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Thaya. Weberei in einem Angerdorf

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Katalogzettel

Titel Thaya. Weberei in einem Angerdorf
Spieldauer 00:13:00
Urheber/innen Waltner, Lisl [Wiss. Verfasser/in]
Hokr, Leopoldine [Wiss. Verfasser/in]
Mitwirkende Österreichisches Bundesinstitut für den Wissenschaftlichen Film [Produzent]
Datum 1992 [Produktionsdatum]
Ort Thaya [Ortsbezug]
Schlagworte Wissenschaft und Forschung ; Dokumentation ; Ethnologie ; Handwerk und Gewerbe ; Wissenschaftlicher Film ; Arbeitsbedingungen ; Unveröffentlichte Aufnahme
20. Jahrhundert - 90er Jahre
19. Jahrhundert
Neuzeit
Typ video
Format VKADB [Videokassette, DigiBeta]
Sprache Deutsch
Signatur Österreichische Mediathek, vx-02097_01_b01_k02, vx-02097_01_b01_k01, vx-02097_01_b01
Medienart avi-Videodatei
Bild: CC BY-SA 3.0 AT. Österreichische Mediathek 2017.

Bild: CC BY-SA 3.0 AT. Österreichische Mediathek 2017.

Information

Inhalt

In dem ethnografischen Film über die Textilgewerbelandschaft Oberes Waldviertel figuriert Thaya als Beispiel für ein im Spätmittelalter entstandenes Angerdorf und die dortige Entwicklung der Weberei. Während sich die Bauern der Region durch Flachsanbau und Schafwirtschaft selbst mit gewebten Stoffen versorgten, haben hier Dorfbewohner mit wenig Landbesitz die Weberei zum Gewerbe gemacht - mit einer Weberzunft ab 1666. 3 Auf Landschafts- und Siedlungsaufnahmen und die Erklärung der sozioökonomischen Struktur von Angerdörfern folgen Aufnahmen an einem Webstuhl im Heimatmuseum Thaya, wo die grundlegenden Arbeitsvorgänge und die konstitutiven Bestandteile eines einfachen frühneuzeitlichen Webstuhls im Betrieb gezeigt werden. Der Pfarrer von Thaya, Florian Schweizer, erzählt vom bäuerlichen Weben als Kind, wie die Weberei zum Erwerb der Kleinhäusler, zur Anschaffung des Brennholzes, beitrug; sowie vom geringen Einkommen der gewerblichen und bäuerlichen Weber.

Fleckerlteppiche und grobe Naturwollteppiche wurden in der Region - wenigstens noch 1992, als der Film gedreht wurde - auf rein handbetriebenen Webstühlen gewerblich produziert, wovon abermals der Einblick in eine Werkstatt sicht- und hörbares Zeugnis gibt.

Das volkstümliche Lied "Wo man [von] fern in Böhmen ein Gebirge sieht" - alternative Überlieferung: "Wo man drubn im Westen den Schönhengst sieht" - beruht auf einem Text von dem Webermeister und Dichter Hieronymus Brinke (1800-1880) aus Tanndorf (Jedlová v Orlických horách) im norwestböhmischen Adlergebirge, das bis 1945/46 vor allem deutsches Siedlungsgebiet war. Der in der alternativen Überlieferung genannte Schönhengster Rücken (Hřebečovský hřbet) ist Teil der Böhmisch-Mährischen Höhe, die geologisch und klimatisch das Waldviertel verlängert und daher dieselben landschaftlichen Voraussetzungen für die Weberei bietet, die tatsächlich auch in dieser Region (vor allem im Schönhengstgau) stark verbreitet war.

Es handelt sich um den ersten Teil der Produktion "Weberei in Niederösterreich - Textilgewerbelandschaft Oberes Waldviertel" [Link: https://www.mediathek.at/portaltreffer/atom/018AAC71-123-028EB-00000484-0189A3E5/pool/BWEB/], der in vier Teile gegliedert ist, wobei jeder Teil von einem oder mehreren Produktionsstandorten exemplifiziert wird:
1. Landweben - Thaya
2. Merkantilismus - Groß-Siegharts, Schwechat, Waidhofen an der Thaya
3. Industrialisierung - Engelbrechts, Kleedorf
4. Moderne, computer-integrierte Weberei (ohne eigenen Titel) - Hoheneich

Sammlungsgeschichte

Sammlung ÖWF

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