Interview mit Meir Figdor
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Meir Figdor verbrachte seine früheste Kindheit in Stinkenbrunn, heute Steinbrunn (Burgenland). Nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 flüchtete und versteckte sich die Familie in Wien, der Vater wurde inhaftiert. Nachdem Versuche, nach Belgien und in die USA auszureisen, gescheitert waren, gelang es der Mutter, Einreisebewilligungen nach Palästina zu bekommen. Während der schwierigen Überfahrt, die mehrere Monate dauerte, starb die einjährige Schwester. In Palästina angekommen, wurde die Familie wie die anderen Passagiere im englischen Auffanglager Atlit interniert und weiter nach Mauritius in ein ehemaliges Gefängnis transportiert, wo Meir Figdor weitgehend getrennt von seinen Eltern leben musste. Nach Kriegsende gelangte die Familie wieder nach Palästina, zunächst in ein Lager für Einwanderer. Meir Figdor lebte mit seinem Bruder einige Zeit in einem Heim, bis die Eltern ein Zimmer für die Familie mieten konnten. Er erlebte die Gründung des Staates Israel und war Soldat im 6-Tage-Krieg 1967 sowie im Jom-Kippur-Krieg 1973. Als Fachlehrer für Feinmechaniker lebte Meir Figdor in Salzburg, bevor er wieder nach Israel ging.