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Maulgab, Räuchern und Sampermilch zu Dreikönig in Waasen bei Oberndorf (1969)

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Katalogzettel

Titel Maulgab, Räuchern und Sampermilch zu Dreikönig in Waasen bei Oberndorf (1969)
Spieldauer 00:18:56
Urheber/innen Fielhauer, Helmut [Wiss. Verfasser/in]
Österreichisches Bundesinstitut für den wissenschaftlichen Film, ÖWF [Produzent]
SHB [Produzent]
Datum 1969 [Produktionsdatum]
1970 [Erscheinungsjahr]
Ort Waasen bei Oberndorf [Ortsbezug]
Schlagworte Kultur ; Wissenschaft und Forschung ; Ethnologie ; Feiertag ; Wissenschaftlicher Film ; Christentum ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme
20. Jahrhundert - 60er Jahre
Typ video
Format VKADB [Videokassette, DigiBeta]
Sprache Deutsch
Signatur Österreichische Mediathek, vx-02715_01_b01_k02, vx-02715_01_b01_k01, vx-02715_01_b01
Medienart avi-Videodatei
Bild: CC BY-SA 3.0 AT. Österreichische Mediathek 2017.

Bild: CC BY-SA 3.0 AT. Österreichische Mediathek 2017.

Information

Inhalt

Der ethnografische, in einem Einzelhof im niederösterreichischen Alpenvorland gedrehte Film widmet sich ausführlich einigen Abschnitten des Dreikönigsbrauchtum, wobei in dem Stummfilm die tragende symbolische Dimension im Hintergrund bleibt und der Fokus ganz auf der geübten physischen Verrichtung selbst liegt.

Der erste Abschnitt zeigt die "Maulgab", die reichen Segen in der Viehwirtschaft bringen soll. Zwischen Scheiben einer Futterrübe werden geweihte Kräuter eingelegt, das voll belegte Tablett wird nochmals mit Weihwasser besprengt, und dann werden die Scheiben einzeln den Pferden und Kühen ins Maul gereicht - wie in einer "Kommunion der Tiere".

Der zweite Abschnitt folgt einem Umgang durch den ganzen Hof, bei dem alle Räume einschließlich des Stalles mit Weihrauch (als Gefäß dient eine gewöhnliche metallene, mit Glut gefüllte Milchkanne) geräuchert werden. Der Bauer schwenkt das Räucherfass, die Bäuerin geht hinterher und sprengt Weihwasser, eine Tochter zeichnet auf alle Türen drei Kreidekreuze und an der Stubentür das "K + M + B" (Kaspar, Melchior, Baltasar) mit dem Jahr und ein Kreuz. Aus der Glut wird in der Stube eine Kerze entzündet und ein gemeinsames Gebet verrichtet. Zuletzt verstreut der Bauer die Glut am Feld, ein Stück abseits des Hofes

Der dritte Abschnitt ist der Sampermilch gewidmet. Semmelschnitten werden mit heißer Milch übergossen und von der Familie aus einer Schüssel gelöffelt, jedoch nicht vollständig. In den Rest stecken die Familienmitglieder vorsichtig ihre Löffel und so bleibt der Topf bis zum nächsten Morgen stehen. "Laut Überlieferung erscheinen gegen Mitternacht die Perchten mit den im Jahr ungetauften und verstorbenen Kindern. Diese essen von der Sampermilch und segnen im Gegenzug das Haus für das ganze Jahr. Am anderen Morgen ist wieder so viel Semmelmilch in der Schüssel wie Abends. Sollte ein Löffel aus dessen ursprünglicher Position gerückt sein, bedeutet dies für die Person Unglück im nächsten Jahr." (Zeitschrift Wissenschaftliche Filme; Teilverzeichnis Ethnologie, Europas; Jahr 1988; Seite 58) Dann werden Milch- und Semmelreste den Schweinen und Hühnern verfüttert.

Sammlungsgeschichte

Sammlung ÖWF

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