Focus - Themen fürs Leben [2017.10.07]
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Katalogzettel
| Titel | Focus - Themen fürs Leben [2017.10.07] |
| Titelzusatz |
Von den Quellen der Demokratie |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Liessmann, Konrad Paul [Erzähler/in]
[GND
]
Köhlmeier, Michael [Erzähler/in] [GND ] ORF Radio Vorarlberg |
| Datum |
2017.10.07 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Bildung ; Philosophie ; Radiosendung-Mitschnitt |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP2 [Dateiformat: MP2] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E53-02405 |
Information
Inhalt
[Sendungsinformation]
Der Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann und der Hohenemser Schriftsteller Michael Köhlmeier erzählen in der Sendung „Focus“ von den Quellen der Demokratie. Sie sagen: „Wir haben die Wahl... und alle dasselbe Stimmrecht. Ob Hetzer, Hasser, unauffälliger Bürger oder Eliten...“
Gerade in Wahlkampfzeiten ist oft von Gerechtigkeit die Rede. Für politische Gemeinschaften benötigen wir das Gerechtigkeits- und das Schamgefühl aller, um überhaupt Gemeinschaften bilden zu können. Das sei eine Anlage, die gepflegt werden müsse. Schon im antiken Griechenland mahnte Protagoras, dass hier die Grundlage des Zusammenlebens und der Demokratie zu finden ist.
Der Schriftsteller Michael Köhlmeier und der Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann sind ein kongeniales Erzählerduo. Im Handumdrehen gelingt es ihnen, dass sich die Zuhörer beim Montagsforum Dornbirn atmosphärisch in eine Begegnung im Athen des Jahres 340 v. Chr. versetzen können. So wie sie die Begegnung erzählen, könnte man meinen, sie wären dabei gewesen. Sie berufen sich auf eine Geschichte, die vom Philosophen Platon überliefert ist.
In einem Athener Haus war Protagoras, einer der begehrtesten, berühmtesten und verehrtesten Coaches, Kommunikatoren jener Zeit zu Besuch. Auf die Frage des Philosophen Sokrates, was der berühmte Lehrer und Berater Protagoras könne, antwortete dieser: „Ich kann Politiker beraten. Ich weiß, wie man politische Tugenden und Kompetenzen lehren kann."
Und Protagoras machte einen weiten gedanklichen Bogen. Er erzählte die Geschichte der Erschaffung des Menschen; für dieses sterbliche Wesen waren keine Eigenschaften mehr vorhanden, weil Epimetheus, der Bruder des Prometheus den Auftrag, den Tieren Eigenschaften zu geben, zu ernst genommen hatte. Er hat das Arsenal komplett ausgeschöpft und der Mensch stand blank da.
Das Einzige, das der Mensch hatte, war, dass er denken konnte. Und nach dem Öffnen der Büchse der Pandora war auch noch die Zwietracht zwischen den Menschen. Wie konnte er sie bändigen? Protagoras meinte u. a. durch ein Gerechtigkeitsempfinden.
Gerechtigkeit und ein Rechtsbewusstsein seien für eine soziale Gemeinschaft wichtig: das bedeute auch, dass der Mensch in der Lage ist, Rechte und Pflichten gleichmäßig zu verteilen. Zudem – so Protagoras- brauche der Mensch ein Schamgefühl -, damit er seine Haltung und seine Handlungen reflektieren könne. Damit war die Grundlage für die POLIS, die Stadt und den Staat, in der bzw. in dem Menschen in einem Personenverband zusammenleben, gelegt. Und sie gilt bis heute.
Der Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann und der Hohenemser Schriftsteller Michael Köhlmeier erzählen in der Sendung „Focus“ von den Quellen der Demokratie. Sie sagen: „Wir haben die Wahl... und alle dasselbe Stimmrecht. Ob Hetzer, Hasser, unauffälliger Bürger oder Eliten...“
Gerade in Wahlkampfzeiten ist oft von Gerechtigkeit die Rede. Für politische Gemeinschaften benötigen wir das Gerechtigkeits- und das Schamgefühl aller, um überhaupt Gemeinschaften bilden zu können. Das sei eine Anlage, die gepflegt werden müsse. Schon im antiken Griechenland mahnte Protagoras, dass hier die Grundlage des Zusammenlebens und der Demokratie zu finden ist.
Der Schriftsteller Michael Köhlmeier und der Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann sind ein kongeniales Erzählerduo. Im Handumdrehen gelingt es ihnen, dass sich die Zuhörer beim Montagsforum Dornbirn atmosphärisch in eine Begegnung im Athen des Jahres 340 v. Chr. versetzen können. So wie sie die Begegnung erzählen, könnte man meinen, sie wären dabei gewesen. Sie berufen sich auf eine Geschichte, die vom Philosophen Platon überliefert ist.
In einem Athener Haus war Protagoras, einer der begehrtesten, berühmtesten und verehrtesten Coaches, Kommunikatoren jener Zeit zu Besuch. Auf die Frage des Philosophen Sokrates, was der berühmte Lehrer und Berater Protagoras könne, antwortete dieser: „Ich kann Politiker beraten. Ich weiß, wie man politische Tugenden und Kompetenzen lehren kann."
Und Protagoras machte einen weiten gedanklichen Bogen. Er erzählte die Geschichte der Erschaffung des Menschen; für dieses sterbliche Wesen waren keine Eigenschaften mehr vorhanden, weil Epimetheus, der Bruder des Prometheus den Auftrag, den Tieren Eigenschaften zu geben, zu ernst genommen hatte. Er hat das Arsenal komplett ausgeschöpft und der Mensch stand blank da.
Das Einzige, das der Mensch hatte, war, dass er denken konnte. Und nach dem Öffnen der Büchse der Pandora war auch noch die Zwietracht zwischen den Menschen. Wie konnte er sie bändigen? Protagoras meinte u. a. durch ein Gerechtigkeitsempfinden.
Gerechtigkeit und ein Rechtsbewusstsein seien für eine soziale Gemeinschaft wichtig: das bedeute auch, dass der Mensch in der Lage ist, Rechte und Pflichten gleichmäßig zu verteilen. Zudem – so Protagoras- brauche der Mensch ein Schamgefühl -, damit er seine Haltung und seine Handlungen reflektieren könne. Damit war die Grundlage für die POLIS, die Stadt und den Staat, in der bzw. in dem Menschen in einem Personenverband zusammenleben, gelegt. Und sie gilt bis heute.