Hörspiel Nr. 1
Dieses Medium ist nur vor Ort im Publikumsbetrieb der Österreichischen Mediathek verfügbar.
Katalogzettel
| Titel | Hörspiel Nr. 1 |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Handke, Peter [Text]
[GND
]
Cramer, Heinz von [Regie] Kutschera, Franz [Darsteller/in] [GND ] Striebeck, Peter [Darsteller/in] [GND ] Trowe, Gisela [Darsteller/in] [GND ] Schmidt, Rudi [Darsteller/in] Schmidt, Heiner [Darsteller/in] [GND ] Peters, Ingeorg [Darsteller/in] [GND ] Neutze, Horst Michael [Darsteller/in] [GND ] WDR [Produzent] |
| Datum |
1968 [Produktionsdatum] 1968.10.23 [Erst-Sendedatum] |
| Schlagworte | Literatur ; Hörspiel ; Radiosendung-Mitschnitt |
| Typ | audio |
| Format |
TSV18sp95 [Tonband auf Spule, Vollspur (18 cm); SP, 9,5 cm/s] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-21457 |
Information
Inhalt
»Man warf mir den Mantel über den Kopf und band ihn am Hals mit einer Schnur zusammen... Zuerst habe ich die Finsternis im Zimmer für die Nacht gehalten... Wenn man mich getreten hat, habe ich versucht, die Marke an der Schuhsohle zu lesen.« Das ist die äußere Situation in Peter Handkes erstem Hörspiel »Hörspiel«: ein Mann ist überwältigt worden, die Gewalttäter unterwerfen ihn einem brutalen Verhör, bei dem Sprache selber in Folterung umschlägt. Der Autor schrieb damit sein erstes Werk für den Rundfunk. Ausgehend von einer Passage seines Romans »Der Hausierer« setzt Handke darin die schon in »Kaspar« demonstrierte »Sprechfolterung« konsequent fort. Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für das Hörspiel formuliert er Scheindialoge, die zu keiner Verständigung führen. Wie alle seine frühen dramatischen Arbeiten ist auch »Hörspiel« ein Lehrstück von der Sprache: 'Hörspiel' ist ein Frage-Antwort-Spiel über einen Frage-Antwort-Vorgang, der ernsthaft bei einem Gefragten Antworten erreichen will, und zwar mit allen rhetorischen Mitteln: Schmeichelei, List, Erpressung, Gewalttätigkeit - der Frage-Antwort-Vorgang, über den ein Frage-Antwort-Spiel Auskunft geben soll, stellt sich als ein scharfes Verhör heraus, bei dem die Verhörenden die Macht zum Fragen haben. Schließlich stellt sich sogar heraus, daß auch das Frage-Antwort-Spiel über das Verhör zum Verhör selbst gehört.