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Fast Fashion: Plastikmüll statt Mode - Ersticken wir in Billig-Altkleidern?

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Titel Fast Fashion: Plastikmüll statt Mode - Ersticken wir in Billig-Altkleidern?
Titelzusatz Themenmontag
Urheber/innen und Mitwirkende ORF 3 [Sendeanstalt]
Datum 2020.11.09 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Reportage ; Ökologie und Umweltschutz ; Bekleidung und Mode ; Konsum ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-20735

Information

Inhalt

[Senderinformation] Der wachsende Einsatz synthetischer Fasern wie Polyester, macht Kleidung zunehmend billiger. Doch: je mehr Synthetik, desto schwieriger die Weiterverwertung; die Plastik-Klamotten taugen zum Teil nicht einmal mehr als Putztuch.

Längst hat sich der Kleiderkauf vom Bedarf entkoppelt, ist zur Freizeitbeschäftigung geworden. 60 Kleidungsstücke kauft jede/r Deutsche pro Jahr. Doch die vielen Billigklamotten – meist aus Fasermix – schaffen am Ende ihres Lebens Probleme. Helmut Huber, Altkleidersammler aus Nürnberg, stellt fest: die Qualität wird immer schlechter. Er muss rund ein Drittel mehr Ware abholen und sortieren, um gleich viele, tragbare Altkleider wie vor zehn Jahren zu erhalten.

Ein weiteres Problem: Billiger Fasermix lässt sich nicht recyceln, Outdoorbekleidung aus reinem Synthetik-Material, das weder saugt noch puffert, taugt nicht einmal mehr als Putzlappen. „Wenn sich nichts ändert", so Huber, muss die Kleidersammlung eines Tages bezuschusst werden.“

Synthetikfasern geben beim Waschen Mikroplastik ins Abwassersystem ab, und auch auf den Transportwegen von Mode fällt eine riesige Menge Plastikverpackungsmüll an. Zu allem Überfluss tragen Produktvernichtungen – gerade im Onlinehandel – zur Ressourcenverschwendung bei.


Naturfaser Hundehaar

Franziska Uhl macht all das fassungslos. Die angehende Textilingenieurin aus Reutlingen ist durch Studium und Nebenjobs zur Kritikerin der Textilindustrie und des ungebremsten Kleiderkonsums geworden. Sie will in ihrem späteren Job nicht mithelfen, noch mehr billigen Fasermix zu produzieren. Auf der Suche nach Alternativen hat sie eine eigenwillige Lösung gefunden: eine Naturfaser, die nicht extra produziert werden muss: Chiengora – Hundehaar. Weich wie Kaschmir und, wie Franziska sagt, „im Überfluss vorhanden“. Gemeinsam mit einer Freundin hat sie inzwischen ein Start-up gegründet; die ersten Wollknäuel liegen schon in den Ladenregalen.

Kann allein der Verbraucher gegen die Plastikflut durch Fast Fashion etwas tun? Für diese Dokumentation begleitet ein Fernsehteam Altkleidersammler und die Nachwuchsunternehmerin und geht dabei auch auf die Frage nach den fehlenden politischen Rahmenbedingungen ein.

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