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1918 – Depression und Jubel

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Menschen & Mächte

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Titel 1918 – Depression und Jubel
Titelzusatz Die Geburt der Republik
Urheber/innen und Mitwirkende Gokl, Robert [Gestaltung] [GND ]
Euba, Matthias [Sprecher/in]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2018.11.11 [Sendedatum]
Schlagworte Politik Österreich ; Erste Republik ; Erster Weltkrieg ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-16391
Gesamtwerk/Reihe Menschen & Mächte

Information

Inhalt

„Mein Leben lang hätte ich nicht glaubt, dass ich hundert Jahre alt werde!“ – 1918 wurde Leopold Heissenberger auf einem niederösterreichischen Bauernhof geboren. 1918: das war auch das „Geburtsjahr“ der Republik Österreich, besser gesagt der „Republik Deutsch-Österreich“, an deren langes Leben angesichts der Nachkriegsnot nicht Viele glauben. Die alte Habsburgermonarchie war zerfallen, an ihre Stelle treten eine Reihe neuer Staaten.

Robert Gokl sprach mit hundertjährigen Zeitzeugen in Österreich, Tschechien, Ungarn, Kroatien und Italien über ihre Kindheit und Jugend und die politischen wie privaten Zukunftshoffnungen nach 1918. Menschen & Mächte zeigt in einem vielschichtigen und analytischen Epochen-Portrait, wie der Neubeginn nach dem 1. Weltkrieg schließlich in neue Krisen, Bürgerkriege und einen zweiten Weltkrieg führte. In den Archiven der Nachfolgestaaten der Monarchie fand der Gestalter bisher unbekanntes Filmmaterial.

Es ist eine harte Kindheit, in den Hungerjahren nach dem Krieg. Leopold Heissenberger: „Die Hauptnahrung war Brot, Wasser, wie ich noch jung war.“ Die neuen Grenzen nach dem Krieg schaffen neue Probleme. Dorothea Simon hat die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft, weil ihr Vater aus Prag stammt. Aber er ist mit einer Wienerin verheiratet: „Ich bin in Wien aufgewachsen und hab nicht Tschechisch können. Wir waren eine assimilierte jüdische Familie.“ Kinderarbeit ist für viele alltäglich, vor allem in der Landwirtschaft.

„Wir haben schon als Kinder arbeiten müssen. Der Vater hat sich so die Knechte gespart!“ erzählt Sepp Fritzenwanker von der Kindheit auf einem Bergbauernhof im Pinzgau. Maria Hass, Tochter des Kutschers auf Schloss Stetteldorf am Wagram ging es ähnlich. Dennoch ist sie überzeugt: „Ich möchte meine Kindheit nie missen! Es war eine schöne Zeit!“

Auch in den anderen Nachfolgestaaten der Monarchie wird der Jubel über die Selbstständigkeit bald vom Alltag der Nachkriegsprobleme verdrängt. Gräfin Krisztina Zichy muss mit ihrer Familie verkleidet als Bauern aus Ungarn fliehen, weil ihr Vater Minister unter Kaiser Franz Joseph war: „In Wien waren wir dann in Sicherheit!“

Jelka Zubovic erzählt von einer harten Kindheit auf einem Bauernhof in Slawonien: „Ich bin nur zwei Jahre in die Schule gegangen, dann musste ich aufs Feld arbeiten gehen!“ Bohumil Puffer wächst bei Budweis auf und hilft nach der Schule im Gasthaus seiner Großeltern aus. Mario Reiter erlebt in Triest die Spannungen zwischen Slowenen und Italienern, als Enkel eines Wieners, der nach Triest gewandert war, um im Arsenal von Triest zu arbeiten. Hier erlebt Mario Reiter den Aufstieg Mussolinis und wird Mitglied in der Jugendorganisation der faschistischen „Schwarzhemden“.

Kindheit und Jugend in den Jahren der Wirtschaftskrise, des Bürgerkriegs und der Diktatur. Nationalsozialismus und ein neuer Weltkrieg verwüsten Mitteleuropa, viele aus dem Jahrgang 1918 werden dabei ihr Leben verlieren. Wer überlebt, kämpft lange mit den Folgen: Leopold Heissenberger etwa kehrt kriegsversehrt, ohne Unterarm auf seinen Bauernhof zurück.

Bohumil Puffer kehrt nach Jahren der Zwangsarbeit in Oberösterreich nach Budweis zurück, um seine Ausbildung fortzusetzen. Maria Hass heiratet in der DDR einen Wehrmachtssoldaten, den sie 1941 in Niederösterreich kennenlernte und der als Invalider den Krieg überlebte. Dorothea Simon kehrt nach langen Jahren der Flucht und des Exils in Prag, in London und in den USA nach Österreich zurück, das jedoch nur ungern: „Nach dem, was geschehen ist, fühle ich mich heute in London mehr zu Hause als in Wien.“

Die Generation 1918 setzt nach 1945 fort, was nach dem Ersten Weltkrieg mit großen Hoffnungen und Zukunftserwartungen begonnen hatte, im Zweiten Weltkrieg jedoch wieder zerstört worden war. Leopold Heissenberger: „Ich hoffe, dass es weiter gut läuft. Und dass nicht wieder alles zerbricht. Das wünsch ich mir!

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