Waldheims Walzer
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Katalogzettel
| Titel | Waldheims Walzer |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Beckermann, Ruth [Regie]
[GND
]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2020.05.17 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Politik Österreich ; Dokumentation ; Wahlen ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-19705 |
Information
Inhalt
Am Stephansplatz gehen die Emotionen hoch. Menschen sind herbeigeeilt, um an der Abschlussveranstaltung des Bundespräsidentenwahlkampfs im Mai 1986 teilzunehmen. Der Kandidat: Kurt Walheim. Die einen wollen ihm zujubeln, die anderen gegen ihn und seine Rolle im Nationalsozialismus demonstrieren. Grüppchenweise argumentieren Passanten miteinander, gestikulieren, beschimpfen einander, werden aggressiv. Die Polizei schreitet ein.
Vielen JournalistInnen und dem Jüdischen Weltkongress waren die mysteriösen Lücken in der Kriegsbiografie des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim aufgefallen. Doch der kann sich nicht erinnern. Alle folgenden Versuche, die Wahrheit aufzudecken, beziehungsweise sie zu vertuschen oder einfach zu beschwichtigen, reißen tiefe Gräben in das Land, spalten die Gesellschaft bis hinein in Familien.
Die Filmemacherin Ruth Beckermann mischt sich unter das Volk, mit einer der ersten Videokameras in Händen und einem über die Schulter gehängten Recorder.
Sie dokumentiert die letzten fünf Wochen vor der Wahl – fünf Wochen, die das Land veränderten.
Dreißig Jahre später gräbt sie dieses Material aus, recherchiert, fügt Archivmaterial hinzu. Das Ergebnis: Die Genese des Niedergangs einer Lebenslüge: Österreich sei das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen.
Ruth Beckermann will Kurt Waldheim in ihrem Dokumentarfilm nicht Schuld oder Unschuld nachweisen – in eineinhalb Stunden, in denen sich das Publikum abwechselnd fremdschämen, den Kopf schütteln, oder im Hals steckengebliebene Lacher hinunterwürgen muss, entzaubert sich Waldheim selbst. "….der Mann, dem die Welt vertraut", wie trotzig auf den Wahlplakaten steht, ist für die einen eine Schande und für die anderen ein Opfer geworden. Die Mechanismen, die den Hass schüren und Hetzer mobilisieren werden spürbar, sie funktionieren – damals, wie heute.
Waldheim wurde gewählt.
Ein Film über Lüge und Wahrheit. Über "alternative Fakten". Über individuelles und kollektives Erinnern.
In Zusammenarbeit mit dem ORF aus Mitteln des Film/Fernseh-Abkommens hergestellt.
Vielen JournalistInnen und dem Jüdischen Weltkongress waren die mysteriösen Lücken in der Kriegsbiografie des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim aufgefallen. Doch der kann sich nicht erinnern. Alle folgenden Versuche, die Wahrheit aufzudecken, beziehungsweise sie zu vertuschen oder einfach zu beschwichtigen, reißen tiefe Gräben in das Land, spalten die Gesellschaft bis hinein in Familien.
Die Filmemacherin Ruth Beckermann mischt sich unter das Volk, mit einer der ersten Videokameras in Händen und einem über die Schulter gehängten Recorder.
Sie dokumentiert die letzten fünf Wochen vor der Wahl – fünf Wochen, die das Land veränderten.
Dreißig Jahre später gräbt sie dieses Material aus, recherchiert, fügt Archivmaterial hinzu. Das Ergebnis: Die Genese des Niedergangs einer Lebenslüge: Österreich sei das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen.
Ruth Beckermann will Kurt Waldheim in ihrem Dokumentarfilm nicht Schuld oder Unschuld nachweisen – in eineinhalb Stunden, in denen sich das Publikum abwechselnd fremdschämen, den Kopf schütteln, oder im Hals steckengebliebene Lacher hinunterwürgen muss, entzaubert sich Waldheim selbst. "….der Mann, dem die Welt vertraut", wie trotzig auf den Wahlplakaten steht, ist für die einen eine Schande und für die anderen ein Opfer geworden. Die Mechanismen, die den Hass schüren und Hetzer mobilisieren werden spürbar, sie funktionieren – damals, wie heute.
Waldheim wurde gewählt.
Ein Film über Lüge und Wahrheit. Über "alternative Fakten". Über individuelles und kollektives Erinnern.
In Zusammenarbeit mit dem ORF aus Mitteln des Film/Fernseh-Abkommens hergestellt.