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Wien, sterbende Märchenstadt (1922)

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Titel Wien, sterbende Märchenstadt (1922)
Spieldauer 00:31:58
Urheber/innen Leopoldi, Hermann [Komponist/in] [GND]
Löhner-Beda, Fritz [Text] [GND]
Mitwirkende Willenz, Max [Gesang] [GND ]
Odeon [Label]
Datum 1922 [Aufnahmedatum]
Ort Wien
Schlagworte Unterhaltung ; Musik ; U-Musik ; Volksmusik - Wiener Lied ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme
Örtliche Einordnung Bundesland / Wien
20. Jahrhundert - 20er Jahre
Typ video
Format DFFLV [Dateiformat: FLV]
Nummern 312492 [Bestellnummer]
XBE 3511 [Matrizennummer]
Sprache Deutsch
Signatur Österreichische Mediathek, e07-01755_k02
Medienart FLV-Videodatei

Information

Inhalt

Tondokument mit Untertitel#‍13#‍13 Nach einem Text von Fritz Löhner Beda komponierte Hermann Leopoldi 1922 das getragene Walzerlied „Wien, sterbende Märchenstadt“: ein rückwärtsgewandtes Bild der ehemaligen Reichshaupt- und Residenzstadt der Monarchie, die nur noch in der Kultur fortbesteht, deren wirtschaftlicher Lebensnerv aber abgetrennt ist – das Wien Beethovens und Johann Strauss', das Wien der Biedermeierhöfe. Das Heute taucht nur im Bild des Mangels und der Spekulation auf – sowie im musikalischen Gegenbild der neuen Schlagerhythmen: „Doch nagt das Heut', wo man für's Morgen borge, um's gold'ne Kalb tanzt man im fremden Takt.“ Das Lied steht am Ende der großen Anfangsschwierigkeiten der Republik, in denen noch unmittelbar der Krieg und der Zerfall der Monarchie nachwirkten. Es versinnbildlicht als Erfahrung des Verlustes und der Entbehrung und nur in Hinblick auf die Hauptstadt jene Negativität, die später hinsichtlich des Staates politisch verallgemeinert und zeitlich auf die Existenz der gesamten Ersten Republik ausgedehnt wurde: im Nationalsozialismus auf den „Staat wider Willen“ (Reinhold Lorenz, 1940) und – davon abgeleitet – auf die gescheiterte Erste Republik als Gegenbild zur Zweiten auf den „Staat, den keiner wollte“ (Hellmut Andics, 1962).

Sammlungsgeschichte

Schellacksammlung Teuchtler

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