Orientierung [2016.09.25]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Orientierung
Katalogzettel
| Titel | Orientierung [2016.09.25] |
| Titelzusatz |
Das Religionsmagazin |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Riedl-Daser, Christoph [Moderation]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2016.09.25 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Medien und Kommunikation ; Religion ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DVD [DVD] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 12-12378_03 |
| Gesamtwerk/Reihe | Orientierung |
Information
Inhalt
Der umstrittene letzte Wille: Sterbehilfe für 17-Jährigen in Belgien
Er war erst 17 Jahre alt und hatte keine Hoffnung, jemals wieder gesund zu werden: Ein junger Belgier ist vor einigen Tagen „auf eigenen Wunsch“ im Kreis seiner Eltern aus dem Leben geschieden. Zum ersten Mal wurde damit in Belgien bei einem Minderjährigen Sterbehilfe geleistet. Das entsprechende - in der EU einmalige - Gesetz ist bereits seit 2014 in Kraft. Während sich die katholische Kirche in Belgien auffällig zurückhaltend verhält, ist deutliche Kritik aus dem Vatikan zu vernehmen. Aber auch andere Euthanasie-Gegner erheben vehemente Einwände gegen diese Praxis. Sie verweisen nicht zuletzt darauf, dass schwer kranke Kinder und Jugendliche nicht in der Lage wären, ihre Situation ausgewogen zu beurteilen. Sterbehilfe gilt in Belgien seit 2002 nicht mehr als Straftatbestand. Seitdem wird das sensible Thema kontroversiell diskutiert, zumal nicht nur körperlich unheilbar Kranke, sondern auch Menschen, die an seelischen Traumata oder psychischen Erkrankungen leiden, um ärztlich begleitete Sterbehilfe bitten dürfen. Allein im vergangenen Jahr sind in Belgien mehr als 2000 Menschen – auf eigenen Wunsch, unter ärztlicher Aufsicht – aus dem Leben geschieden.
Er war erst 17 Jahre alt und hatte keine Hoffnung, jemals wieder gesund zu werden: Ein junger Belgier ist vor einigen Tagen „auf eigenen Wunsch“ im Kreis seiner Eltern aus dem Leben geschieden. Zum ersten Mal wurde damit in Belgien bei einem Minderjährigen Sterbehilfe geleistet. Das entsprechende - in der EU einmalige - Gesetz ist bereits seit 2014 in Kraft. Während sich die katholische Kirche in Belgien auffällig zurückhaltend verhält, ist deutliche Kritik aus dem Vatikan zu vernehmen. Aber auch andere Euthanasie-Gegner erheben vehemente Einwände gegen diese Praxis. Sie verweisen nicht zuletzt darauf, dass schwer kranke Kinder und Jugendliche nicht in der Lage wären, ihre Situation ausgewogen zu beurteilen. Sterbehilfe gilt in Belgien seit 2002 nicht mehr als Straftatbestand. Seitdem wird das sensible Thema kontroversiell diskutiert, zumal nicht nur körperlich unheilbar Kranke, sondern auch Menschen, die an seelischen Traumata oder psychischen Erkrankungen leiden, um ärztlich begleitete Sterbehilfe bitten dürfen. Allein im vergangenen Jahr sind in Belgien mehr als 2000 Menschen – auf eigenen Wunsch, unter ärztlicher Aufsicht – aus dem Leben geschieden.
Friedenstreffen in Assisi: Gebete im Schatten des Terrors
Mehr als 500 Vertreterinnen und Vertreter von rund einem Dutzend unterschiedlicher Religionsgemeinschaften kamen Anfang der Woche in der italienischen Stadt Assisi zusammen, um ein deutliches Zeichen der Gemeinsamkeit zu setzen – und ein Zeichen gegen religiösen Fundamentalismus und für den Frieden. Im Abschlussdokument des dreitägigen Treffens, an dem auch Papst Franziskus teilnahm, hieß es in klaren Worten: „Im Krieg sind alle Beteiligten Verlierer, auch die Sieger. (…) Ein Krieg im Namen der Religion richtet sich gegen die Religion selbst.“ Mit dem Friedenstreffen in Assisi, organisiert von der katholischen Gemeinschaft Sant`Egidio, setzt Papst Franziskus eine Tradition fort, die auf Papst Johannes Paul II. zurückgeht: Er hatte erstmals vor genau 30 Jahren zu einem interreligiösen Zusammensein im Dienst des Friedens – in Assisi - eingeladen.
Mehr als 500 Vertreterinnen und Vertreter von rund einem Dutzend unterschiedlicher Religionsgemeinschaften kamen Anfang der Woche in der italienischen Stadt Assisi zusammen, um ein deutliches Zeichen der Gemeinsamkeit zu setzen – und ein Zeichen gegen religiösen Fundamentalismus und für den Frieden. Im Abschlussdokument des dreitägigen Treffens, an dem auch Papst Franziskus teilnahm, hieß es in klaren Worten: „Im Krieg sind alle Beteiligten Verlierer, auch die Sieger. (…) Ein Krieg im Namen der Religion richtet sich gegen die Religion selbst.“ Mit dem Friedenstreffen in Assisi, organisiert von der katholischen Gemeinschaft Sant`Egidio, setzt Papst Franziskus eine Tradition fort, die auf Papst Johannes Paul II. zurückgeht: Er hatte erstmals vor genau 30 Jahren zu einem interreligiösen Zusammensein im Dienst des Friedens – in Assisi - eingeladen.
"Religion Inc." - Geistheilungen für Touristen in Südafrika
Wie westliche Ärzte besitzen auch Südafrikas Sangomas - Wahrsager, Geistheiler und Sozialhelfer in einem - ihre ganz eigene Arbeitskleidung: Ein Fliegenwedel aus dem Schwanz eines Gnus soll Befähigungsnachweis und Stethoskop gleichermaßen darstellen. Mit seiner Hilfe sollen ihnen die Ahnen die Ursachen physischer und psychischer Probleme bedeuten. Man besucht sie aber auch, um das Glück zu „zwingen“ - zum Beispiel bei der wöchentlichen Lottoziehung oder bei den populären Pferdewetten. Die Unterstützung bei der Bewältigung jedweder Form von Prüfung gehört ebenso zu den weiteren Agenden der Sangomas wie das Finden eines geeigneten (Ehe-)Partners. Ihre zentrale Bedeutung im Alltag gibt ihnen aber auch einen speziellen Stellenwert bei der kulturellen Repräsentation in sogenannten Kulturdörfern ("cultural villages"). Dort finden täglich Aufführungen traditioneller Zulu-Kultur für Touristen statt, inklusive der religiösen Praktiken wie der Weissagung mit Hilfe der Ahnen. So wird ein weltweites Phänomen deutlich, das in Südafrika besonders stark zu beobachten ist - und das in der ethnologischen Literatur unter dem Begriff "Culture for Sale" oder „Ethnicity Inc.“ bekannt geworden ist: die Vermarktung von Traditionen und Kultur.
Wie westliche Ärzte besitzen auch Südafrikas Sangomas - Wahrsager, Geistheiler und Sozialhelfer in einem - ihre ganz eigene Arbeitskleidung: Ein Fliegenwedel aus dem Schwanz eines Gnus soll Befähigungsnachweis und Stethoskop gleichermaßen darstellen. Mit seiner Hilfe sollen ihnen die Ahnen die Ursachen physischer und psychischer Probleme bedeuten. Man besucht sie aber auch, um das Glück zu „zwingen“ - zum Beispiel bei der wöchentlichen Lottoziehung oder bei den populären Pferdewetten. Die Unterstützung bei der Bewältigung jedweder Form von Prüfung gehört ebenso zu den weiteren Agenden der Sangomas wie das Finden eines geeigneten (Ehe-)Partners. Ihre zentrale Bedeutung im Alltag gibt ihnen aber auch einen speziellen Stellenwert bei der kulturellen Repräsentation in sogenannten Kulturdörfern ("cultural villages"). Dort finden täglich Aufführungen traditioneller Zulu-Kultur für Touristen statt, inklusive der religiösen Praktiken wie der Weissagung mit Hilfe der Ahnen. So wird ein weltweites Phänomen deutlich, das in Südafrika besonders stark zu beobachten ist - und das in der ethnologischen Literatur unter dem Begriff "Culture for Sale" oder „Ethnicity Inc.“ bekannt geworden ist: die Vermarktung von Traditionen und Kultur.
Diagnose Demenz: Mit dem Vergessen leben
Zunehmende Vergesslichkeit, verändertes Schlafverhalten, erhöhter Bewegungsdrang, ein ständiges Umräumen und Suchen: All das können Symptome einer Erkrankung sein, von der mittlerweile rund 130.000 Österreicherinnen und Österreicher betroffen sind – Demenz. Gerade diese Symptome aber werden oft lange Zeit übersehen, meint Claudia Paulus, Geschäftsführerin des Diakoniewerks Steiermark. Den Blick von Angehörigen zu schärfen und sich dementer Menschen anzunehmen, ist eine Aufgabe, dem sich eine Einrichtung des Diakoniewerks - das „Haus am Ruckerlberg“ in Graz – verschrieben hat. Dort hält meine eine eigene Betreuungsstätte für „Tagesgäste“ bereit, die sich – in Zusammenarbeit mit Angehörigen – auch erfolgreich darum bemüht, den Alterungsprozess durch regelmäßiges Gedächtnistraining zu verlangsamen.
Zunehmende Vergesslichkeit, verändertes Schlafverhalten, erhöhter Bewegungsdrang, ein ständiges Umräumen und Suchen: All das können Symptome einer Erkrankung sein, von der mittlerweile rund 130.000 Österreicherinnen und Österreicher betroffen sind – Demenz. Gerade diese Symptome aber werden oft lange Zeit übersehen, meint Claudia Paulus, Geschäftsführerin des Diakoniewerks Steiermark. Den Blick von Angehörigen zu schärfen und sich dementer Menschen anzunehmen, ist eine Aufgabe, dem sich eine Einrichtung des Diakoniewerks - das „Haus am Ruckerlberg“ in Graz – verschrieben hat. Dort hält meine eine eigene Betreuungsstätte für „Tagesgäste“ bereit, die sich – in Zusammenarbeit mit Angehörigen – auch erfolgreich darum bemüht, den Alterungsprozess durch regelmäßiges Gedächtnistraining zu verlangsamen.