Interview mit Jacques Seignole geführt von Paul Schieder - 1. Teil
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Inhalt
Jacques Seignole trat am 18. März 1943 seinen Transport von Frankreich nach Wien an, wo er zur Zwangsarbeit eingesetzt werden sollte. Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt im Durchgangslager in Strasshof bei Wien und danach im Lager Brunn am Gebirge wurde er der Firma Mann&Co im dritten Wiener Gemeindebezirk als Hilfsarbeiter zugewiesen. Dort war er in einem Gemeinschaftslager untergebracht. Im Betrieb beteiligte er sich an Sabotageakten, indem er dazu beitrug, dass die für Motoren hergestellten Metallscheiben unbrauchbar blieben. In einem Heimaturlaub verschaffte ihm ein befreundeter Lungenarzt falsche Atteste und Röntgenbilder einer schweren Lungenkrankheit, um von den Deutschen als nicht arbeitsfähig eingestuft zu werden. Über mehrere Anläufe gelang es Jacques Seignole so tatsächlich als Nichtarbeitsfähiger einen Rückkehrschein zu bekommen, und trat am 20. November 1943 die Rückreise nach Frankreich an. Dort setzte er seine Arbeit als Juwelier bis zur Pension fort. #13#13 Orte der Zwangsarbeit: #13 Durchgangslager Strasshof bei Wien #13 Brunn am Gebirge #13 Gemeinschaftslager Dietrichgasse 37
#13#13 Das Interview wurde im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes von Paul Schieder geführt. Die Ergebnisse des Projektes sind in seiner Publikation aufbereitet: Paul Schieder, Französische Zwangsarbeiter im "Reichseinsatz" auf dem Gebiet der Republik Österreich, Wien/Köln/Weimar 2012, erschienen im Böhlau Verlag.