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Nach einer Lektüre von Orwell

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Katalogzettel

Titel Nach einer Lektüre von Orwell
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Kagel, Mauricio [Regie] [GND ]
Hufschmidt, Dieter [Darsteller/in] [GND ]
Rode, Christian [Darsteller/in] [GND ]
Bergen, Ingrid van [Darsteller/in] [GND ]
Singer, Theresia [Darsteller/in] [GND ]
Kurth, Annette [Mitarbeiter/in] [GND ]
Schöning, Klaus [Interviewer/in] [GND ]
Radio Bremen [Produzent]
WDR [Produzent]
Datum 1984 [Produktionsdatum]
1984.05.01 [Erst-Sendedatum]
1984.12.28 [Erst-Sendedatum]
Schlagworte Literatur ; Hörspiel ; Interview ; Radiosendung-Mitschnitt
Typ audio
Format TSV18sp95 [Tonband auf Spule, Vollspur (18 cm); SP, 9,5 cm/s]
Sprache Deutsch
Signatur 10-21129

Information

Inhalt

"Ausgangspunkt dieses musikalischen Hörspiels ist der Roman von George Orwell "1984". Der Titel meines Stückes widerspiegelt den kompositorischen Prozeß dieser Art: alle akustischen Ereignisse, die in Orwells Buch erwähnt werden, finden in der musikalischen Komposition ihre Entsprechung. Es entsteht ein eigenartiges Gerüst, das am ehesten mit dem Soundtrack eines Filmes zu vergleichen wäre: Musik, Sprache und Geräusche ergeben drei voneinander abhängige, semantisch bedeutungsvolle Schichten. Allerdings wird die Dimension Sprache nicht aus OrweIl übernommen, sondern neu erfunden als Konsequenz der Orwellschen Gedanken, daß die Sprache jenes Staates, wo "1984" stattfindet, bereits eine besondere technologische Verkrüppelung erreicht hat. Orwell selbst führt als Beispiel besondere Begriffe vor, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines Romans wesentlicher Teil seiner soziopolitischen Science Fiction waren. Für die weitere Entwicklung dieser Sprache, die hauptsächlich aus agglutinierenden Einzelworten bestehen wird, möchte ich den Begriff "Germanische Metasprache" vorschlagen (z.B. aus den bei den Worten "Zusammenhang" und "sichergestellt" wird so dann der Begriff "Sicherhang" gebildet, oder aus "Einigung" und "Klarheit" der Terminus "Einheit"). Einen eindrucksvollen Höhepunkt von "1984" bildet die tägliche Indoktrination der Angestellten im Wahrheitsministerium. Die Hall-Sendungen sind mit geistigen Leibesübungen zu vergleichen, insbesondere solchen, die darauf zielen, ideologische Festigkeit durch Insistenz frisch zu halten."
Anschließend Klaus Schöning im Gespräch mit Mauricio Kagel zu "Nach einer Lektüre von Orwell".

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