Der Tribun
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Katalogzettel
| Titel | Der Tribun |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Kagel, Mauricio [Verfasser/in und Vortragende/r]
[GND
]
WDR [Produzent] |
| Datum |
1979 [Produktionsdatum] 1979.11.19 [Erst-Sendedatum] |
| Schlagworte | Literatur ; Hörspiel ; Radiosendung-Mitschnitt |
| Typ | audio |
| Format |
TSV18sp95 [Tonband auf Spule, Vollspur (18 cm); SP, 9,5 cm/s] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-20925 |
Information
Inhalt
In diesem Hörspiel wird - durch Analyse - eine Synthese der politischen Rede dargestellt.
Der Tribun schildert eine zeitlose Situation: Vom Balkon seiner Residenz übt der erste Mann im Staat eine jener endlos dahinfließenden Reden, die er häufig der versammelten Bevölkerung vorzutragen pflegt. Es ist Nacht. Die Zugänge zum Hauptplatz sind gesperrt; vereinzelte Fahrzeuge sind von weitem hörbar. Zur optimalen Ermunterung des Politikers werden trotzdem die Reaktionen der nicht vorhandenen, jedoch weich dressierten Zuhörer vom Tonband über Lautsprecher eingespielt. Es handelt sich hier meist um zwei stereotype Äusserungen: "Ja" oder "Nein". Andere Worte, die zum Standardvokabular von Massenveranstaltungen gehören, werden ebenfalls mechanisch wiederholt. Auch der heftige Applaus wird eingespielt.In einer Ecke des Platzes steht die beste Militärkapelle des Landes parat. Die Musiker jedoch dürfen ihre Instrumente nicht bedienen: Über Lautsprecher werden die Märsche eingespielt, die bei Bedarf gestoppt werden, um dann an den gewünschten Stellen wieder zu starten. So beschreibt Mauricio Kagel das "fast filmische Szenario" seines Werks. Die Jury des Hörspielpreises der Kriegsblinden würdigte neben der exzellenten Darstellung Mauricio Kagels in der Rolle des Tribun die "genaue treffende und doch absurde Suada, die mit all ihrem Widersinn die Erlösungspose eines Volksverführers decouvriert".
Der Tribun schildert eine zeitlose Situation: Vom Balkon seiner Residenz übt der erste Mann im Staat eine jener endlos dahinfließenden Reden, die er häufig der versammelten Bevölkerung vorzutragen pflegt. Es ist Nacht. Die Zugänge zum Hauptplatz sind gesperrt; vereinzelte Fahrzeuge sind von weitem hörbar. Zur optimalen Ermunterung des Politikers werden trotzdem die Reaktionen der nicht vorhandenen, jedoch weich dressierten Zuhörer vom Tonband über Lautsprecher eingespielt. Es handelt sich hier meist um zwei stereotype Äusserungen: "Ja" oder "Nein". Andere Worte, die zum Standardvokabular von Massenveranstaltungen gehören, werden ebenfalls mechanisch wiederholt. Auch der heftige Applaus wird eingespielt.In einer Ecke des Platzes steht die beste Militärkapelle des Landes parat. Die Musiker jedoch dürfen ihre Instrumente nicht bedienen: Über Lautsprecher werden die Märsche eingespielt, die bei Bedarf gestoppt werden, um dann an den gewünschten Stellen wieder zu starten. So beschreibt Mauricio Kagel das "fast filmische Szenario" seines Werks. Die Jury des Hörspielpreises der Kriegsblinden würdigte neben der exzellenten Darstellung Mauricio Kagels in der Rolle des Tribun die "genaue treffende und doch absurde Suada, die mit all ihrem Widersinn die Erlösungspose eines Volksverführers decouvriert".