Lust auf's Leben - Kultur aus allen Richtungen [2017.03.12]
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Katalogzettel
| Titel | Lust auf's Leben - Kultur aus allen Richtungen [2017.03.12] |
| Titelzusatz |
Aufweckbläser aus dem Balkan |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
ORF Radio Oberösterreich [Sendeanstalt]
|
| Datum |
2017.03.12 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Musik ; U-Musik ; Kultur ; Volksmusik - Volkstümliche Musik international ; Radiosendung-Mitschnitt |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP2 [Dateiformat: MP2] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E53-02105 |
Information
Inhalt
[Sendungsinformation]
Blasmusik steht im Mittelpunkt der Sendung „Lust aufs Leben“ am Sonntag. Der Balkan Brass, der im 19. Jahrhundert in Serbien entstand, hat sich über des Landesgrenzen hinaus als Tanzmusik etabliert und die globale Musikszene inspiriert.
Noch bis vor mehr als 150 Jahren zählte fast die gesamte Balkanhalbinsel zum Osmanischen Reich. Die türkische Vorherrschaft zeigte sich – im Gegensatz zu heute – tolerant. Sie duldete den kulturellen Austausch und förderte die Vermischung ethnischer Gruppen. Die Regierung garantierte uneingeschränkte Reisefreiheit und achtete darauf, dass in den Verwaltungsbezirken Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammengefasst wurden. Diese orientalische Spielart des „Teilens und Herrschens“ führte dazu, dass in allen Teilen des Reiches jahrhundertelang vielfältige musikalische Einflüsse nebeneinander wirken konnten.
Ein dabei herausragender Stil ist der Balkan Brass, eine Form der Blasmusik, die im 19. Jahrhundert in Serbien entstand und dort hohe Popularität genießt. Das tut sie übrigens auch in Bosnien und Herzegowina, in Montenegro und Mazedonien, in Rumänien, Moldawien und Bulgarien. In den späten 1990er-Jahren wurde die Brass-Musik auch außerhalb ihrer Heimatländer entdeckt und inspirierte die globale Musikszene. Jeder vernünftige Veranstalter hatte regelmäßige Balkanpartys im Programm, die tolle Stimmung und gute Einnahmen brachten.
Energie und ausgelassene Lebensfreude
Die Blaskapellen vom Balkan stehen in den Augen vieler Menschen stellvertretend für die Musik aus diesen Ländern einer sehr bewegten Region. Sie steht für Energie und ausgelassene Lebensfreude und zuweilen sogar für eine gewisse Aggressivität. Obwohl Balkanmusik nicht zwangsläufig Blasmusik sein muss, hat sich im Westen allerdings das Klischee der Brass Musik für den Balkan durchgesetzt.
Als Goran Bregovic, ein bosnischer Musiker und Komponist, Ende der 1980er-Jahre als junger Rockstar mit der Filmmusik zum dritten Film Emir Kusturicas, „Zeit der Zigeuner“, beauftragt wurde, griff er spontan zur Einspielung seiner Kompositionen auf ein traditionsreiches Orchester mazedonischer Roma zurück: das Kocani Orkestar. Es handelt sich um ein siebenköpfiges Blasorchester aus der türkischsprachigen Roma-Gemeinde in Kocani in Mazedonien. Diese Formation besteht fast ausschließlich aus Blechbläsern und Rhythmusinstrumenten.
Traditionsreiche Musikerfamilie Markovic
1995 spielt in dem Balkan-Film „Underground“ – „Podzemlje“, ebenfalls unter der Regie von Emir Kusturica, die Blasmusikgruppe Boban Markovic Orkestar das legendäre „Kalasnjikov“ zu Beginn und Ende des Soundtracks. Seine Stimmung verdankte der groteske Film nicht zuletzt der fetzig-witzigen Musik von den Markovic-Brüdern. Die Roma-Familie Markovic zählt zu den traditionsreichsten Musikerfamilien mit einer langen Musikantentradition. Bereits der Urgroßvater war im Serbien der 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts ein gefeierter Trompeter, der auch schon zu Ehren von König Alexander aufspielte.
Diese Familientradition gibt er an Bobans Vater weiter, der wiederum seinem Stammhalter bereits in jüngsten Jahren eine Trompete in die Hand drückt. Beständiges Üben bringt ihn ein gutes Stück vorwärts. Nachdem er fünfmal hintereinander beim Blasmusik-Festival in Guca gewinnt, wird er gebeten, in Zukunft nur noch außer Konkurrenz anzutreten. Er hat seinen Platz in der Hall of Fame der Blechbläser sicher. Vater Boban gibt schließlich sein Erbe an seinen Sohn Marko weiter.
Blasmusik steht im Mittelpunkt der Sendung „Lust aufs Leben“ am Sonntag. Der Balkan Brass, der im 19. Jahrhundert in Serbien entstand, hat sich über des Landesgrenzen hinaus als Tanzmusik etabliert und die globale Musikszene inspiriert.
Noch bis vor mehr als 150 Jahren zählte fast die gesamte Balkanhalbinsel zum Osmanischen Reich. Die türkische Vorherrschaft zeigte sich – im Gegensatz zu heute – tolerant. Sie duldete den kulturellen Austausch und förderte die Vermischung ethnischer Gruppen. Die Regierung garantierte uneingeschränkte Reisefreiheit und achtete darauf, dass in den Verwaltungsbezirken Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammengefasst wurden. Diese orientalische Spielart des „Teilens und Herrschens“ führte dazu, dass in allen Teilen des Reiches jahrhundertelang vielfältige musikalische Einflüsse nebeneinander wirken konnten.
Ein dabei herausragender Stil ist der Balkan Brass, eine Form der Blasmusik, die im 19. Jahrhundert in Serbien entstand und dort hohe Popularität genießt. Das tut sie übrigens auch in Bosnien und Herzegowina, in Montenegro und Mazedonien, in Rumänien, Moldawien und Bulgarien. In den späten 1990er-Jahren wurde die Brass-Musik auch außerhalb ihrer Heimatländer entdeckt und inspirierte die globale Musikszene. Jeder vernünftige Veranstalter hatte regelmäßige Balkanpartys im Programm, die tolle Stimmung und gute Einnahmen brachten.
Energie und ausgelassene Lebensfreude
Die Blaskapellen vom Balkan stehen in den Augen vieler Menschen stellvertretend für die Musik aus diesen Ländern einer sehr bewegten Region. Sie steht für Energie und ausgelassene Lebensfreude und zuweilen sogar für eine gewisse Aggressivität. Obwohl Balkanmusik nicht zwangsläufig Blasmusik sein muss, hat sich im Westen allerdings das Klischee der Brass Musik für den Balkan durchgesetzt.
Als Goran Bregovic, ein bosnischer Musiker und Komponist, Ende der 1980er-Jahre als junger Rockstar mit der Filmmusik zum dritten Film Emir Kusturicas, „Zeit der Zigeuner“, beauftragt wurde, griff er spontan zur Einspielung seiner Kompositionen auf ein traditionsreiches Orchester mazedonischer Roma zurück: das Kocani Orkestar. Es handelt sich um ein siebenköpfiges Blasorchester aus der türkischsprachigen Roma-Gemeinde in Kocani in Mazedonien. Diese Formation besteht fast ausschließlich aus Blechbläsern und Rhythmusinstrumenten.
Traditionsreiche Musikerfamilie Markovic
1995 spielt in dem Balkan-Film „Underground“ – „Podzemlje“, ebenfalls unter der Regie von Emir Kusturica, die Blasmusikgruppe Boban Markovic Orkestar das legendäre „Kalasnjikov“ zu Beginn und Ende des Soundtracks. Seine Stimmung verdankte der groteske Film nicht zuletzt der fetzig-witzigen Musik von den Markovic-Brüdern. Die Roma-Familie Markovic zählt zu den traditionsreichsten Musikerfamilien mit einer langen Musikantentradition. Bereits der Urgroßvater war im Serbien der 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts ein gefeierter Trompeter, der auch schon zu Ehren von König Alexander aufspielte.
Diese Familientradition gibt er an Bobans Vater weiter, der wiederum seinem Stammhalter bereits in jüngsten Jahren eine Trompete in die Hand drückt. Beständiges Üben bringt ihn ein gutes Stück vorwärts. Nachdem er fünfmal hintereinander beim Blasmusik-Festival in Guca gewinnt, wird er gebeten, in Zukunft nur noch außer Konkurrenz anzutreten. Er hat seinen Platz in der Hall of Fame der Blechbläser sicher. Vater Boban gibt schließlich sein Erbe an seinen Sohn Marko weiter.