Das Buchenwaldkind
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Katalogzettel
| Titel | Das Buchenwaldkind |
| Titelzusatz |
oder Was vom Antifaschismus bleibt |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Gebhardt, Ute [Gestaltung]
[GND
]
ARD-alpha [Sendeanstalt] |
| Datum |
2015.01.29 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Gesellschaft ; Politik ; Film ; Völkermord und Holocaust ; Dokumentation ; Geschichtswissenschaft ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-03458_K01, E52-03458 e52-03458 |
| Medienart | Mediendatei |
Information
Inhalt
Mit Zeitzeugen wie Stefan Jerzy Zweig, Armin Mueller-Stahl, Gisela Karau, Kiki Apitz geht der Film der Frage nach, was nach dem Ende der DDR und der Zerstörung des Buchenwald-Mythos in den 90er-Jahren vom Antifaschismus bleibt.
Die Bilder sind im Gedächtnis der Menschheit eingebrannt: ausgemergelte Gestalten, dem Tode nah, Gesichter mit leeren Augen. Ob im Konzentrationslager Buchenwald oder anderen Lagern, die am Kriegsende befreit wurden, von amerikanischen oder sowjetischen Truppen. Ein Überlebender in Buchenwald war der kaum vier Jahre alte Kinderhäftling Stefan Jerzy Zweig. Die Geschichte seiner Rettung wurde in der DDR Symbol des antifaschistischen Widerstandskampfes. Es gibt kaum ein Schulkind, das die Mahn- und Gedenkstätte auf dem Ettersberg bei Weimar nicht besucht hat, das Buch über die Rettung des jüdischen Jungen nicht gelesen hätte.
Für die SED-Führung spielte Buchenwald ab Mitte der 50er-Jahre eine Schlüsselrolle: Es bestand keine Hoffnung mehr auf eine deutsche Wiedervereinigung, und Buchenwald diente als eine Art Gründungsmythos der DDR. Der Mythos von der Selbstbefreiung der Häftlinge sollte Identität stiften, die Betonung des antifaschistischen Fundamentes internationale Anerkennung verschaffen. 1958 wurde die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eröffnet und es erschien der Roman "Nackt unter Wölfen" von Bruno Apitz. Er war ein literarisches Werk, aber er wurde als Tatsachenbericht rezipiert und propagiert. Auch der 1962 in Buchenwald gedrehte Film "Nackt unter Wölfen" beanspruchte höchste Authentizität. Er blieb zwar von anderen Überlebenden nicht unwidersprochen, doch abweichende Darstellungen durften nicht erscheinen oder wurden ignoriert.
Für die SED-Führung spielte Buchenwald ab Mitte der 50er-Jahre eine Schlüsselrolle: Es bestand keine Hoffnung mehr auf eine deutsche Wiedervereinigung, und Buchenwald diente als eine Art Gründungsmythos der DDR. Der Mythos von der Selbstbefreiung der Häftlinge sollte Identität stiften, die Betonung des antifaschistischen Fundamentes internationale Anerkennung verschaffen. 1958 wurde die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eröffnet und es erschien der Roman "Nackt unter Wölfen" von Bruno Apitz. Er war ein literarisches Werk, aber er wurde als Tatsachenbericht rezipiert und propagiert. Auch der 1962 in Buchenwald gedrehte Film "Nackt unter Wölfen" beanspruchte höchste Authentizität. Er blieb zwar von anderen Überlebenden nicht unwidersprochen, doch abweichende Darstellungen durften nicht erscheinen oder wurden ignoriert.