Lust auf's Leben - Kultur aus allen Richtungen [2017.08.20]
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Katalogzettel
| Titel | Lust auf's Leben - Kultur aus allen Richtungen [2017.08.20] |
| Titelzusatz |
Geschichten, Sagen und Legenden über oberösterreichische Glocken |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Huemer, Michael [Moderation]
ORF Radio Oberösterreich [Sendeanstalt] |
| Datum |
2017.08.20 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Medien und Kommunikation ; Kultur ; Radiosendung-Mitschnitt |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP2 [Dateiformat: MP2] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E53-02300 |
Information
Inhalt
[Sendungsinformation]
In meiner Erinnerung als Kind sind mir zwei Eindrücke bezüglich Ostern und Karwoche im Gedächtnis haften geblieben: der Spinat mit Spiegelei am Gründonnerstag am mittäglichen Tisch, der mir als Bub halt überhaupt nicht geschmeckt hat, aber angeblich so gesund sei. Noch beeindruckender war aber die zweite Erfahrung, dass nach dem Gloria in der Gründonnerstags-Abendmesse angeblich die Kirchenglocken „nach Rom geflogen sind“ und erst in der Osternacht wieder zurückkehren würden. Als Antwort bekam ich zu hören, dass die Glocken deswegen in die italienische Hauptstadt übersiedelten, weil „der Herrgott verstorben war“, oder weil sie „Kraft schöpften für das kommende Jahr“.
„Zum Papst beichten“
Schon etwas seltsam fand ich, dass sie angeblich noch „zum Papst beichten“ gehen müssten. Warum sie ausgerechnet nach Rom und beispielsweise nicht jeweils in die Hauptstädte der einzelnen Länder flogen, was ja aufgrund der Entfernung und der größeren Parkmöglichkeiten logischer wäre, wurde damit beantwortet, dass nur der Papst als Stellvertreter Gottes Glocken segnen und weihen dürfte, und dieser Mann nun eben in Rom sitzt.
Gänzlich durcheinander brachte mich dann aber ein geschichtliches Ereignis, das eng mit Oberösterreich zusammenhing. Ich drehe das Rad der Geschichte um mehr als 60 Jahre zurück.
Die Pummerin - Ein Geschenk Oberösterreichs
Oberösterreich will der Bundeshauptstadt zum Wiederaufbau des Wiener Stephansdomes die Pummerin zum Geschenk machen. Zum Guss der 20.000 Kilogramm schweren Glocke wurden in der Glockengießerei St. Florian 20 Prozent Zink und 80 Prozent Kupfer verwendet und auf 1.100 Grad erhitzt.
Ein Teil des Gussmaterials stammte aus den zerschellten Bestandteilen der beim Dombrand 1945 zu Boden gefallenen alten Pummerin. Am 26. April 1952 war es dann soweit, der Direktor der Glockengießerei Karl Geisz übergibt feierlich die neue Pummerin an Kardinal Theodor Innitzer.
Einen Tag später, am 27. April 1952, erfolgte die provisorische Anbringung im Glockenstuhl und der erste Probeanschlag der größten Glocke Österreichs in Wien. Das Läuten von Glocken war früher ein wichtiges Informationsmittel, das nicht nur zum Gottesdienst oder zu Gerichtsverhandlungen, sondern auch zu Versammlungen und Zusammenkünften rief. Daneben wurde durch Glockenschläge die Tageszeit mitgeteilt.
Redewendungen in der Sprache
Auch in der Sprache finden sich zahlreiche Redewendungen: Wir loben eine „glockenhelle oder glockenreine Stimme“, wir wissen, „wieviel die Glocke geschlagen hat“, und manchmal freuen wir uns nicht, wenn „etwas an die große Glocke“ gehängt wird. Wenn man etwas erfährt aber nichts Genaues weiß, dann hat man „etwas läuten gehört“.
In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag kehren die Glocken symbolisch aus Rom wieder zurück. Legenden, Sagen und Anekdoten über oberösterreichische Kirchenglocken und Glockengeläut sollen daher in „Lust aufs Leben – Kultur aus allen Richtungen“ erzählt werden.
In meiner Erinnerung als Kind sind mir zwei Eindrücke bezüglich Ostern und Karwoche im Gedächtnis haften geblieben: der Spinat mit Spiegelei am Gründonnerstag am mittäglichen Tisch, der mir als Bub halt überhaupt nicht geschmeckt hat, aber angeblich so gesund sei. Noch beeindruckender war aber die zweite Erfahrung, dass nach dem Gloria in der Gründonnerstags-Abendmesse angeblich die Kirchenglocken „nach Rom geflogen sind“ und erst in der Osternacht wieder zurückkehren würden. Als Antwort bekam ich zu hören, dass die Glocken deswegen in die italienische Hauptstadt übersiedelten, weil „der Herrgott verstorben war“, oder weil sie „Kraft schöpften für das kommende Jahr“.
„Zum Papst beichten“
Schon etwas seltsam fand ich, dass sie angeblich noch „zum Papst beichten“ gehen müssten. Warum sie ausgerechnet nach Rom und beispielsweise nicht jeweils in die Hauptstädte der einzelnen Länder flogen, was ja aufgrund der Entfernung und der größeren Parkmöglichkeiten logischer wäre, wurde damit beantwortet, dass nur der Papst als Stellvertreter Gottes Glocken segnen und weihen dürfte, und dieser Mann nun eben in Rom sitzt.
Gänzlich durcheinander brachte mich dann aber ein geschichtliches Ereignis, das eng mit Oberösterreich zusammenhing. Ich drehe das Rad der Geschichte um mehr als 60 Jahre zurück.
Die Pummerin - Ein Geschenk Oberösterreichs
Oberösterreich will der Bundeshauptstadt zum Wiederaufbau des Wiener Stephansdomes die Pummerin zum Geschenk machen. Zum Guss der 20.000 Kilogramm schweren Glocke wurden in der Glockengießerei St. Florian 20 Prozent Zink und 80 Prozent Kupfer verwendet und auf 1.100 Grad erhitzt.
Ein Teil des Gussmaterials stammte aus den zerschellten Bestandteilen der beim Dombrand 1945 zu Boden gefallenen alten Pummerin. Am 26. April 1952 war es dann soweit, der Direktor der Glockengießerei Karl Geisz übergibt feierlich die neue Pummerin an Kardinal Theodor Innitzer.
Einen Tag später, am 27. April 1952, erfolgte die provisorische Anbringung im Glockenstuhl und der erste Probeanschlag der größten Glocke Österreichs in Wien. Das Läuten von Glocken war früher ein wichtiges Informationsmittel, das nicht nur zum Gottesdienst oder zu Gerichtsverhandlungen, sondern auch zu Versammlungen und Zusammenkünften rief. Daneben wurde durch Glockenschläge die Tageszeit mitgeteilt.
Redewendungen in der Sprache
Auch in der Sprache finden sich zahlreiche Redewendungen: Wir loben eine „glockenhelle oder glockenreine Stimme“, wir wissen, „wieviel die Glocke geschlagen hat“, und manchmal freuen wir uns nicht, wenn „etwas an die große Glocke“ gehängt wird. Wenn man etwas erfährt aber nichts Genaues weiß, dann hat man „etwas läuten gehört“.
In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag kehren die Glocken symbolisch aus Rom wieder zurück. Legenden, Sagen und Anekdoten über oberösterreichische Kirchenglocken und Glockengeläut sollen daher in „Lust aufs Leben – Kultur aus allen Richtungen“ erzählt werden.