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Kreuz und Quer [2015.05.05]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Kreuz und quer

Katalogzettel

Titel Kreuz und Quer [2015.05.05]
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Duregger, Karin [Regie]
Ze’evi, Chanoch [Regie]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2015.05.05 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Religion ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DVD [DVD]
Sprache Deutsch
Signatur 12-11308_02
Medienart DVD
Gesamtwerk/Reihe Kreuz und quer

Information

Inhalt

„Die Rattenlinie – Nazis auf der Flucht durch Südtirol“
Südtirol war unmittelbar nach dem Krieg territorial und staatsrechtlich ein „Niemandsland“. Keine andere Region Europas bot so günstige Voraussetzungen, um unterzutauchen, im Untergrund die Identität zu wechseln und sich mit passenden Papieren ins Ausland abzusetzen – meist nach Südamerika.

Hier war es möglich, ein sehr engmaschiges Unterstützer-Netz zu knüpfen. Hilfe kam von mehreren Seiten – von ehemaligen Parteigenossen und alten Sympathisanten, von unscheinbaren Klöstern und Gastwirten.

Obwohl die katholische Kirche gegen den Nationalsozialismus Stellung bezogen hatte und auch viele Priester in KZ umgekommen waren, gab es klerikale Kreise bis in den Vatikan, die ehemaligen Kriegsverbrechern systematisch zur Flucht verhalfen. Im damaligen Südtirol spielte der Kampf gegen den Kommunismus, die Fokussierung auf die nationale Frage und die Solidarität mit dem Deutschtum eine große Rolle.

So sahen auch einschlägige katholische Seilschaften, aber auch einzelne Priester in geflüchteten Nationalsozialisten Verbündete im ideologischen Kampf gegen den „Hauptfeind Kommunismus“. Hochrangige Geistliche rechtfertigten ihre Hilfe bei der Flucht von Nationalsozialisten mit dem christlichen Gebot der Nächstenliebe. „Sich auf die Nächstenliebe zu berufen und gleichzeitig die Opfer zu vergessen, das ist ein Widerspruch“, meint dazu der Brixner Moraltheologe und Servitenpater Martin Lintner.

Autorin und Regisseurin Karin Duregger begibt sich mit Zeitzeugen an authentische Schauplätze, spricht unter anderem mit einem einstigen Schlepper am Reschenpass und mit einem 95-jährigen Priester und Kirchenhistoriker über deren Fluchthilfen für Nazis.

Martin Bormanns Urenkelin, eine junge Frau aus Bozen, spricht darüber, dass sie das Thema durch ihre Verwandtschaft mit dem Hitler-Sekretär ewig begleiten wird. Unter weiteren Zeitzeugen kommt auch der österreichische Journalist und Autor Martin Pollak in der Doku zu Wort: Sein Vater, ein führender Nazi und Gestapo-Mann, der direkt an Kriegsverbrechen beteiligt war, wurde in einem Bauernhof im Pustertal versteckt.

Ein Film von Karin Duregger
„Hitlers Kinder“
Hermann Göring, Rudolf Höß, Heinrich Himmler und Amon Göth – ihre Namen stehen für die grauenhaften Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Nachkommen der Täter tragen schwer an ihrer Herkunft. „Wie viel Mörder steckt in mir?“ fragen sie sich.

Katrin Himmler, Großnichte des „Reichsführers-SS“ beispielsweise ist mit einem Israeli verheiratet und setzt auf die bewusste Konfrontation, um die Scham zu überwinden. Rainer Höß, Enkel des Kommandanten, reist nach Auschwitz, um mit Nachkommen jüdischer Opfer zusammenzutreffen.

Wie gehen diese Männer und Frauen damit um, mit einer Hinterlassenschaft bestraft worden zu sein, die sie dauerhaft mit einem der größten Verbrechen der Geschichte verbindet? Wie ist es für sie, mit einem Namen aufgewachsen zu sein, mit dem man sofort Bilder von Mord und Völkermord assoziiert?

Ein Film von Chanoch Ze’evi

Die Protagonisten:
Bettina Göring (53), Großnichte von Hermann Göring (Hitlers Oberbefehlshaber der Luftwaffe). Sie lebt in Santa Fe (US-Staat New Mexico), praktiziert alternative Medizin. Göring und ihr Bruder ließen sich freiwillig sterilisieren. „Ich habe das machen lassen, um mehr oder weniger keine weiteren Görings zu produzieren.“
Katrin Himmler (43), Großnichte von Heinrich Himmler („Reichsführer-SS“ und leitender Organisator des Völkermords). Sie heiratete einen israelischen Juden, Sohn von Holocaust-Überlebenden.
Monika Hertwig (65), Tochter von Amon Göth (Kommandant des Konzentrationslagers Plaszow): „Inwieweit kann man den Mörder vom Vater trennen? Wie viel vom Mörder steckt in mir? Diese Dinge treiben mich um.“
Niklas Frank (70), Sohn von Hans Frank (Hitlers Generalgouverneur der besetzten polnischen Gebiete). Er erinnert sich, wie sein Vater ihn mit ins KZ nahm. Von den Horrorbildern wird er heute noch heimgesucht: „In meinen Träumen sehe ich die Berge von Leichen im Lager.“
Rainer Höß (44), Enkel von Rudolf Höß (Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz). Der Enkel reist – gemeinsam mit einem Israeli, der einen Teil seiner Familie im Konzentrationslager verloren hatte – nach Auschwitz, um sich der dunklen Geschichte seiner Vorfahren zu stellen.

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