Hoch über dem Murtal
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Katalogzettel
| Titel | Hoch über dem Murtal |
| Titelzusatz |
Heimat Österreich [2020.10.21] |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Ninaus, Alfred [Gestaltung]
[GND
]
Aigner, Fritz [Gestaltung] [GND ] Wagner, Franz Robert [Sprecher/in] [GND ] ORF 3 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2020.10.21 [Sendedatum] 2020 [Jahr des Copyright] |
| Schlagworte | Natur ; Dokumentation ; Naturaufnahmen ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-20378 |
Information
Inhalt
[Senderinformation] Der Film von Alfred Ninaus und Fritz Aigner portraitiert Menschen in der steirischen Krakau, St. Wolfgang am Zirbitzkogel, Perchau am Sattel, Pusterwald und Hohentauern, die in den abgelegenen Bergdörfern hoch über dem Murtal auf Augenhöhe mit der Natur leben.
In Krakau portraitiert der Film die Bergbauernfamilie Siebenhofer. Seit 12 Generationen bewirtschaftet die Familie den zweithöchstgelegenen Bauernhof der Steiermark. Jungbauer Florian widmet sich heute im Nebenerwerb der Schafzucht, die Milchwirtschaft, die der Opa noch betrieben hat, ist längst nicht mehr ertragreich für einen derart kleinstrukturierten Hof. Der 88-jährige Altbauer Franz Siebenhofer ist eine steirische Legende: der „Himmelbauer“ war 33 Jahre lang der Träger des „Samson“, jener Kultfigur aus dem Murtal, der in Murau und auch in Krakau ein jährlicher Umzug gewidmet ist. Er erzählt vom Wandel des Hofes.
Pfarrersköchin Anni Ehmann lebt seit 1970 in St. Wolfgang am Zirbitzkogel und weiß einiges vom Wandel des Dorfes zu erzählen. Seit 1989 gibt es hier keinen eigenen Pfarrer mehr, Frau Ehmann kümmert sich alleine um den Pfarrhof und das schmucke Kirchlein im Dorf. Sie ist die gute Seele des Dorfes. In regelmäßigen Abständen und doch viel seltener als einst, kommt der Pfarrer aus Obdach hierher und hält seine Messen; danach wird er von Anni Ehmann verköstigt. Auch Altbürgermeister Gerhard Pletz berichtet vom Wandel, denn St. Wolfgang am Zirbitzkogel war einmal ein stolzer Wintersportort. Der Fremdenverkehr ist in dem verschlafenen Dorf am Fuß des Zirbitzkogels in den vergangenen Jahrzehnten spürbar zurückgegangen. Und doch hält der Altbürgermeister die charakteristischen Almbandzäune in Stand, die das Erscheinungsbild des Ortes prägen wie sonst nirgends und die gerade in jenen Zeiten ab der Hälfte des 20. Jahrhunderts, als der Tourismus seine Blütezeit erlebte, errichtet wurden, um dem Dorf ein uriges, einheitliches Antlitz zu verleihen.
Die Bauernfamilie Reichel, deren Hof seit 1825 im Familienbesitz ist, steht im Mittelpunkt in Perchau am Sattel. Drei Generationen leben hier. Lisi und Fritz Reichel haben aus dem Gut ein Kräuterparadies gemacht. Der Kräutergarten liefert die Pflanzen für Frau Reichels Kreationen – von Teemischungen bis zu wohltuenden Salben. Die Kräuterkunde ist für sie auch eine spirituelle Angelegenheit, ihr Hauptanliegen: die Menschen zu einer Rückbesinnung auf einen bewussten Umgang mit der Natur zu bewegen. Sohn Wolfram und Schwiegertochter Christina kümmern sich um das Milchvieh am Hof und die Jungtiere auf der Alm. Und auch deren Kinder packen schon tatkräftig mit an. Die Reichels sind ein Beispiel für das Leben einer bergbäuerlichen Großfamilie.
Thomas Lassacher ist der letzte bäuerliche Direktvermarkter des Dorfes; er verkäst die Milch seiner Kühe, die auf den Weiden des Perchauer Sattels leben, in einem Kupferkessel nach alter Tradition. Den Bergkäse verkauft er im hauseigenen Laden und auf dem kleinen Bauernmarkt im nahegelegenen Neumarkt.
Schon vor Jahrhunderten wurde in Pusterwald Gold abgebaut, das einst auch nach Venedig geliefert wurde. Der Abbau ist heute längst nicht mehr ertragreich, und doch hält man die Tradition hier hoch; die Goldwaschanlage erinnert an die Zeit der Goldgräber und – wäscher. Der Film zeigt Goldwäscher Hugo Pfeiffenberger, wie er hier Interessierten die Technik des Goldwaschens näherbringt und Einblicke in die güldene Geschichte des Ortes liefert. Sein Vater hat als Bergmann die letzten harten Jahre vor dem Niedergang des Goldabbaus in den 1940er Jahren erlebt. Tagtäglich hat er in den Stollen des Bergwerks knochenharte Arbeit geleistet.
Imker Karl Perner gibt Einblicke in seine Arbeit; hier werden heimische Honigbienen, die alte Rasse „Carnica“ gezüchtet, die in den Almgebieten einzigartige abgeschirmte Lebensräume vorfinden. Er mahnt von seinem Berufsstand einen verantwortungsvollen Umgang in der Bienenzucht ein, haben die Imker doch wesentlich dazu beigetragen, dass heimische Bienen durch die Vermischung mit fremden Bienenrassen längst nicht mehr so robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Man hat den Tieren den natürlichen Selektionsdruck genommen und so das Bienensterben unterstützt.
In Hohentauern zeigt der Film den Wandel des Dorfes am Triebener Tauern-Passes vom Bergbau zum Tourismus. Bis in die 1990er Jahre wurde hier in großem Stil Magnesit und Graphit gefördert. Der ehemalige Bergmann Karl-Heinz Krisch erinnert sich an die stolze Zeit des Bergbaus und erzählt von der harten Zeit, als sich infolge der Stilllegung des Bergwerks Katastrophenstimmung unter den Kumpeln breitgemacht hat. Zwar wird seit 2013 hier wieder Magnesit abgebaut, allerdings nur im Tagbau, und dafür braucht es heute nur zwei Mitarbeiter. Heute versteht sich Hohentauern als touristisches Dorf, im Zentrum wurde ein modernes Feriendorf mit luxuriös ausgestatteten Chalets errichtet, unmittelbar neben dem historischen Ortskern. Wie in keinem anderen Bergdorf Österreichs wird hier der Wandel hin zu zeitgeistigen touristischen Trends sichtbar.
In Krakau portraitiert der Film die Bergbauernfamilie Siebenhofer. Seit 12 Generationen bewirtschaftet die Familie den zweithöchstgelegenen Bauernhof der Steiermark. Jungbauer Florian widmet sich heute im Nebenerwerb der Schafzucht, die Milchwirtschaft, die der Opa noch betrieben hat, ist längst nicht mehr ertragreich für einen derart kleinstrukturierten Hof. Der 88-jährige Altbauer Franz Siebenhofer ist eine steirische Legende: der „Himmelbauer“ war 33 Jahre lang der Träger des „Samson“, jener Kultfigur aus dem Murtal, der in Murau und auch in Krakau ein jährlicher Umzug gewidmet ist. Er erzählt vom Wandel des Hofes.
Pfarrersköchin Anni Ehmann lebt seit 1970 in St. Wolfgang am Zirbitzkogel und weiß einiges vom Wandel des Dorfes zu erzählen. Seit 1989 gibt es hier keinen eigenen Pfarrer mehr, Frau Ehmann kümmert sich alleine um den Pfarrhof und das schmucke Kirchlein im Dorf. Sie ist die gute Seele des Dorfes. In regelmäßigen Abständen und doch viel seltener als einst, kommt der Pfarrer aus Obdach hierher und hält seine Messen; danach wird er von Anni Ehmann verköstigt. Auch Altbürgermeister Gerhard Pletz berichtet vom Wandel, denn St. Wolfgang am Zirbitzkogel war einmal ein stolzer Wintersportort. Der Fremdenverkehr ist in dem verschlafenen Dorf am Fuß des Zirbitzkogels in den vergangenen Jahrzehnten spürbar zurückgegangen. Und doch hält der Altbürgermeister die charakteristischen Almbandzäune in Stand, die das Erscheinungsbild des Ortes prägen wie sonst nirgends und die gerade in jenen Zeiten ab der Hälfte des 20. Jahrhunderts, als der Tourismus seine Blütezeit erlebte, errichtet wurden, um dem Dorf ein uriges, einheitliches Antlitz zu verleihen.
Die Bauernfamilie Reichel, deren Hof seit 1825 im Familienbesitz ist, steht im Mittelpunkt in Perchau am Sattel. Drei Generationen leben hier. Lisi und Fritz Reichel haben aus dem Gut ein Kräuterparadies gemacht. Der Kräutergarten liefert die Pflanzen für Frau Reichels Kreationen – von Teemischungen bis zu wohltuenden Salben. Die Kräuterkunde ist für sie auch eine spirituelle Angelegenheit, ihr Hauptanliegen: die Menschen zu einer Rückbesinnung auf einen bewussten Umgang mit der Natur zu bewegen. Sohn Wolfram und Schwiegertochter Christina kümmern sich um das Milchvieh am Hof und die Jungtiere auf der Alm. Und auch deren Kinder packen schon tatkräftig mit an. Die Reichels sind ein Beispiel für das Leben einer bergbäuerlichen Großfamilie.
Thomas Lassacher ist der letzte bäuerliche Direktvermarkter des Dorfes; er verkäst die Milch seiner Kühe, die auf den Weiden des Perchauer Sattels leben, in einem Kupferkessel nach alter Tradition. Den Bergkäse verkauft er im hauseigenen Laden und auf dem kleinen Bauernmarkt im nahegelegenen Neumarkt.
Schon vor Jahrhunderten wurde in Pusterwald Gold abgebaut, das einst auch nach Venedig geliefert wurde. Der Abbau ist heute längst nicht mehr ertragreich, und doch hält man die Tradition hier hoch; die Goldwaschanlage erinnert an die Zeit der Goldgräber und – wäscher. Der Film zeigt Goldwäscher Hugo Pfeiffenberger, wie er hier Interessierten die Technik des Goldwaschens näherbringt und Einblicke in die güldene Geschichte des Ortes liefert. Sein Vater hat als Bergmann die letzten harten Jahre vor dem Niedergang des Goldabbaus in den 1940er Jahren erlebt. Tagtäglich hat er in den Stollen des Bergwerks knochenharte Arbeit geleistet.
Imker Karl Perner gibt Einblicke in seine Arbeit; hier werden heimische Honigbienen, die alte Rasse „Carnica“ gezüchtet, die in den Almgebieten einzigartige abgeschirmte Lebensräume vorfinden. Er mahnt von seinem Berufsstand einen verantwortungsvollen Umgang in der Bienenzucht ein, haben die Imker doch wesentlich dazu beigetragen, dass heimische Bienen durch die Vermischung mit fremden Bienenrassen längst nicht mehr so robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Man hat den Tieren den natürlichen Selektionsdruck genommen und so das Bienensterben unterstützt.
In Hohentauern zeigt der Film den Wandel des Dorfes am Triebener Tauern-Passes vom Bergbau zum Tourismus. Bis in die 1990er Jahre wurde hier in großem Stil Magnesit und Graphit gefördert. Der ehemalige Bergmann Karl-Heinz Krisch erinnert sich an die stolze Zeit des Bergbaus und erzählt von der harten Zeit, als sich infolge der Stilllegung des Bergwerks Katastrophenstimmung unter den Kumpeln breitgemacht hat. Zwar wird seit 2013 hier wieder Magnesit abgebaut, allerdings nur im Tagbau, und dafür braucht es heute nur zwei Mitarbeiter. Heute versteht sich Hohentauern als touristisches Dorf, im Zentrum wurde ein modernes Feriendorf mit luxuriös ausgestatteten Chalets errichtet, unmittelbar neben dem historischen Ortskern. Wie in keinem anderen Bergdorf Österreichs wird hier der Wandel hin zu zeitgeistigen touristischen Trends sichtbar.