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Die Wahrheit über Bio - Bio zwischen Wahn und Sinn

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Katalogzettel

Titel Die Wahrheit über Bio - Bio zwischen Wahn und Sinn
Titelzusatz Themenmontag
Urheber/innen und Mitwirkende Winkler, Wolfgang [Gestaltung]
Kloc-Radakovits, Andrea [Sprecher/in]
ORF 3 [Sendeanstalt]
Datum 2020.03.09 [Sendedatum]
2019 [Jahr des Copyright]
Schlagworte Wirtschaft ; Ernährung ; Dokumentation ; Nahrung ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-17595

Information

Inhalt

Der ORF-III-Themenmontag macht eine Bestandsaufnahme über Bio-Produkte und -Standards in Österreich mit dem Ergebnis, dass Bio vor allem eine Frage des Grenzwertes ist. Biolandbau ist vor allem für den schonenden Umgang mit der Natur als Ressource existenziell.

Die Wahrheit über Bio
Wer auf sich und seine Gesundheit etwas hält, kauft Bio. Das möchte uns der Handel suggerieren. Den Preisaufschlag für Bio rechtfertigen die Märkte mit gesünderer und natürlicherer Nahrung. Fragt man die Konsumentinnen und Konsumenten, gewinnt man den Eindruck, dass unter dem Label Bio viel mehr verstanden wird als es eigentlich gewährleistet. Denn weder sind wir bei Bio vor allen Schadstoffen geschützt, noch garantiert dieses Etikett hochstehende Produktionsmethoden und sinnvolle Transportwege. Der größte Bio-Lieferant ist China, ein Faktum, das an sich schon manche vermeintlichen Standards relativiert.

Bio zwischen Wahn und Sinn
Die Ansprüche an Bio sind groß. Nach zahlreichen Lebensmittelskandalen hoffen Konsumentinnen und Konsumenten, unter dem Label Bio eine sichere Zuflucht vor den Übeln der industriellen Landwirtschaft zu finden. Doch: Schadstofffreie Lebensmittel gibt es generell nicht, es ist nur eine Frage des Grenzwertes.

Wissenschafter auf der ganzen Welt suchen seit Jahren nach verlässlichen Tests, um ökologische und konventionell hergestellte Lebensmittel sicher zu unterscheiden. Kein leichtes Vorhaben: fast jedes Nahrungsmittel benötigt ein spezielles Testverfahren, weil sich die Unterschiede zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft unterschiedlich bemerkbar machen. Lediglich den Pestizid-Rest im Lebensmittel messen genügt nicht, denn selbst biologisch angebaute Lebensmittel können Pestizide enthalten.

Untersuchungen zu den Ausbreitungen zweier Unkrautvernichtungsmittel haben ergeben, dass der Wind sie kilometerweit befördert. Dies droht zum Desaster für die Ökobauern zu werden. Denn die Verbraucherschützer der EU wollen die Grenzwerte für Pestizide in Biowaren gegen Null setzen. Was auf den ersten Blick als sinnvoller Verbraucherschutz erscheint, könnte dazu führen, dass viele Biobauern für die im konventionellen Landbau eingesetzten Chemikalien haftbar gemacht werden. Das wäre das Aus für die Bio-Landwirtschaft.

Der eigentliche Vorteil des Bioanbaus liegt weniger im gesünderen Produkt sondern vielmehr im schonenden Umgang mit der Ressource Natur. Die Umweltschäden durch den konventionellen Anbau sind gravierend: Pestizide, die als endokrin aktive Substanzen mit immer mehr Krankheiten in Verbindung gebracht werden (Alzheimer, Brustkrebs, Diabetes, Parkinson, etc.) und auch Bienen- und Hummelvölker bedrohen; Antibiotika aus der Massentierhaltung, die inzwischen nicht nur im Fleisch sondern auch im Grundwasser nachzuweisen sind; Düngemittel, die der Regen in Flüsse, Seen und die Meere spült und in deren Folge dort Arten sterben und Trinkwasser ungenießbar wird; und eine rein auf Ertrag ausgerichtete Tierhaltung, die keineswegs artgerecht ist.

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