zurück

Navigation

Suchen

Die bauliche Maßnahme

Mediathek

Dieses Medium ist nur vor Ort im Publikumsbetrieb der Österreichischen Mediathek verfügbar.

Katalogzettel

Titel Die bauliche Maßnahme
Titelzusatz dokFilm
Urheber/innen und Mitwirkende Geyrhalter, Nikolaus [Regie] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2020.05.03 [Sendedatum]
2020 [Jahr des Copyright]
Schlagworte Politik Österreich ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-19620

Information

Inhalt

Die österreichische Bundesregierung befürchtet im Jahr 2016 einen Ansturm von syrischen Kriegsflüchtlingen aus Italien und kündigt daher am Brennerpass "eine bauliche Maßnahme" an. Ein Grenzzaun soll errichtet werden. Doch in einem "Europa ohne Grenzen" ist solch ein Projekt umstritten.

Hinzu kommt noch, dass die Grenze am Brenner, Südtirol auf der italienischen Seite und das österreichische Bundesland Tirol im Norden trennt. Sie verweist damit auf eine historische Trennung, die etwa in der Geschichte Südtirols immer wieder zu separatistischen Bewegungen geführt hat.

Regisseur Nikolaus Geyrhalter, der es gut versteht sich auf die Eigenheiten spezieller Orte einzulassen, hat sich diese ganz spezielle Region als filmische Rahmenhandlung ausgesucht.

Am Brennerpass besuchte er eine Mautstelle in der eine junge Kassiererin, die gleichzeitig zu ihrem monotonen Job ihre Theorien zu den wahren Hintergründen der Fluchtbewegung der letzten Jahre erläutert. Oder zwei Jäger, die in den Bergen am Brenner unterwegs sind, die Durchlässigkeit der Grenzanlagen zeigen, und dabei erzählen, was sie unter dem Begriff Heimat verstehen. Immer wieder stößt der Film dabei auf Menschen und Konstellationen, die so absurd sind, dass man sie für fiktiv hält.

Da hält ein Bauer mitten im Kuhstall ein flammendes Plädoyer für ein friedliches Miteinander und ein Tischler erweist sich inmitten seiner Werkstatt als Apologet einer Kultur des Teilens.

Den Schlusspunkt aber bildet eine Szene, mit der die Grenzbegehung endet: Drei Polizisten öffnen einen Metallcontainer, in dem Rollen mit Maschendraht fein säuberlich eingelagert sind. Sie tun es gerade so, als wüssten sie bereits, dass diese "bauliche Maßnahme", um die sich der Film dreht, niemals entstehen wird.

Nikolaus Geyrhalter schafft mit diesem ungewöhnlichen Dokumentarfilm eine unaufgeregte Analyse der sogenannten „Flüchtlingskrise“ am Fallbeispiel der italienisch-österreichischen Grenze am Brenner.

Dieser Film wurde im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens vom ORF mitfinanziert.

Download


Metadaten
Mediathek Logo