zurück

60 x Deutschland - Die Jahresschau: 1961 - 1967

Mediathek

Dieses Medium ist nur vor Ort im Publikumsbetrieb der Österreichischen Mediathek verfügbar.

Katalogzettel

Titel 60 x Deutschland - Die Jahresschau: 1961 - 1967
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Maischberger, Sandra [Moderation]
Phoenix [Sendeanstalt]
Datum 2013.05.20 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Politik ; Nachrichten ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-02741_K01, E52-02741 e52-02741
Medienart Mediendatei

Information

Inhalt

1961 - Der Wettbewerb zwischen den beiden deutschen Staaten spitzt sich zu. Ost und West kämpfen um die Vorherrschaft im Weltraum. Die Russen haben die Nase vorn und senden den Kosmonauten Juri Gagarin als ersten Menschen ins All. Während die Sowjets feiern, locken Wohlstand und Freiheit immer mehr DDR-Bürger in den Westen. Ein Flüchtlingsstrom fließt durch das Schlupfloch Berlin in die Bundesrepublik. Die DDR-Regierung sieht sich unter Zugzwang. Im Juni behauptet Ulbricht zwar noch: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten", dies stellt sich jedoch als dreiste Lüge heraus.
1962 - In Hamburg und in Schleswig-Holstein brechen in einer Februarnacht die Deiche. Die Wassermassen der Sturmflut töten mehrere Hundert Menschen und richten riesige Schäden an. An der Berliner Mauer stirbt Peter Fechter. Bei dem Versuch, die Grenze zu überwinden, wird der 18-jährige Maurerlehrling angeschossen und bleibt schwer verletzt liegen. Weder DDR-Grenzer noch US-Soldaten kommen ihm zu Hilfe. Über eine Stunde dauert es, bis endlich seine Leiche geborgen wird. Fechter ist vor den Augen Hunderter Deutscher verblutet. Sein Tod wird zum Symbol für die Unmenschlichkeit des SED-Regimes und die Hilflosigkeit des Westens.

1963 - Die Bundesrepublik versöhnt sich im Jahr 1963 mit Frankreich. Der scheidende Bundeskanzler Konrad Adenauer reist nach Paris, wo er den deutsch-französischen Vertrag über wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit unterzeichnet. Er ist ein Meilenstein in der Beziehung der zwei Staaten. Im Oktober tritt Adenauer zurück. Im November wird US-Präsident John F. Kennedy Opfer eines Attentats. Ganz Deutschland trauert. Seine Worte: "Ich bin ein Berliner", die er im Juni hunderttausenden Berlinern vor dem Rathaus Schöneberg zurief, bleiben unvergessen. In Ost wie West wird Mediengeschichte geschrieben. In der DDR wird Frank Beyers "Nackt unter Wölfen" umjubelt. Es ist der erste Spielfilm, der - wenn auch zum Zwecke der DDR-Propaganda idealisiert - das Grauen in einem KZ darstellt. Die ARD fesselt mit der Sportschau unzählige Westbürger vor den Bildschirm. Thema Nummer Eins - die Spiele der neugegründeten Fußball-Bundesliga. Gleichzeitig bekommt das erste deutsche Fernsehen Konkurrenz. Im April geht das ZDF auf Sendung.

1964 - Die Wirtschaft boomt. Im Osten wie im Westen. In der DDR werden 1964 zwei Klassiker geboren: der Trabant 601 und der Plattenbau. Der Bau von "Pappe" und "Platte" sorgt für ein kleines Wirtschaftswunder. Ein Hauch der Veränderung weht durch den Osten, der auch beim Deutschlandtreffen der Jugend zu spüren ist. Erstmals darf auf offener Straße Beatmusik gespielt werden. Auch die West-Wirtschaft ist weiter auf dem Vormarsch. So wird im September bereits der millionste Gastarbeiter begrüßt: Der Portugiese Armando Sa Rodrigues. Drei Jahre nach dem Mauerbau gibt es eine vorsichtige Annäherung zwischen der DDR und der Bundesrepublik. Nach zähen Verhandlungen wird ein neues Passierscheinabkommen unterzeichnet. Im September dürfen Westbürger endlich wieder ihre Verwandten im Osten besuchen und Wiedersehen feiern.

1965 - 20 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist eine neue Generation herangewachsen. Nicht nur durch ihren Musikgeschmack distanzieren sich die Fans der Rolling Stones oder Beatles im Westen von der Kriegsgeneration. Sie stellen Fragen, protestieren gegen Bundeswehrsoldaten und fordern Aufarbeitung. Die findet im Frankfurter Auschwitzprozess statt. Erstmals stehen ehemalige KZ-Aufseher vor dem Richter. Lebenslängliche und hohe Freiheitsstrafen, sowie zwei Freisprüche sind das Ergebnis. Nach einer langen Debatte wird im Bundestag die Verjährungsfrist von Nazi-Verbrechen verlängert. Dies macht eine weitere Verfolgung von NS-Straftätern möglich. In Israel wird der Amtsantritt des ersten deutschen Botschafters von Protesten begleitet. Waffenlieferungen der Bundesrepublik an Israel sorgen indes dafür, dass die DDR von Ägypten anerkannt wird. Ein Triumph für Ulbricht.
1966 - das war das Jahr, in dem Udo Jürgens sich mit "Merci, Cherie" in die Herzen der Fans schmachtete, der Wartburg 353 die ostdeutschen Straßen bereicherte, bei der Fußballweltmeisterschaft in England das umstrittene "Wembley-Tor" fiel ...
... und die Bundesrepublik von der Starfighter-Affäre erschüttert wurde. Gerli Lantzberg erzählt, wie ihr Mann beim Absturz eines "Starfighter" ums Leben kam, und von ihrem Kampf, die Wahrheit über die Hintergründe zu erfahren.

1967 - das war das Jahr, in dem die "Kommune 1" in Berlin gegründet wurde, die ersten Wohnungen in der Retortenstadt Halle-Neustadt bezogen wurden und das schwere Zugunglück in Langenweddingen die Deutschen in Ost und West berührte. Der Besuch des Schahs von Persien in der Bundesrepublik trieb die Studenten auf die Straße. Siegward Lönnendonker aus Berlin erinnert sich, wie der gewaltsame Tod des Studenten Benno Ohnesorg zur Geburtsstunde der 68er-Bewegung wurde.

Download


Metadaten
Mediathek Logo