Orientierung [2015.02.22]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Orientierung
Katalogzettel
| Titel | Orientierung [2015.02.22] |
| Titelzusatz |
Das Religionsmagazin |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Riedl-Daser, Christoph [Moderation]
Steidl, Norbert [Redaktion] El-Gawhary, Karim [Interviewte/r] [GND ] ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2015.02.22 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Medien und Kommunikation ; Religion ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-10882_03 |
| Medienart | DVD |
| Gesamtwerk/Reihe | Orientierung |
Information
Inhalt
Nach IS-Mord an Kopten: Nationaler „Schulterschluss“ in Kairo?
Die Videobilder waren ein Schock für die ganze Nation: 21 ägyptische Gastarbeiter werden an einem libyschen Strand von Dschihadisten der Terrororganisation IS enthauptet. Die Opfer stammen allesamt aus verarmten Dörfern im Süden Ägyptens und haben versucht, mit der Arbeit in Libyen für ihre Familien ein Auskommen zu finden – und sie waren allesamt koptische Christen. Die Antwort aus Kairo kam prompt: Ägyptische Kampfjets bombardierten in Libyen mutmaßliche Stellungen des IS. Für die Ägypter war das kein Anschlag gegen die christliche Minderheit, sondern gegen die ägyptische Nation. Die Spannungen, die sonst zwischen Muslimen und Kopten in Ägypten Schlagzeilen machen, werden von einem neuen ägyptischen Nationalismus überdeckt. Doch unter der Oberfläche brodeln die Konflikte zwischen den Religionsgemeinschaften weiter. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat die Muslimbruderschaft politisch ausgeschaltet und genießt daher die Unterstützung der meisten Kopten. Aber die tägliche Diskriminierung gegen die christliche Minderheit, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmacht, geht weiter.
Bericht: Karim El-Gawhary
Im „Orientierung“-Schaltgespräch mit Christoph Riedl-Daser: ORF-Kairo-Korrespondent Karim El-Gawhary.
„Mohammed bleibt tabu“ - aber: Karikaturisten in Tunesien kritisieren Islam
Die Anschläge in Kopenhagen vergangene Woche - mit offenbar islamistischem Hintergrund - haben erneut Fragen aufgeworfen – so auch diese: Ist Kunst- und Meinungsfreiheit in unseren westlichen Demokratien bedroht von fundamentalistischen Attentätern? Und weiter gedacht: Wie steht es eigentlich um Kunst- und Meinungsfreiheit in islamischen Ländern? "Wenn man wissen will, ob in einem Land wirklich Demokratie herrscht, muss man schauen, ob ein Karikaturist seiner Arbeit ohne Behinderung nachgehen kann", sagt die tunesische Menschenrechtlerin und Rechtsanwältin Rhadia Nasraoui. Tunesien ist wohl das einzige Beispiel für die hoffnungsvolle Fortführung des "Arabischen Frühlings". Dennoch bewegen sich auch dort Künstler und Karikaturisten auf einem schmalen Grat, sobald es um religiöse Fragen geht. Gegen salafistische Gruppen veröffentlichen sie bissige satirische Bilder. Doch die wenigsten Tunesier haben Verständnis für Mohammed-Karikaturen, die ihre religiösen Gefühle verletzen. Ein „Orientierung“-Lokalaugenschein in der überraschend offenen muslimischen Karikaturisten-Szene des Landes, der nicht zuletzt deutlich macht, wie gefährlich die Gratwanderung für junge Künstlerinnen und Künstler in Tunesien ist.
Bericht: Detlef Urban
Neue Kardinäle: Papst Franziskus stärkt die „Peripherie“
Papst Franziskus hat am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Konsistoriums 20 neue Kardinäle ernannt. Mitten in der Arbeit zur Reform der Kurie setzt der Pontifex damit seinen Weg fort, den er schon im vergangenen Jahr eingeschlagen hat: Viele der neuen Kardinäle stammen aus Ländern, die bisher wenige oder gar keine Kardinäle gestellt haben. Andere Bischofssitze, die bisher traditionell mit der Kardinalswürde rechnen durften, gehen dagegen leer aus. Das Kardinalskollegium, das wichtigste Beratungsgremium des Papstes, wird „bunter“: Sogar das südpazifische Königreich Tonga ist jetzt vertreten, auch Bischöfe aus Myanmar, Panama und den Kapverdischen Inseln werden nun im Falle eines Konklaves zu Papstwählern. Vor allem aber bereichern sie die katholische Kirche um ihre landesspezifischen Themen, die Papst Franziskus damit ins Zentrum der Weltkirche holt.
Bericht: Alexander Kofler
Ökumenische Initiative: Zehn Jahre Aktion „Autofasten“ in Österreich
Bereits seit zehn Jahren – immer zur christlichen Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt - laden die Umweltbeauftragten der römisch-katholischen und der Evangelischen Kirche zur österreichweiten Aktion "Autofasten". Rund 15.000 Menschen haben sich bisher für diese Aktion registriert. Sie wollen die eigene Mobilität überprüfen und Alternativen zum Auto wie Zufußgehen, mit dem Fahrrad fahren, öffentliche Verkehrsmittel nützen oder Fahrgemeinschaften bilden, bewusst ausprobieren. Ein „Orientierung“-Team hat einige “Autofaster” in Salzburg einen Tag lang begleitet.
Bericht: Marcus Marschalek
Die Videobilder waren ein Schock für die ganze Nation: 21 ägyptische Gastarbeiter werden an einem libyschen Strand von Dschihadisten der Terrororganisation IS enthauptet. Die Opfer stammen allesamt aus verarmten Dörfern im Süden Ägyptens und haben versucht, mit der Arbeit in Libyen für ihre Familien ein Auskommen zu finden – und sie waren allesamt koptische Christen. Die Antwort aus Kairo kam prompt: Ägyptische Kampfjets bombardierten in Libyen mutmaßliche Stellungen des IS. Für die Ägypter war das kein Anschlag gegen die christliche Minderheit, sondern gegen die ägyptische Nation. Die Spannungen, die sonst zwischen Muslimen und Kopten in Ägypten Schlagzeilen machen, werden von einem neuen ägyptischen Nationalismus überdeckt. Doch unter der Oberfläche brodeln die Konflikte zwischen den Religionsgemeinschaften weiter. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat die Muslimbruderschaft politisch ausgeschaltet und genießt daher die Unterstützung der meisten Kopten. Aber die tägliche Diskriminierung gegen die christliche Minderheit, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmacht, geht weiter.
Bericht: Karim El-Gawhary
Im „Orientierung“-Schaltgespräch mit Christoph Riedl-Daser: ORF-Kairo-Korrespondent Karim El-Gawhary.
„Mohammed bleibt tabu“ - aber: Karikaturisten in Tunesien kritisieren Islam
Die Anschläge in Kopenhagen vergangene Woche - mit offenbar islamistischem Hintergrund - haben erneut Fragen aufgeworfen – so auch diese: Ist Kunst- und Meinungsfreiheit in unseren westlichen Demokratien bedroht von fundamentalistischen Attentätern? Und weiter gedacht: Wie steht es eigentlich um Kunst- und Meinungsfreiheit in islamischen Ländern? "Wenn man wissen will, ob in einem Land wirklich Demokratie herrscht, muss man schauen, ob ein Karikaturist seiner Arbeit ohne Behinderung nachgehen kann", sagt die tunesische Menschenrechtlerin und Rechtsanwältin Rhadia Nasraoui. Tunesien ist wohl das einzige Beispiel für die hoffnungsvolle Fortführung des "Arabischen Frühlings". Dennoch bewegen sich auch dort Künstler und Karikaturisten auf einem schmalen Grat, sobald es um religiöse Fragen geht. Gegen salafistische Gruppen veröffentlichen sie bissige satirische Bilder. Doch die wenigsten Tunesier haben Verständnis für Mohammed-Karikaturen, die ihre religiösen Gefühle verletzen. Ein „Orientierung“-Lokalaugenschein in der überraschend offenen muslimischen Karikaturisten-Szene des Landes, der nicht zuletzt deutlich macht, wie gefährlich die Gratwanderung für junge Künstlerinnen und Künstler in Tunesien ist.
Bericht: Detlef Urban
Neue Kardinäle: Papst Franziskus stärkt die „Peripherie“
Papst Franziskus hat am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Konsistoriums 20 neue Kardinäle ernannt. Mitten in der Arbeit zur Reform der Kurie setzt der Pontifex damit seinen Weg fort, den er schon im vergangenen Jahr eingeschlagen hat: Viele der neuen Kardinäle stammen aus Ländern, die bisher wenige oder gar keine Kardinäle gestellt haben. Andere Bischofssitze, die bisher traditionell mit der Kardinalswürde rechnen durften, gehen dagegen leer aus. Das Kardinalskollegium, das wichtigste Beratungsgremium des Papstes, wird „bunter“: Sogar das südpazifische Königreich Tonga ist jetzt vertreten, auch Bischöfe aus Myanmar, Panama und den Kapverdischen Inseln werden nun im Falle eines Konklaves zu Papstwählern. Vor allem aber bereichern sie die katholische Kirche um ihre landesspezifischen Themen, die Papst Franziskus damit ins Zentrum der Weltkirche holt.
Bericht: Alexander Kofler
Ökumenische Initiative: Zehn Jahre Aktion „Autofasten“ in Österreich
Bereits seit zehn Jahren – immer zur christlichen Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt - laden die Umweltbeauftragten der römisch-katholischen und der Evangelischen Kirche zur österreichweiten Aktion "Autofasten". Rund 15.000 Menschen haben sich bisher für diese Aktion registriert. Sie wollen die eigene Mobilität überprüfen und Alternativen zum Auto wie Zufußgehen, mit dem Fahrrad fahren, öffentliche Verkehrsmittel nützen oder Fahrgemeinschaften bilden, bewusst ausprobieren. Ein „Orientierung“-Team hat einige “Autofaster” in Salzburg einen Tag lang begleitet.
Bericht: Marcus Marschalek