zurück

Nahaufnahme [2017.06.25]

Mediathek

Dieses Medium ist nur vor Ort im Publikumsbetrieb der Österreichischen Mediathek verfügbar.

Katalogzettel

Titel Nahaufnahme [2017.06.25]
Titelzusatz Hinter den Kulissen von Reichenau
Urheber/innen und Mitwirkende Loidolt, Peter [Interviewte/r] [GND ]
Loidolt, Renate [Interviewte/r] [GND ]
ORF Radio Niederösterreich [Sendeanstalt]
Datum 2017.06.25 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Theater ; Interview ; Radiosendung-Mitschnitt
Typ audio
Format DFMP2 [Dateiformat: MP2]
Sprache Deutsch
Signatur E53-02201

Information

Inhalt

[Sendungsinformation]
Die Festspiele Reichenau gehen in ihre 25. Saison. Der Erfolg gibt dem Produzentenehepaar Renate und Peter Loidolt Recht. Das Theater finanziert sich zu 90 Prozent selbst. In der „Nahaufnahme“ erzählen die beiden über die Arbeit hinter den Kulissen.
Peter Loidolt arbeitete als Manager in der Schifffahrt, Renate Loidolt studierte Volkswirtschaft. Vor 30 Jahren hätte niemand gedacht, dass die beiden zu treibenden Kräften in der nö. Sommertheaterlandschaft werden.
Die beiden bauten die Festspiele Reichenau zum erstaunlichsten Theaterfest des Sommers aus. „Es ist komplett untergegangen, dass das einer der bedeutendsten Orte der österreichischen Literatur ist. Schnitzler war hier, Nestroy, bis zur Alma Mahler.“ Doch die Faszination ist auch nach 25 Jahren ungebrochen. „Es ist der Antrieb von uns beiden, den Leuten Geschichten zu erzählen. Dieser Reiz hört nie auf“, sagt Peter Loidolt.
„Haben schon einige Ehen gestiftet“
Die beiden wollen nicht Intendanten genannt werden: „Intendantenpaar ist nur eine Facette. In Wirklichkeit sind wir Produzenten. Das heißt, wir produzieren vom Anfang bis zum Ende, dem Kartenverkauf an die Kunden. Der Helmut Lohner hat einmal ganz richtig gesagt, dass die Arbeit eines Intendanten in zwei Wochen erledigt ist. Wir wollen diesen Titel ein bisschen vom Thron holen. Natürlich muss man sich in der Branche auskennen. Aber die Ideen zur Umsetzung und Bewerbung sind so schwierig und kompliziert, dass eine Gruppe von Menschen in eine Richtung ziehen muss“, sagt Loidolt.
Und genau das ist eines der Erfolgsgeheimnisse der Festspiele: „Es ist eine familiär-freundschaftliche Atmosphäre bei uns, zwischen den Künstlern untereinander und zur Direktion. Viele Leute kommen zusammen, die sich das ganze Jahr nicht sehen. Hier sind sie alle zu Gast, man übernachtet woanders und geht mit Kollegen in ein Gasthaus“, sagt Renate Loidolt. Die Folge ist ein gutes Arbeitsklima, das manchmal auch weiter geht: „Da entwickeln sich auch Liebschaften. Wir haben schon einige prominente Ehen hier gestiftet.“
In Reichenau stehen vier Neuproduktionen auf dem Spielplan. Maria Happel inszeniert Nestroys „Frühere Verhältnisse“ (ab 30. Juni), Helmut Wiesner führt bei Arthur Schnitzlers „Reigen“ Regie. Premiere der u.a. mit Chris Pichler, Katharina Straßer, Petra Morzé, Juergen Maurer, Günter Franzmeier und Miguel Herz-Kestranek hoch besetzten Produktion ist am 5. Juli. Dazu kommen Dramatisierungen von Stefan Zweigs „Ungeduld des Herzens“ (ab 6. Juli) und Leo Tolstois „Anna Karenina“ (Inszenierung: Hermann Beil, Premiere: 7. Juli).
„Müssen uns wesentlich weniger anbiedern“
Die Festspiele finanzieren sich vorwiegend über den Ticketverkauf. „Wir sind wesentlich freier in unseren Entscheidungen, weil wir uns so gut über unsere Karteneinnahmen finanzieren können. Dadurch müssen wir uns wesentlich weniger an die öffentliche Hand oder an Sponsoren anbiedern. Das liegt uns nicht. Wir möchten etwas produzieren, das gefragt ist und nicht etwas, was ich mir in der Möglichmachung erbetteln muss.“

Download


Metadaten
Mediathek Logo