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Lachs und Avocado - Die dunkle Seite von Trend-Food

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Katalogzettel

Titel Lachs und Avocado - Die dunkle Seite von Trend-Food
Titelzusatz Themenmontag
Urheber/innen und Mitwirkende ORF 3 [Sendeanstalt]
Datum 2020.10.19 [Sendedatum]
2019 [Jahr des Copyright]
Schlagworte Gesellschaft ; Dokumentation ; Ernährung ; Nahrung ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-20215

Information

Inhalt

[Senderinformation] Lachs ist auf der Nordhalbkugel heimisch, nicht aber in den Küstengewässern von Chile; hier wird er in Aquakulturen gezüchtet und wächst bis zur Schlachtreife heran. 700.000 dieser Raubfische züchten sie in Süden von Chile für den Weltmarkt.

In den 1980er-Jahren war Lachs ein Luxusprodukt, zu finden auf den Buffets der Reichen; mittlerweile ist er zum Trend-Food geworden. Auch dank der Massenzucht in Chile ist der Fisch erschwinglich geworden. Relativ billig und eine gesunde Alternative zum Fleisch - alles scheint für den Lachs zu sprechen. Wären da nicht die Schattenseite des Aufschwungs: Antibiotika-Gaben, damit der Fisch in den Aquakulturen gesundbleibt, bis zu 700-mal mehr als in Norwegen zum Beispiel, weil in Chile die Umweltgesetze weniger streng sind.

Lachse sind Raubfische. In Aquakulturen in Brasilien werden sie mit Soja gefüttert. Agrar-Großbetriebe für den Soja-Anbau wiederum verschlingen immer mehr Land. Dazu kommt, dass die Soja-Pellets für das Lachs-Mästen mit gesundheitsschädlichen Mitteln behandelt werden, die in der EU und in den USA verboten sind. Aber nur so kann das Soja haltbar gemacht werden, um es in riesigen Mengen zu den Lachs-Farmen zu transportieren - die Kehrseite des Trend-Foods, wie Matthias Ebert im Süden Lateinamerikas zeigt.

Weiter im Norden bauen Farmer Avocado im großen Stil an. Ein Lebensmittel, das fast schon Kultstatus in den USA und in Europa erreicht hat: gesundes Fett, cremig, liegt es bei Veganern, Vegetariern und der wachsenden Hipster-Gemeinde der Metropolen im Trend. Mexiko produziert mehr Avocado als irgendwer sonst in der Welt. Das „grüne Gold“ nennt man es dort, doch längst glänzt es nicht mehr, wie der Film zeigt.

José Gonzalez arbeitet seit 35 Jahren im Avocado-Geschäft, und die steigende Nachfrage hat ihn zu einem wohlhabenden Mann gemacht. Und zu einem bedrohten. Nur noch mit schwer bewaffneten Bodyguards geht er auf seine Plantagen, sein Sohn wurde bereits entführt, 100.000 US-Dollar sollte er zahlen. Er selbst wurde schon zwei Mal entführt. Erhielt Gonzales für ein Kilo Avocados einst 20 Cent, so sind es jetzt bereits 3,50 Euro. Und es werden Milliarden Avocados exportiert. Mexikos organisierte Kriminalität will mitmischen beim Geschäft mit dem „grünen Gold“. Kartelle streiten im Bundesstaat Michoacán um die Macht. Der Kampf ist besonders brutal, Hinrichtungen sind keine Seltenheit. Der Terror und die damit verbundene Angst sollen die Farmer gefügig machen. Wer sein Schutzgeld nicht zahlt, verschwindet oder wird getötet.

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