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Kreuz und Quer [2016.09.20]

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Kreuz und quer

Katalogzettel

Titel Kreuz und Quer [2016.09.20]
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Krenn, Barbara [Redaktion]
Cencig, Michael [Gestaltung]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2016.09.20 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Religion ; Dokumentation ; Diskussion ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DVD [DVD]
Sprache Deutsch
Signatur 12-12367_03
Gesamtwerk/Reihe Kreuz und quer

Information

Inhalt

Gelassenheit - Ein göttlicher Zustand?

Der deutsche Philosoph Wilhelm Schmid hat einen Bestseller geschrieben mit dem Titel GELASSENHEIT. Dieses Buch verkaufte sich dreimal so gut wie sein vorheriger Besteller mit dem Titel GLÜCK. Das ist doch einigermaßen bemerkenswert, denn im Vergleich zu Glück ist Gelassenheit von geradezu bescheidener Qualität. Gelassenheit beinhaltet zwar Annehmlichkeiten wie Entspannung, Entschleunigung und Beruhigung, sowie eine gewisse Souveränität im Umgang mit den Herausforderungen des Alltags - aber das sind dann doch nur Teilaspekte eines glücklichen Lebens. Gelassenheit ist also offenbar etwas, nach dem sich viele Menschen sehnen. Diese Sehnsucht dürfte der Erfahrung entspringen, dass der tägliche Cocktail aus Leistungsdruck, Erfolgszwang, Reizüberflutung und Multitasking zur Besinnungslosigkeit führt. Dass er krank und unglücklich macht. Dass er unsere Sinne trübt - allen voran den Sinn für den Sinn.

Gelassenheit gedeiht in der Mitte zwischen den Extremen. Gelassenheit ist die Fähigkeit, es gut sein zu lassen. Für Meister Eckhart ist das mittelhochdeutsche Wort Gelâzenheit der zentrale Begriff seiner Mystik. Als wichtigste Voraussetzung für die Gottesgeburt in der Seele und die Einheit mit Gott, die unio mystica, muss der Mensch gelâzen hân, um schließlich gelâzen zu sîn. Er muss dazu alle Weltbindung aufgeben. Er muss sich selbst und die ganze Welt lâzen.

Die Protagonisten und Protagonistinnen der Doku haben freilich deutlich weniger Ambitionen als mystische Vereinigung. Sie versuchen einfach nur, dem Stress ihres Alltags zunehmend gelassener zu begegnen. Sie arbeiten daran, ihren Ehrgeiz zu zügeln bzw. ihn auf andere Ziele zu richten als immer nur auf äußeren Erfolg. Sie gehen ihrem Ego nicht mehr bei jeder Gelegenheit auf den Leim. Und je nach spiritueller Orientierung setzen sie auf die sprichwörtliche buddhistische Gelassenheit oder auf Gottvertrauen - oder auf beides.
Das Leben vergeht schnell genug - Entschleunigung und Ruhestand
Steckt man mitten im Berufsleben, klagt man nur allzu oft über das Hamsterrad, in dem man läuft und läuft und läuft. Ab dem Tag der Pensionierung steht dieses plötzlich still. Die größte Herausforderung besteht darin, sich selbst eine zufriedenstellende Struktur zu geben und jenseits des Jobs Sinn im Leben zu finden. Glaubt man Experten, dann laufen rund ein Viertel der Österreicher Gefahr, einen Pensionsschock zu erleiden. Besonders betroffen sind Männer, jene Menschen, die in Jobs mit hohem Sozialprestige tätig waren und jene, die ihren Job sehr gerne ausüben, den Großteil ihrer Sozialkontakte aus ihrem Arbeitsumfeld beziehen und andere Interessen zugunsten ihres Berufs zurückgestellt haben. Sie sind gefährdet, in ein so genanntes „schwarzes Loch“ zu fallen, mit ihrer Zeit nichts mehr anzufangen zu wissen und depressiv zu werden.

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