zurück

treffpunkt medizin: Menschen erzählen Corona

Mediathek

Dieses Medium ist nur vor Ort im Publikumsbetrieb der Österreichischen Mediathek verfügbar.

Katalogzettel

Titel treffpunkt medizin: Menschen erzählen Corona
Urheber/innen und Mitwirkende Dalpiaz, Michael [Gestaltung]
Musalek, Michael [Interviewte/r] [GND ]
Senger, Gerti [Interviewte/r] [GND ]
Verse, Timo [Interviewte/r]
Rohrer, Anneliese [Interviewte/r] [GND ]
ORF 3 [Sendeanstalt]
Datum 2020.12.09 [Sendedatum]
2020 [Jahr des Copyright]
Schlagworte Medizin ; Dokumentation ; Medizin ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-21634

Information

Inhalt

[Senderinformation] Existenzängste, das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, veränderte Arbeitswelten: in treffpunkt medizin erzählen u. a. ein Psychiater, eine Psychotherapeutin, eine Journalistin, ein Schauspieler und ein Flugbegleiter berührend ehrlich, wie es ihnen in der Corona-Krise geht.

Seit März 2020 ist Österreich im Ausnahmezustand. Strenge soziale Einschränkungen, Maßnahmen gegen die Virus-Ausbreitung, Lockdowns. Das alles geht nicht spurlos an uns vorbei. Der Blick in die Wohnzimmer der Österreicherinnen und Österreicher zeigt in behutsamer Weise den seelischen Zustand der Menschen im Krisenjahr 2020. Was bereitet ihnen Sorgen? Was fehlt besonders in dieser Zeit? Gibt es auch etwas Positives, das die Krise bewirken kann? Was ist unwiederbringlich kaputt gegangen, was wird bleiben?

Der bekannte Psychiater Michael Musalek gibt einen Einblick in seine veränderte Arbeitswelt, Psychotherapeutin Gerti Senger findet neue Kraft in Beziehungen: "...Alles war möglich, alles war erreichbar. Es gab keine Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes. Und die Begrenzung, finde ich, ist auch eine Bereicherung. So wie beim Essen. Wenn ich jeden Tag Kaviar und viel Steak esse, wird es nicht mehr so toll sein. Aber wenn ich zwischendurch Schmalz, Brot oder Butterbrot esse, begrenzt und bereichert es dich."

Timo Verse, ein junger Schauspieler aus Deutschland und Joachim Egresits , ein Flugbegleiter, erzählen über ihre Existenzängste und das Gefühl, nicht gebraucht zu werden. Damit hadert auch Top-Journalistin Anneliese Rohrer: „Also für mich persönlich ist der zweite Lockdown schwieriger, weil irgendwie die Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist. Ich informiere mich über die neuen Regeln, dann lese ich etwas dreimal mal und kenn mich immer noch nicht aus. Und denk mir, warum schafft die Politik das nicht, nach so vielen Monaten mir klar zu sagen, was Sache ist? Also der Verlust der Glaubwürdigkeit. Das Allein sein ist eigentlich kein Problem. Aber das Misstrauen, das sich da aufgebaut hat durch diese vielen Fehler und und und eigenartigen Kommunikationsgeschichten, das fällt mir richtig auf die Seele. Also zur Angst um die Gesundheit und die Sorge um die Zukunft kommt dieses Gefühl der Unsicherheit und das ist etwas, was wir, glaube ich, in dieser Situation gar nicht brauchen können.“

Pflegedienstleiterin Barbara Schwarzmann vom Hospiz Rennweg hat dagegen alle Hände voll zu tun, um die hochaltrige Bewohnerschaft in der Krise zu schützen. „Da plötzlich dieses Okay, wir machen das gemeinsam, einfach intensiver geworden ist, ja dieses, dieses mitverantwortlich sein, dieses Verstehen. Jeder von uns muss da was dazulegen und muss seine Beobachtung, seine Gedanken, seine Ideen, sein Wissen mit einbringen. Und dann kann was draus entstehen. Das wird, das spüre ich mehr, und das ist etwas, was mir ja viel Freude macht. Also da bin ich oft recht stolz auf meine Leut.“

Der Wettlauf in der Medizin und die Corona-Pandemie stellen Gesellschaft und Gesundheitswesen vor noch nie dagewesene Herausforderungen und verändern beide gewaltig. Wie sehr dies auf unser aller Kosten geht, wird sich im kommenden Jahrzehnt zeigen, denn in Zeiten von CoVid-19 gibt es seltsame „Nebenwirkungen“: die Zahl der klinisch behandelten Herzinfarkte ging beispielsweise stark zurück, das so wichtige Vorsorgesystem geriet ins Hintertreffen und die onkologische Versorgung ist auf dem Prüfstand.

treffpunkt medizin hat Menschen mit unterschiedlichen Berufen und Schicksalen vor die Kamera geholt. Sie alle erzählen ihre persönliche Corona-Geschichte, ungeschminkt, berührend, sachlich und ohne Tabus.

Download


Metadaten
Mediathek Logo