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Das Fehlurteil

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In einem fiktiven Prozess lässt der Autor gegen Geschworene verhandeln, die ein juristisch eindeutiges Fehlurteil gefällt haben. War es politische oder menschliche Sympathie mit den Angeklagten, Unsicherheit, mangelnde Rechtskenntnis, fehlendes Unrechtsbewußtsein? War es eine Demonstration gegen das geschriebene Recht?
Wenn Kriegsverbrechen angeklagt, Kriegsverbrecher verurteilt werden – darum geht es hier – geschieht das bekanntlich nicht immer in Übereinstimmung mit dem Rechtsempfinden der Bevölkerung. Nicht nur ideologische Verfestigungen und Vorurteile, auch zu viel selbst erfahrenes Leid können einer objektiven Beurteilung des Unrechts, das anderen zugefügt wurde, im Weg stehen.
Der Autor malt nicht schwarzweiß. Seine allzu milden Geschworenen sind keineswegs lauter Gesinnungstäter. Sie schlagen sich mit Problemen der Verhältnismäßigkeit, mit Schuld und Sühne, mit Aussöhnung und Vergebung herum und sind schuldig geworden, weil es vor Gericht nur um den Buchstaben des Gesetzes gehen darf.
Das 1966 entstandene Stück hat durch ein neues Geschichtsbewusstsein hierzulande und neue kriegerische Auseinandersetzungen in Europa heute eine überraschende Aktualität.

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