Kärntner Almleben
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Katalogzettel
| Titel | Kärntner Almleben |
| Titelzusatz |
Heimat Österreich [2021.03.10] |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
ORF 3 [Sendeanstalt]
|
| Datum |
2021.03.10 [Sendedatum] 2020 [Jahr des Copyright] |
| Schlagworte | Natur ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-23416 |
Information
Inhalt
[Senderinformation] Andreas Sacherer ist in der Kärntner Almenregion unterwegs und zeigt Menschen in ihren traditionellen und regionstypischen Tätigkeiten.
Auf Kärntens Almen scheint manchmal die Zeit stehen geblieben zu sein: die Bergbauern bringen das Heu von den steilen Hängen weitgehend händisch ein, die Schwender biegen ihre Ruten im Feuer, um damit die Holzzäune festzubinden, der Gamsbartmacher und die Trachtenschneiderin haben dieselben Werkzeuge wie die Generationen vor ihnen. Andreas Sacherer hat sich auf eine Tour durch die Kärntner Almregionen begeben und zeigt viele Menschen in ihren traditionellen und regionstypischen Tätigkeiten. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die innere Ruhe, die diese Menschen ausstrahlen, etwas mit der paradiesischen Natur zu tun hat, in der sie leben. Die Einheimischen schätzen vor allem die Freiheit, die hier zu spüren ist. Zu allen Jahreszeiten, bei jeder Witterung kann der Mensch hier die Kraft der Natur fühlen.
Bei Familie Grischenig im Mölltal, im Nordwesten Kärntens, gehört bergbäuerliches Leben in Reinkultur zur Familientradition. Die Landwirtschaft ist seit 1890 im Besitz der Familie und wird von Generation zu Generation weitergegeben. So erblickt auch Gerlinde Grischenig 1942 auf dem Hof der Familie das Licht der Welt. Sie übernimmt den Betrieb der Eltern bereits in jungen Jahren. Von zu Hause wegzugehen kam für sie nie in Frage - bis heute ist sie Bergbäuerin aus Leidenschaft. Mittlerweile hat die nächste Generation die Führung übernommen. Die jüngste Tochter Tina, zeigte von klein auf große Begeisterung für die Landwirtschaft. Mit nur vier Jahren, half sie schon beim Ausmisten des Stalls mit. So schön die Natur und das Leben hier im Mölltal sind, bedeutet es gleichzeitig auch harte Arbeit. Freie Tage gibt es kaum bis gar nicht. Die steilen Hänge müssen auch heute noch händisch bewirtschaftet werden. Das kostet Zeit und Zusammenhalt unter den Bauern und Bäuerinnen der Region. Belohnt wird diese harte Arbeit mit einem unvergleichlichen Freiheitsgefühl.
Die Bewahrung der Landschaft und der Traditionen liegen auch Johann Gugganig am Herzen. Der 88-Jährige hat sich voll und ganz der Kunst des Gamsbartbindens verschrieben. Eine höchst diffizile Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl verlangt. Ruhestand gibt es für einen Gamsbartbinder nicht. Solange er die Augen noch öffnen kann und seine Finger mitspielen, wird Johann Gugganig das Handwerk des Gamsbartbindens ausüben. Zwar nicht mehr ganz so flink wie früher, dafür mit umso mehr Liebe zum Detail.
Der Film führt vom Mölltal nach Süden, ins Gailtal. Ein Markenzeichen der Region hier ist die aufwändige Tracht, die noch immer zum größten Teil händisch gefertigt wird. Die Strümpfe werden per Hand gestrickt, die Gürtel mit feiner Handarbeit verziert und bearbeitet. Die wunderschöne Tracht wird an den zahlreichen Kirchtagen der Region getragen - jedes Dorf im unteren Gailtal hat seinen eigenen.
Auch das Metnitztal nördlich von Klagenfurt besticht mit altem Handwerk. Wie schon seine Vorfahren bleibt auch Ernst Knapp bei seinen Leisten. Der Schuster fertigt all seine Modelle nach Maß und nach alter Schustertradition. Dass man in Metnitz von Kopf bis Fuß ausgestattet wird, dafür sorgt Josef Kollmann gleich in der Nachbarschaft. Mit seinem Lieblingsstoff Filz, stellt der Hutmacher aus Leidenschaft maßgeschneiderte Hüte her. Alles in Handarbeit.
An den Hängen rund um den Mittelkärntner Längsee wird eine alte Tradition wachgeküsst, die über Jahrhunderte klimabedingt eine Pause einlegen musste: der Weinbau. Im Mittelalter war Kärnten als Weinbaugebiet durchaus ein Begriff. Heute holt das Bundesland dieser Ruf durch ein milderes Klima wieder ein. Seit mehr als zehn Jahren keltern die Jungeltern Markus Gruze und Uta Slamanig hier ihren Wein. Für sie steht das Arbeiten im Einklang mit der Natur an oberster Stelle. So produzieren sie ihren Wein mit modernen Verfahren, die tief in der Tradition wurzeln. So ist es nur konsequent, dass ein Noriker-Hengst den Traktor am Weinberg ersetzt hat. Eine Pferdestärke voller Leben, statt einer PS-starken Maschine.
Im südlichsten Zipfel Kärntens, im Schatten der Karawanken, liegt Bad Eisenkappel, auch als Zelezna Kapla bekannt. Und noch südlicher, an der Grenze zu Slowenien, liegt im Lepen-Graben der Hof von Zdravko Haderlap, Bruder der Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap. Zdravko war in seiner Jugend Tänzer, arbeitete mit Johann Kressnik und hatte sein eigenes Tanztheater namens „Ikarus“. Über weite Umwege fand er wieder zurück zu seinen Wurzeln. Als Bauer denkt er, wie er selbst sagt, „unkonventionell traditionell“. Gemeinsam mit seiner Freundin Marika hält er Bienen und Schafe. Schafe sind ideale Tiere für den Bergbauernhof. Sie geben Milch und Fleisch und die Wolle, die noch vor einigen Jahren eher ein Abfallprodukt war, wird nun speziell von der Bäuerin zu naturgefärbter Wolle gesponnen und weiterverarbeitet.
Auf Kärntens Almen scheint manchmal die Zeit stehen geblieben zu sein: die Bergbauern bringen das Heu von den steilen Hängen weitgehend händisch ein, die Schwender biegen ihre Ruten im Feuer, um damit die Holzzäune festzubinden, der Gamsbartmacher und die Trachtenschneiderin haben dieselben Werkzeuge wie die Generationen vor ihnen. Andreas Sacherer hat sich auf eine Tour durch die Kärntner Almregionen begeben und zeigt viele Menschen in ihren traditionellen und regionstypischen Tätigkeiten. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die innere Ruhe, die diese Menschen ausstrahlen, etwas mit der paradiesischen Natur zu tun hat, in der sie leben. Die Einheimischen schätzen vor allem die Freiheit, die hier zu spüren ist. Zu allen Jahreszeiten, bei jeder Witterung kann der Mensch hier die Kraft der Natur fühlen.
Bei Familie Grischenig im Mölltal, im Nordwesten Kärntens, gehört bergbäuerliches Leben in Reinkultur zur Familientradition. Die Landwirtschaft ist seit 1890 im Besitz der Familie und wird von Generation zu Generation weitergegeben. So erblickt auch Gerlinde Grischenig 1942 auf dem Hof der Familie das Licht der Welt. Sie übernimmt den Betrieb der Eltern bereits in jungen Jahren. Von zu Hause wegzugehen kam für sie nie in Frage - bis heute ist sie Bergbäuerin aus Leidenschaft. Mittlerweile hat die nächste Generation die Führung übernommen. Die jüngste Tochter Tina, zeigte von klein auf große Begeisterung für die Landwirtschaft. Mit nur vier Jahren, half sie schon beim Ausmisten des Stalls mit. So schön die Natur und das Leben hier im Mölltal sind, bedeutet es gleichzeitig auch harte Arbeit. Freie Tage gibt es kaum bis gar nicht. Die steilen Hänge müssen auch heute noch händisch bewirtschaftet werden. Das kostet Zeit und Zusammenhalt unter den Bauern und Bäuerinnen der Region. Belohnt wird diese harte Arbeit mit einem unvergleichlichen Freiheitsgefühl.
Die Bewahrung der Landschaft und der Traditionen liegen auch Johann Gugganig am Herzen. Der 88-Jährige hat sich voll und ganz der Kunst des Gamsbartbindens verschrieben. Eine höchst diffizile Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl verlangt. Ruhestand gibt es für einen Gamsbartbinder nicht. Solange er die Augen noch öffnen kann und seine Finger mitspielen, wird Johann Gugganig das Handwerk des Gamsbartbindens ausüben. Zwar nicht mehr ganz so flink wie früher, dafür mit umso mehr Liebe zum Detail.
Der Film führt vom Mölltal nach Süden, ins Gailtal. Ein Markenzeichen der Region hier ist die aufwändige Tracht, die noch immer zum größten Teil händisch gefertigt wird. Die Strümpfe werden per Hand gestrickt, die Gürtel mit feiner Handarbeit verziert und bearbeitet. Die wunderschöne Tracht wird an den zahlreichen Kirchtagen der Region getragen - jedes Dorf im unteren Gailtal hat seinen eigenen.
Auch das Metnitztal nördlich von Klagenfurt besticht mit altem Handwerk. Wie schon seine Vorfahren bleibt auch Ernst Knapp bei seinen Leisten. Der Schuster fertigt all seine Modelle nach Maß und nach alter Schustertradition. Dass man in Metnitz von Kopf bis Fuß ausgestattet wird, dafür sorgt Josef Kollmann gleich in der Nachbarschaft. Mit seinem Lieblingsstoff Filz, stellt der Hutmacher aus Leidenschaft maßgeschneiderte Hüte her. Alles in Handarbeit.
An den Hängen rund um den Mittelkärntner Längsee wird eine alte Tradition wachgeküsst, die über Jahrhunderte klimabedingt eine Pause einlegen musste: der Weinbau. Im Mittelalter war Kärnten als Weinbaugebiet durchaus ein Begriff. Heute holt das Bundesland dieser Ruf durch ein milderes Klima wieder ein. Seit mehr als zehn Jahren keltern die Jungeltern Markus Gruze und Uta Slamanig hier ihren Wein. Für sie steht das Arbeiten im Einklang mit der Natur an oberster Stelle. So produzieren sie ihren Wein mit modernen Verfahren, die tief in der Tradition wurzeln. So ist es nur konsequent, dass ein Noriker-Hengst den Traktor am Weinberg ersetzt hat. Eine Pferdestärke voller Leben, statt einer PS-starken Maschine.
Im südlichsten Zipfel Kärntens, im Schatten der Karawanken, liegt Bad Eisenkappel, auch als Zelezna Kapla bekannt. Und noch südlicher, an der Grenze zu Slowenien, liegt im Lepen-Graben der Hof von Zdravko Haderlap, Bruder der Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap. Zdravko war in seiner Jugend Tänzer, arbeitete mit Johann Kressnik und hatte sein eigenes Tanztheater namens „Ikarus“. Über weite Umwege fand er wieder zurück zu seinen Wurzeln. Als Bauer denkt er, wie er selbst sagt, „unkonventionell traditionell“. Gemeinsam mit seiner Freundin Marika hält er Bienen und Schafe. Schafe sind ideale Tiere für den Bergbauernhof. Sie geben Milch und Fleisch und die Wolle, die noch vor einigen Jahren eher ein Abfallprodukt war, wird nun speziell von der Bäuerin zu naturgefärbter Wolle gesponnen und weiterverarbeitet.