zurück

Globalisierung und Gewalt. Perspektiven nach dem 11. September

Mediathek

Dieses Medium ist nur vor Ort im Publikumsbetrieb der Österreichischen Mediathek verfügbar.

Katalogzettel

Titel Globalisierung und Gewalt. Perspektiven nach dem 11. September
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Philipp, Claus [Moderation]
Baratta, Karl [Gestaltung] [GND ]
Žižek, Slavoj [Vortragende/r] [GND ]
Volkstheater Wien [Veranstalter]
Der Standard [Veranstalter]
Datum 2002.03.10 [Aufnahmedatum]
Ort Wien, Volkstheater [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Vortrag ; Kulturveranstaltung ; Unveröffentlichte Aufnahme
Typ video
Format VKAVHS [Videokassette, VHS]
DVD [DVD]
Sprache Deutsch
Signatur V-28719, 12-13398

Information

Inhalt

[https://emmywerner.at/volkstheater/daten/eingang/index.html] Der erste von drei Vorträgen mit anschließendem Gespräch über Globalisierung und Gewalt nach dem 11. September: Ein immenser Erklärungsbedarf tut sich auf – unzählige Kommentare, Analysen, Erlebnisberichte im internationalen Feuilleton belegen dies: Eine, so Jean Baudrillard kürzlich in der Zeitschrift ,Lettre’, „gigantische Abreaktion auf das Ereignis selbst und die Faszination, die es ausübt“. Dagegen hält der Philosoph die Chance der Verlangsamung: „Das ganze Spiel der Geschichte und der Macht ist über den Haufen geworfen, doch auch die Bedingungen der Analyse. Wir müssen uns Zeit nehmen. Denn solange die Ereignisse stagnieren, musste man antizipieren und schneller sein als sie. Wenn sie aber derart beschleunigen, muss man langsamer sein.“
„Die absolute amerikanische Paranoia bestünde darin, dass einem Menschen, der in einer idyllischen kalifornischen Kleinstadt, einem Konsumparadies, lebt, allmählich schwant, dass die Welt, in der er lebt, nur Schwindel ist, ein Spektakel, das ihn überzeugen soll, er lebe in einer realen Welt, während alle um ihn herum tatsächlich Schauspieler und Statisten in einer gigantischen Show sind. Es ist also nicht nur so, dass Hollywood den Anschein eines realen Lebens inszeniert, das des Gewichts und der Trägheit der Körper beraubt ist – in der spätkapitalistischen Konsumgesellschaft nimmt das „reale soziale Leben“ selbst Züge eines inszenierten Schwindels an, indem sich unsere realen Nachbarn wie Schauspieler und Statisten verhalten.“
„Wenn wir hören, die Anschläge seien ein völlig unerwarteter Schock gewesen, sollten wir uns an die andere kennzeichnende Katastrophe vom Beginn des 20. Jahrhunderts erinnern, die der Titanic: Auch sie war ein Schock, doch der Raum dafür war schon in ideologischen Fantasievorstellungen vorbereitet, da die Titanic das Symbol der Macht der industriellen Zivilisation des 19. Jahrhunderts war. Gilt dasselbe nicht auch für diese Anschläge? Nicht nur bombardierten uns die Medien unablässig mit ihren Warnungen von der terroristischen Bedrohung; diese Bedrohung war auch offenkundig libidinös besetzt – man erinnere sich nur an die einschlägigen Filme von Escape From New York bis Independence Day. Darin liegt der Grund für die häufig betonte Assoziation dieser Angriffe mit den Katastrophenfilmen Hollywoods: das Undenkbare, das geschah, war schon Gegenstand der Fantasie, sodass Amerika in gewisser Weise dem begegnete, worüber es fantasierte, und das war die größte Überraschung.“

Download


Metadaten
Mediathek Logo