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Im Visier der Hacker

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Katalogzettel

Titel Im Visier der Hacker
Titelzusatz Themen-Montag - Falle Internet
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende ORF 3 [Sendeanstalt]
Datum 2015.02.23 [Sendedatum]
Schlagworte Technik ; Gesellschaft ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-04875_K01, E52-04875 e52-04875
Medienart Mediendatei

Information

Inhalt

Ein brennender Unfallwagen im nächtlichen Los Angeles mit einem Toten, der Rätsel aufgibt: In den Flammen starb der US-Journalist Michael Hastings, der gerade an einer neuen Enthüllung recherchierte. Seine letzte Story hatte einen Elite-General die Militärkarriere gekostet. War es möglich, den Wagen zu hacken und zu manipulieren? In der Dokumentation über die Risiken der Welt von morgen hält es der langjährige US-Sicherheitskoordinator Richard Clarke für durchaus möglich, dass Außenstehende in die Schaltzentralen eines modernen Autos eindringen können. Der Film enthüllt beklemmende Fakten: alles, vom Airbus bis zum Herzschrittmacher, lässt sich manipulieren. Der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney ließ seinen Schrittmacher extra gegen Hacker schützen, aus Angst, bei einer Attacke ein "ferngesteuerter" Vizepräsident zu werden. Je mehr Daten die Geräte verarbeiten, umso anfälliger werden sie für Zugriffe von außen.
Terms and Conditions May Apply Terms and Conditions May Apply (Cullen Hoback / USA / 2013 / 80 min.) Google, Facebook und Apple wurden schon welche gewidmet, jetzt ist die andere Seite dran: Mit der Dokumentation “Terms And Conditions May Apply” hat der US-Filmemacher Cullen Hoback einen längst überfälligen Streifen zum Thema Privatsphäre im Internet gedreht. Im Kern geht es um die Nutzungsbedingungen, denen wir als Nutzer von Google, Facebook, Amazon oder eBay zustimmen müssen – und deren Kleingedrucktes beängstigende Folgen für die Verwendung unserer Daten durch Wirtschaft und Staat bedeuten.

“Can you please not record”, bittet Facebook-Chef Mark Zuckerberg das Film-Team von Hoback, das ihm vor seiner Villa in Palo Alto, Kalifornien, aufgelauert hat. Nach knapp 80 Minuten macht Hoback das, was die Internet-Firmen seiner Meinung nach mit ihren Milliarden Nutzern machen: Er stalkt Zuckerberg, um vorzuführen, dass selbst der oberste Apologet der „Privacy is dead“-Lehre auf seinem Spaziergang in der Nachbarschaft vielleicht doch gerne ein wenig Privatsphäre hätte. Diese verwackelte, weil mit versteckter Kamera gefilmte Szene steht konträr zu den vielen Beispielen steht, die „Terms Ans Conditions May Apply“ bringt, in denen Unschuldige auf Basis der Auswertung ihrer Daten Schaden genommen haben. Etwa der Ire Leigh Van Bryan, dem die Einreise in die USA wegen eines Twitter-Witzes verweigert wurde. Oder die Teilnehmer eines Zombie-Flashmobs, die sich im Internet verabredeten und noch vor der Aktion verhaftet wurden. Oder ein US-Amerikaner, der wegen eines sarkastischen Facebook-Updates Besuch von der Polizei bekam.

“Alles, was digitalisiert wurde, ist nicht privat. Und das ist erschreckend”, sagt Starmusiker Moby in dem Film. Neben Moby hat Hoback noch eine ganze Reihe anderer Sprecher, die viel von dem Themenkomplex “Nutzerdaten” verstehen, vor die Kamera geholt. US-Buchautor Eli Pariser etwa, der das Buch „The Filter Bubble“ veröffentlicht hat, den Wiener Facebook-Gegner Max Schrems, oder Barrett Brown, den „Unifficial Head of Anonymous“. Andere Interview-Partner wie Google-Vorstandsvorsitzender Eric Schmidt, FBI- oder CIA-Vertreter hat Hoback zwar nicht bekommen, behilft sich dabei aber geschickt Archivaufnahmen, die die Vertreter von Internet-Wirtschaft, Politik und Staatsapparat beim Stammeln, Um-den-heißen-Brei-Reden und Lügen erwischen.
Insgesamt ist es „Terms And Conditions May Apply“ gelungen, ein sperriges Thema lebendig in eine nie langweilige Dokumentation zu gießen. Auch Zuschauer, die sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen, werden dem Streifen etwas abgewinnen können, weil er gut zusammenfasst, was bisher geschah. Dass der Film vor den NSA-Enthüllungen gedreht wurde und er nur zwischen den Zeilen eine unbekannte Datenkrake in der Mitte andeutet, schadet ihm überraschenderweise nicht, sondern liefert quasi die Vorgeschichte zur Post-Snowden-Ära. Derzeit sind Screenings nur in den USA geplant, aber auf dieser Webseite kann man eine Anfrage stellen. Und: Für schulische Zwecke wird „Terms And Conditions May Apply“ kostenlos zur Verfügung gestellt – jetzt sind die Lehrer gefragt, den wichtigen Film ihren Schützlingen zu zeigen.
Google - Netzwerk der Macht (Ben Lewis, GB 2012)

H.G. Wells prophezeite vor knapp 80 Jahren das Weltgehirn. Google wollte das in einem gewagten Projekt umsetzen. Regisseur Ben Lewis hat sich damit beschäftigt und gibt überraschende Einblicke.
1937 sagte der Science-Fiction-Autor H. G. Wells (1866-1946) die Schaffung eines „Weltgehirns“ voraus, das alles Wissen der Welt enthalten und jedem Menschen zugänglich sein sollte. Er prophezeite auch, dass diese Organisation jedes menschliche Wesen auf dem Planeten überwachen könnte.

Mit dem Internet ist dieses Weltgehirn heute eine Realität. Suchmaschinen auf der ganzen Welt versuchen, ihr eigenes „Weltgehirn“ aufzubauen. Aber keine hatte einen so verwegenen, weitreichenden und umwälzenden Plan wie Google mit dem „Google Buchprojekt“. Google will alle Bücher digitalisieren, Wissen zentral vereinen.

Künstliche Intelligenz

2002 begann Google, Weltliteratur einzuscannen. Entsprechende Verträge hatte man mit den größten Universitätsbibliotheken wie Michigan, Harvard und Stanford in den USA, der Bodleian Library in England und der Katalanischen Bibliothek in Spanien geschlossen. Das Ziel war jedoch nicht nur die globale Bibliothek sondern ein verschwiegener Zusatznutzen: man wollte eine neu Form der künstlichen Intelligenz entwickeln.
Bei der Realisierung des Projekts stieß man jedoch auf Probleme: mehr als sechs Millionen der Bücher waren urheberrechtlich geschützt. Autorinnen und Autoren auf der ganzen Welt starteten einen Feldzug gegen das Vorhaben von Google. 2005 reichten der Verband amerikanischer Autoren und die amerikanische Verlegervereinigung Klage ein. 2008 kam die Google-Buch-Regelung „Google Book Settlement“ heraus. Diese Vereinbarung umfasste 350 Seiten und wurde im Oktober 2008 veröffentlicht. Das Abkommen hätte Google unglaubliche neue Macht verschaffen können. Die Google-Buch-Webseite war drauf und dran, nicht nur die weltgrößte Buchhandlung zu werden, sondern auch eine gebührenpflichtige Bücherei mit dem Monopol auf die Mehrheit der im 20. Jahrhundert veröffentlichten Bücher.

Im März 2011 entschied Richter Denny Chin nach Anhörungen gegen die Rechtsgültigkeit der Google-Buch-Regelung. Am Ende hatte eine kleine Armee von Schriftstellerinnen, Schriftstellern und Buchhändlern eines der mächtigsten Unternehmen der Welt besiegt.

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