Das Tanzetablissement Thumser im "G'schupften Ferdl" von Gerhard Bronner
Katalogzettel
| Titel | Das Tanzetablissement Thumser im "G'schupften Ferdl" von Gerhard Bronner |
| Spieldauer | 00:03:26 |
| Urheber/innen |
Bronner, Gerhard [Komponist/in]
[GND]
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| Mitwirkende |
Qualtinger, Helmut [Gesang]
[GND
]
Rot-Weiß-Rot / Sendergruppe Rot-Weiß-Rot [Sendeanstalt] |
| Datum |
1958 |
| Ort |
Wien, Tanzetablissement "Thumser" [Ortsbezug]
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| Schlagworte | Musik ; U-Musik ; Kabarett ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme |
| Örtliche Einordnung |
Bundesland / Wien
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20. Jahrhundert - 50er Jahre
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| Typ | audio |
| Format |
TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | Österreichische Mediathek, 10-06665_b01 |
| Medienart | Mp3-Audiodatei |
Standort des ehemaligen Tanzetablissements "Thumser" in der Neulerchenfelder Straße 14. Bild: CC BY-SA 3.0 AT. Österreichische Mediathek 2015.
Information
Inhalt
Im Lied "Der g'schupfte Ferdl" beschreibt der Musiker und Komponist Gerhard Bronner in den 1950er Jahren die damals beliebte Tanzschule Thumser als ein Etablissement in der Lerchenfelder Vorstadt, in dem Messerstechereien zur Tagesordnung gehörten. Das empörte die Inhaberin der Tanzschule so sehr, dass sie Bronner auf Rufschädigung klagte. Die Klage war erfolgreich: Die Platten wurden beschlagnahmt und mussten eingestampft werden und Gerhard Bronner strich den Namen Thumser aus seinem Lied. In den danach produzierten Aufnahmen ist deshalb statt vom Thumser vom "Wimmer" die Rede. Hier handelt es sich um eine Aufnahme von Helmut Qualtinger, die vor dem Rechtsstreit aufgenommen wurde, weshalb der "g'schupfte Ferdl" hier noch zum Thumser geht. #13#13 Im Haus in der Neulerchenfelder Straße 14 war aber nicht nur das Tanzetablissement Thumser beheimatet: Es beherbergte von Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts eines der bekanntesten Gasthäuser des Vororts Neulerchenfeld: Die "Blaue Flasche". Unter dem Wirt Carl Rohrbacher konzertierte hier Johann Strauss (Vater), Johann Strauss (Sohn) führte hier im Revolutionsjahr 1848 die Spott-Polka "Liguorianer-Seufzer" erstmals auf. Ein weiterer prominenter Stammgast war der Biedermeier-Dichter Ferdinand Sauter, er widmete der "Blauen Flasche" ein Lobgedicht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Wirtshaus in ein Kino umgewandelt, 1923 noch einmal eröffnet, bevor es in den 1930er Jahren endgültig geschlossen wurde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Pauline Thumser im ersten Stock besagte Tanzschule. Dass Gerhard Bronner hier zufällig eine Massenrauferei mitbekam, die ihn zum Text des "G'schupften Ferdl" inspirierte, liegt daran, dass die Tanzräume tagsüber dem Rundfunkorchester des Senders Rot-Weiß-Rot als Proberaum dienten, deren Proben Gerhard Bronner Anfang der 1950er Jahre zeitweise leitete.