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Das Geschäft mit der Armut - Wie Lebensmittelkonzerne neue Märkte erobern

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Katalogzettel

Titel Das Geschäft mit der Armut - Wie Lebensmittelkonzerne neue Märkte erobern
Titelzusatz Themenmontag
Urheber/innen und Mitwirkende Kriener, Ulrike [Sprecher/in] [GND ]
ORF 3 [Sendeanstalt]
Datum 2020.10.19 [Sendedatum]
2016 [Jahr des Copyright]
Schlagworte Gesellschaft ; Dokumentation ; Ernährung ; Nahrung ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-20214

Information

Inhalt

[Senderinformation] Der Film zeigt, wie Großkonzerne auf Kosten der Gesundheit Kasse machen. Er blickt dabei in den Großraum von São Paulo und nach Kenia.

Der große Hunger ist vorbei. Die Industriestaaten in Europa und Nordamerika sind gesättigt, Lebensmittelkonzerne verzeichnen hier kaum noch Wachstum. Deshalb haben die großen Hersteller ihren Fokus auf neue Märkte gelenkt: Schwellen- und Entwicklungsländer. Dort verkaufen die multinationalen Konzerne kleine Packungen mit großen Gewinnen. Sie versprechen gesunde Markenqualität für jedermann und bieten überwiegend Fertigprodukte mit viel Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern an. Die Folgen sind Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes - in Gesellschaften, die durch Armut und Mangelernährung ohnehin vorbelastet sind.

Nestlé-Tür-zu-Tür-Verkäuferinnen auf ihrem Weg durch die Favelas. Sie schieben auf einer Sackkarre, auf der ein großer Behälter mit der Aufschrift Nestlé até você (Nestlé kommt zu Dir), vor sich her. Die Käufer können nur fest zusammengestellte Einheiten kaufen mal billigere, mal teurere Produkte. Das stellt sicher, dass alle Produkte verkauft werden.

Für viele Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern ist Convenience Food made in Europe ein Statussymbol. In Brasilien und Kenia machen sich multinationale Konzerne das zunutze, indem sie in Werbekampagnen gezielt die Armen ansprechen. In Mini-Packungen, sogenannten PPP - popularly positioned products - werden Markenprodukte zu Cent-Beträgen verkauft. In Schulungen werden Frauen aus Slum-Gebieten dazu ausgebildet, die Produkte in ihrem privaten Umfeld zu vertreiben. Begehrte Jobs für die überwiegend ungelernten Frauen, die sich darum reißen, für internationale Lebensmittelkonzerne zu arbeiten. Auch das ist Konzernpolitik, soziale Verantwortung scheinbar dort zu übernehmen, wo der Staat es nicht tut.

Für Kritiker wie Dr. Carlos Monteiro, Professor für Ernährung und Gesundheit an der Universität São Paulo, ist es ein absoluter Widerspruch, ungesunde Produkte in Massen an die Menschen zu bringen und sich gleichzeitig als Wohltäter zu präsentieren: Greenwashing auf Kosten der Ärmsten.

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