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Leben ohne Lesen und Schreiben

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Katalogzettel

Titel Leben ohne Lesen und Schreiben
Titelzusatz Dok1
Urheber/innen und Mitwirkende Gadenstätter, Lisa [Reporter/in] [GND ]
ORF 1 [Sendeanstalt]
Datum 2021.03.24 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Dokumentation ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-23575

Information

Inhalt

[Senderinformatio] Fast eine Million Österreicher verfügen nur über eine sehr rudimentäre Lese- und Schreibkompetenz. In einer Gesellschaft, in der es als selbstverständlich gilt, lesen und schreiben zu können, sind Hürden vorprogrammiert. Sie müssen Wege finden, um sich in der durch Schrift und Vorschrift geprägten Welt zurechtzufinden: Beim Einkaufen, bei Bankgeschäften, beim Lesen von Menükarten im Restaurant, beim Entziffern von Straßenschildern, Verträgen oder Fahrplänen und bei der Arbeit.

Lisa Gadenstätter begleitet Betroffene durch ihren Alltag. Sie zeigt ihren Kampf um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, erzählt von ihren Wünschen, Stärken und Schwächen.

Viele Texte sind schwer zu lesen. Sie bestehen aus langen Sätzen und schwierigen Wörtern. Die Schrift ist zu klein und Wichtiges wird nicht hervorgehoben. Diese Liste lässt sich noch lange fortsetzen....

LEICHT LESEN bedeutet, dass Texte so geschrieben und gestaltet sind, dass sie von möglichst allen Menschen verstanden werden. Lisa Gadenstätter versucht einen Text in einfacher Sprache zu gestalten und wird dabei von der Expertin Renate Rohrmüller getestet. Renate überprüft Texte auf Verständlichkeit. Sie liebt diesen Job, weil sie dabei ständig Neues dazulernt.

Kurt stammt aus einer zerrütteten Familie. Mutter und Vater waren ständig am Arbeiten.

Der Wiener war als Kind schwer krank und seine Heilung war wie ein zweiter Geburtstag. Aus diesem Grund hat er viel Unterricht verpasst. Kurt war ein Außenseiter und wurde irgendwann in die Sonderschule abgeschoben.

Die größten Schwierigkeiten hat er damit, Automaten zu bedienen und Formulare auszufüllen. Er ist dabei immer auf Fremde angewiesen. Mit seinem Handy kann er nur Telefonieren. Computer benutzt er bis heute nicht.

Den 19-jährigen Matthias hat Lesen und Schreiben noch nie interessiert. Druckbuchstaben kann er entziffern, aber Schreibschrift fällt ihm schwer.

9 Jahre besuchte Matthias eine Montessori Schule in St. Pölten. Die Schulzeit empfand er als cool. Sein großer Traum ist es, den Führerschein zu machen. Er lernt gerade auf dem iPad mittels einer App, damit er später im Kurs nichts lesen muss.

Ronald lebt in Klagenfurt mit seiner Familie in dem Haus, in dem er aufgewachsen ist. Weil er immer im Dialekt gesprochen hat, fiel ihm die Schriftsprache schwer. Irgendwann bestimmte seine Mutter, dass er eine Sonderschule besuchen soll. Dadurch verschloss er sich aber noch mehr. Er vermied es immer, in der Öffentlichkeit zu schreiben.

Eigentlich wollte Ronald Konditor werden. Nach einer Probewoche in einer Klagenfurter Konditorei war der Chef mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Aber er war auch der Meinung, dass Ronald wegen seiner Schreib- und Leseschwäche die Berufsschule nicht schaffen würde. Ronald wurde deswegen nicht eingestellt.

Durch Zufall hörte er im Radio, dass in der Volkshochschule der Kurs "Rechnen, Schreiben und Lesen" angeboten wird. Er bat seine Lebensgefährtin, sich für ihn zu erkundigen.

Dort verbesserte er seine Fähigkeiten. Jetzt fühlt er deswegen schon weniger Druck.

Livia ist in Rumänien aufgewachsen. Sie war noch nie auf einer Schule. Deutsch hat sie von einer Nachbarin gelernt. Vor 7 Jahren ist sie mit ihrem Mann und ihren 2 Kindern nach Graz gezogen. Sie hat sich immer geschämt, nicht Lesen und Schreiben zu können. Lisa Gadenstätter begleitet Livia bei ihrem Deutschkurs. Es fehlen ihr nur noch 4 Buchstaben des Alphabets.

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