Orientierung [2014.10.12]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Orientierung
Katalogzettel
| Titel | Orientierung [2014.10.12] |
| Titelzusatz |
Das Religionsmagazin |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Riedl-Daser, Christoph [Moderation]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2014.10.12 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Medien und Kommunikation ; Religion ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-10662_03 |
| Medienart | DVD |
| Gesamtwerk/Reihe | Orientierung |
Information
Inhalt
„Halbzeit“ der Synode: Mut zu offenen Worten
In bemerkenswerter Offenheit – wohl ganz im Sinn von Papst Franziskus - wird in diesen Tagen bei der außerordentlichen Familiensynode im Vatikan über Fragen zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, zur gleichgeschlechtlichen Ehe und zu Patchwork-Familien beraten. Letztgültige Entscheidungen sind bei diesen Beratungen von rund 190 Bischöfen aus aller Welt – unter ihnen auch Kardinal Christoph Schönborn – zwar nicht zu erwarten. Aber sehr wohl darf mit „Weichenstellungen“ für den künftigen Kurs der römisch-katholischen Kirche gerechnet werden. Auffallend bisher: Viel ist von Barmherzigkeit die Rede im Blick auf die Kluft zwischen kirchlicher Lehre und der säkularisierten Lebenswelt vieler Katholiken, von einer „Mentalität der Offenheit für das Leben“, einer „Kunst des Begleitens“ und einem „verständnisvollen und ermutigenden Blick“ anstelle von Urteilen und Verurteilungen.
Bericht: Alexander Kofler
„Wir sind Kirche“ – Was bleibt von der Reformbewegung?
Kann die exkommunizierte Martha Heizer Vorsitzende der Reformbewegung “Wir sind Kirche” bleiben? Eine Frage, mit der sich die Mitglieder der Reformbewegung „Wir sind Kirche“ – 1995 aus dem so genannten Kirchen-Volksbegehren hervorgegangen – viele Wochen lang beschäftigten. Die Vorgeschichte: Martha Heizer und ihr Mann hatten im kleinen Kreis als “Hauskirche” Eucharistie gefeiert und dabei – ohne Anwesenheit eines Priesters – selbst die Wandlungsworte gesprochen. Das gilt in der römisch-katholischen Kirche als verboten und zieht quasi automatisch die Exkommunikation nach sich. Für viele Mitglieder der Plattform ging es damit im Diskussionsprozess auch um die Entscheidung, wie sehr man sich als katholische Reformbewegung – mit einer exkommunizierten Vorsitzenden - innerhalb oder außerhalb der römisch-katholischen Kirche sieht und damit Einfluss auf Veränderungsprozesse hat. Die „Orientierung“ war beim Ringen der außerordentlichen Vollversammlung der Plattform in Salzburg mit dabei.
Bericht: Marcus Marschalek
Karl A. Immervoll – Betriebsseelsorger mit gelebten Visionen
„Menschsein ist in unserer Gesellschaft nur dann möglich, wenn ich an dieser Gesellschaft teilhaben und in weiterer Folge teilnehmen kann - die Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt für die ganze soziale Frage.“ Karl Immervoll, Theologe, Schuhmacher, Musiker und Musikpädagoge in Heidenreichstein ist seit mehr als 30 Jahren als Betriebsseelsorger im Oberen Waldviertel tätig. Und in dieser Zeit hat er auch zahlreiche Initiativen entwickelt und gestartet. „Die Arche“ in Heidenreichstein ist eines dieser Sozialprojekte – ein Verein für soziale Entwicklungsarbeit, der sich um die Belange von Arbeit suchenden Menschen kümmert. Bekannt geworden ist der rührige Pastoralassistent aber auch als Gründer einer Schuhwerkstatt – auch das ist schon drei Jahrzehnte her - die als „selbstverwaltete Fabrik“ gleich von Anbeginn an dafür sorgte, dass sieben Menschen Arbeit bekamen. Vor etwa zehn Jahren schließlich war Karl Immervoll tatkräftig mit dabei, als die „Alternativwährung“ WALDVIERTLER eingeführt wurde: ein regionales Zahlungsmittel in Form eines Gutscheins, das heute von rund 200 Waldviertler Betrieben akzeptiert wird. Immervolls jüngstes Projekt feiert gerade seinen ersten Geburtstag: Seit zwölf Monaten sind zwei Solartaxis in Heidenreichstein unterwegs. Als „innovatives öffentliches Nahverkehrsmittel“ soll „umweltfreundliche und leistbare Mobilität für alle“ offeriert werden. Ein Angebot, das ankommt: Mit einem Zehnerblock für 20 Einzelfahrten zum Preis von 27 WALDVIERTLERN (= 27 Euro) ist man – pro Fahrt mit gerade einmal 1,35 Euro – dabei.
Bericht: Brigitte Wojta
„Shalom Oida!“ – Jüdisches Filmfestival in Wien
Mit dem israelischen Spielfilm „Under the Same Sun“ über einen Israeli und eine Palästinenser, die gemeinsam die Stromversorgung eines palästinensischen Dorfes durch Sonnenenergie planen, wurde am Mittwoch das diesjährige Jüdische Filmfestival eröffnet. Neben dem Thema Nahost ist der Zivilcourage ein Schwerpunkt gewidmet. Zum 40. Todestag des Lebensretters Oskar Schindler am 9. Oktober wurde Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ gespielt, aber auch eine Dokumentation über den Schweizer Diplomaten Carl Lutz, der in Budapest nach Schätzungen zwischen 50.000 und 70.000 Juden vor Deportation und Vernichtungslager gerettet hat. Aber das Jüdische Filmfestival hält nicht nur ernste Themen bereit und beschäftigt sich auch nicht nur mit Geschichte. Bei den mehr als 40 historischen und zeitgenössischen Filmen kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz. „Night laugh“ heißt die Schiene für Freundinnen und Freunde des jüdischen Humors.
Bericht: Christian Rathner
In bemerkenswerter Offenheit – wohl ganz im Sinn von Papst Franziskus - wird in diesen Tagen bei der außerordentlichen Familiensynode im Vatikan über Fragen zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, zur gleichgeschlechtlichen Ehe und zu Patchwork-Familien beraten. Letztgültige Entscheidungen sind bei diesen Beratungen von rund 190 Bischöfen aus aller Welt – unter ihnen auch Kardinal Christoph Schönborn – zwar nicht zu erwarten. Aber sehr wohl darf mit „Weichenstellungen“ für den künftigen Kurs der römisch-katholischen Kirche gerechnet werden. Auffallend bisher: Viel ist von Barmherzigkeit die Rede im Blick auf die Kluft zwischen kirchlicher Lehre und der säkularisierten Lebenswelt vieler Katholiken, von einer „Mentalität der Offenheit für das Leben“, einer „Kunst des Begleitens“ und einem „verständnisvollen und ermutigenden Blick“ anstelle von Urteilen und Verurteilungen.
Bericht: Alexander Kofler
„Wir sind Kirche“ – Was bleibt von der Reformbewegung?
Kann die exkommunizierte Martha Heizer Vorsitzende der Reformbewegung “Wir sind Kirche” bleiben? Eine Frage, mit der sich die Mitglieder der Reformbewegung „Wir sind Kirche“ – 1995 aus dem so genannten Kirchen-Volksbegehren hervorgegangen – viele Wochen lang beschäftigten. Die Vorgeschichte: Martha Heizer und ihr Mann hatten im kleinen Kreis als “Hauskirche” Eucharistie gefeiert und dabei – ohne Anwesenheit eines Priesters – selbst die Wandlungsworte gesprochen. Das gilt in der römisch-katholischen Kirche als verboten und zieht quasi automatisch die Exkommunikation nach sich. Für viele Mitglieder der Plattform ging es damit im Diskussionsprozess auch um die Entscheidung, wie sehr man sich als katholische Reformbewegung – mit einer exkommunizierten Vorsitzenden - innerhalb oder außerhalb der römisch-katholischen Kirche sieht und damit Einfluss auf Veränderungsprozesse hat. Die „Orientierung“ war beim Ringen der außerordentlichen Vollversammlung der Plattform in Salzburg mit dabei.
Bericht: Marcus Marschalek
Karl A. Immervoll – Betriebsseelsorger mit gelebten Visionen
„Menschsein ist in unserer Gesellschaft nur dann möglich, wenn ich an dieser Gesellschaft teilhaben und in weiterer Folge teilnehmen kann - die Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt für die ganze soziale Frage.“ Karl Immervoll, Theologe, Schuhmacher, Musiker und Musikpädagoge in Heidenreichstein ist seit mehr als 30 Jahren als Betriebsseelsorger im Oberen Waldviertel tätig. Und in dieser Zeit hat er auch zahlreiche Initiativen entwickelt und gestartet. „Die Arche“ in Heidenreichstein ist eines dieser Sozialprojekte – ein Verein für soziale Entwicklungsarbeit, der sich um die Belange von Arbeit suchenden Menschen kümmert. Bekannt geworden ist der rührige Pastoralassistent aber auch als Gründer einer Schuhwerkstatt – auch das ist schon drei Jahrzehnte her - die als „selbstverwaltete Fabrik“ gleich von Anbeginn an dafür sorgte, dass sieben Menschen Arbeit bekamen. Vor etwa zehn Jahren schließlich war Karl Immervoll tatkräftig mit dabei, als die „Alternativwährung“ WALDVIERTLER eingeführt wurde: ein regionales Zahlungsmittel in Form eines Gutscheins, das heute von rund 200 Waldviertler Betrieben akzeptiert wird. Immervolls jüngstes Projekt feiert gerade seinen ersten Geburtstag: Seit zwölf Monaten sind zwei Solartaxis in Heidenreichstein unterwegs. Als „innovatives öffentliches Nahverkehrsmittel“ soll „umweltfreundliche und leistbare Mobilität für alle“ offeriert werden. Ein Angebot, das ankommt: Mit einem Zehnerblock für 20 Einzelfahrten zum Preis von 27 WALDVIERTLERN (= 27 Euro) ist man – pro Fahrt mit gerade einmal 1,35 Euro – dabei.
Bericht: Brigitte Wojta
„Shalom Oida!“ – Jüdisches Filmfestival in Wien
Mit dem israelischen Spielfilm „Under the Same Sun“ über einen Israeli und eine Palästinenser, die gemeinsam die Stromversorgung eines palästinensischen Dorfes durch Sonnenenergie planen, wurde am Mittwoch das diesjährige Jüdische Filmfestival eröffnet. Neben dem Thema Nahost ist der Zivilcourage ein Schwerpunkt gewidmet. Zum 40. Todestag des Lebensretters Oskar Schindler am 9. Oktober wurde Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ gespielt, aber auch eine Dokumentation über den Schweizer Diplomaten Carl Lutz, der in Budapest nach Schätzungen zwischen 50.000 und 70.000 Juden vor Deportation und Vernichtungslager gerettet hat. Aber das Jüdische Filmfestival hält nicht nur ernste Themen bereit und beschäftigt sich auch nicht nur mit Geschichte. Bei den mehr als 40 historischen und zeitgenössischen Filmen kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz. „Night laugh“ heißt die Schiene für Freundinnen und Freunde des jüdischen Humors.
Bericht: Christian Rathner