraft, verfolgt, misshandelt. Sie kamen in nationalsozialistische Jugendheime und sollten dort auf Linie gebracht werden. Einige Eltern, die sich weigerten, ihre Kinder in die HJ zu schicken, bezahlten das mit ihrem Leben.
Für die meisten aber war die Zeit in der "Hitlerjugend" und beim "BDM" zunächst eine Zeit der Abwechslung, ein Abenteuer, ein Gemeinschaftserlebnis. Mit Beginn des Krieges wurde der eigentliche Zweck der NS-Jugendorganisationen deutlicher erkennbar. Buben und Mädchen wurden als Flakhelfer, im Luftschutzdienst, beim Stellenbau und schließlich an der Front eingesetzt. Gegen Kriegsende fanden Tausende Hitlerjungen den Tod. Sie wurden als letzte Reserve verheizt. Gemäß der Parole "Kampf bis zum letzten Mann" wurde eine auf Gehorsam geschulte Generation bewusst ins Verderben gehetzt. Zahlreiche Zeitzeugen - u. a. Gerd Bacher, ehemaliger ORF-Intendant - schildern ihre Erlebnisse, ihre Hingabe, ihre Verblendung, ihre Opferbereitschaft - ihre Enttäuschung, ihre Todesängste, ihre Ernüchterung. Viele wendeten sich von der nationalsozialistischen Ideologie ab, bei einigen wirkt die Indoktrinierung bis heute. Die Dokumentation von Peter Liska geht der Frage nach, was in den Köpfen der Hitlerjungen geblieben ist, welche Erlebnisse ihr weiteres Leben prägten. Die Schauspielerin Erni Mangold, selbst eine Zeitzeugin, zitiert aus Schulerlässen, Lehrbüchern und Zeitdokumenten. Ihre Stimme lässt erahnen, wie den jungen Menschen die nationalsozialistischen Ideen vermittelt und eingehämmert wurden.
In eigenen "Nationalpolitischen Erziehungsanstalten" sollte eine Elite herangezüchtet werden. Zum Beispiel in Traiskirchen, dem heutigen Flüchtlingslager. Der Psychoanalytiker Richard Picker und der ehemalige Justizminister der FPÖ, Harald Ofner, wurden dort als Kinder militärisch ausgebildet. Der Drill begann im Alter von zehn Jahren.
Der "Führer" wurde wie ein Gott verehrt, geliebt, angebetet - und gehasst. Viele, die versuchten sich dem Gruppendruck zu entziehen, wurden gestraft, verfolgt, misshandelt. Sie kamen in nationalsozialistische Jugendheime und sollten dort auf Linie gebracht werden. Einige Eltern, die sich weigerten, ihre Kinder in die HJ zu schicken, bezahlten das mit ihrem Leben.
Für die meisten aber war die Zeit in der "Hitlerjugend" und beim "BDM" zunächst eine Zeit der Abwechslung, ein Abenteuer, ein Gemeinschaftserlebnis. Mit Beginn des Krieges wurde der eigentliche Zweck der NS-Jugendorganisationen deutlicher erkennbar. Buben und Mädchen wurden als Flakhelfer, im Luftschutzdienst, beim Stellenbau und schließlich an der Front eingesetzt. Gegen Kriegsende fanden Tausende Hitlerjungen den Tod. Sie wurden als letzte Reserve verheizt. Gemäß der Parole "Kampf bis zum letzten Mann" wurde eine auf Gehorsam geschulte Generation bewusst ins Verderben gehetzt. Zahlreiche Zeitzeugen - u. a. Gerd Bacher, ehemaliger ORF-Intendant - schildern ihre Erlebnisse, ihre Hingabe, ihre Verblendung, ihre Opferbereitschaft - ihre Enttäuschung, ihre Todesängste, ihre Ernüchterung. Viele wendeten sich von der nationalsozialistischen Ideologie ab, bei einigen wirkt die Indoktrinierung bis heute. Die Dokumentation von Peter Liska geht der Frage nach, was in den Köpfen der Hitlerjungen geblieben ist, welche Erlebnisse ihr weiteres Leben prägten. Die Schauspielerin Erni Mangold, selbst eine Zeitzeugin, zitiert aus Schulerlässen, Lehrbüchern und Zeitdokumenten. Ihre Stimme lässt erahnen, wie den jungen Menschen die nationalsozialistischen Ideen vermittelt und eingehämmert wurden.