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Eröffnung eines neuen Walzwerkes bei Schoeller-Bleckmann in Mürzzuschlag (1953). Austria Wochenschau.

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Katalogzettel

Titel Eröffnung eines neuen Walzwerkes bei Schoeller-Bleckmann in Mürzzuschlag (1953). Austria Wochenschau.
Spieldauer 00:00:38
Datum 1953.02.07 [Sendedatum]
Ort Mürzzuschlag-Hönigsberg [Ortsbezug]
Schlagworte Politik ; Wirtschaft ; Festakte ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme
Örtliche Einordnung Bundesland / Steiermark
20. Jahrhundert - 50er Jahre
Typ video
Format VKAVHS [Videokassette, VHS]
Sprache Deutsch
Rechte Mit freundlicher Genehmigung: Filmarchiv Austria
Link Filmarchiv Austria
Signatur Österreichische Mediathek, 12-00122_b06_k02, 12-00122_b06_k01
Medienart MPG-Videodatei
Bild: CC BY-SA 3.0 AT. Österreichische Mediathek 2017.

Bild: CC BY-SA 3.0 AT. Österreichische Mediathek 2017.

Information

Inhalt

Das neue Edelstahlblech-Walzwerk wird durch den Bundesminister für Verkehr und verstaatlichte Betriebe, Karl Waldbrunner (1949-56 in dieser Funktion), dem Betrieb übergeben. Karl Waldbrunner hat nicht nur die neuen Werke 1953 eröffnet, er war bereits 1938-45, also in der gesamten NS-Zeit, als leitender Ingenieur in den Schoeller-Bleckmann-Werken (in Ternitz) tätig - nachdem er gerade aus der Sowjetunion zurückgekehrt war, wo er fünf Jahre lang eine leitende Tätigkeit bei Kraftwerksbauten inne hatte und wohin er 1946 als Gesandter und bevollmächtigter Minister kurzfristig zurückkehrte.

Die Werke gehen auf ein altes, in spätmittelalterlicher Tradition stehendes Hammerwerk in Mürzzuschlag zurück, das Johann Bleckmann 1862 kaufte. 1924 fusionierten die Werke mit den Ternitzer Schoeller Stahlwerken. 1933 übernahm Philipp Alois Schoeller das Unternehmer. Er war seit 1936 bekennender Nationalsozialist, hatte ab 1938 hohe Funktionen als Interessenvertreter der Industrie inne und machte die Schoeller-Bleckmann-Werke zu einem wichtigen Rüstungsbetrieb. Bemerkenswert, dass gerade hier der eingefleischte Sozialdemokrat und eben aus der Sowjetunion zurückgekehrte Waldbrunner, der von den Nationalsozialisten genau überwacht wurde, leitender Ingenieur war. Gegen Kriegsende wehrte er die von den Nationalsozialisten geplante "Lahmlegung" der Ternitzer Werke erfolgreich ab. Als politischer Funktionär der neuen SPÖ und wichtiger Mittelsmann gegenüber den sowjetischen Besatzern konnte er manche Demontage von Maschinen verhindern, nicht aber die der Schoeller-Bleckmann-Werke. Deren Reste wurden verstaatlicht und erwirtschafteten in den Folgejahren einen solchen Gewinn, dass das neue, 1953 eröffnete Werk zu zwei Drittel aus eigenen Erträgen finanziert werden konnte und damit die Produktion verdreifachte (so der Wochenschau-Bericht). Das Konzept der Verstaatlichung der Schlüsselindustrie, für die sich der damalige Minister Waldbrunner schon seit 1945 eingesetzt hatte - ging in diesen Jahren des Wiederaufbaues voll auf.

1975 wurde Schoeller-Bleckmann zu einer Tochter der VOEST und ab 1988 aufgespalten und privatisiert. In Mürzzuschlag blieben unter anderem die Böhler Bleche, seit 2007 wiederum in die voestalpine integriert.

Sammlungsgeschichte

Archivbestand Österreichische Mediathek ohne weitere Sammlungszuordnung

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