Lust auf's Leben - Kultur aus allen Richtungen [2016.01.10]
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Katalogzettel
| Titel | Lust auf's Leben - Kultur aus allen Richtungen [2016.01.10] |
| Titelzusatz |
Schnulzodrom |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Huemer, Michael [Interviewte/r]
ORF Radio Oberösterreich [Sendeanstalt] |
| Datum |
2016.01.10 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Musik ; U-Musik ; Radiosendung-Mitschnitt |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP2 [Dateiformat: MP2] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E53-01542 |
Information
Inhalt
[Senderinformation] Das Programm der Sendung „Lust aufs Leben“ am Sonntag, 10.1., ab 21.03 Uhr kommt diesmal aus dem Archiv der Hörenswürdigkeiten des Landesstudios Oberösterreich: Das „Schnulzodrom“ hat Radio-Grandseigneur Haymo Pockberger erfunden.
Pockberger wurde 1925 in Salzburg als Sohn eines Forstmeisters geboren, er erlernte die Schauspielerei und wurde Komödiant. Den Krieg erlebte er an der Ostfront. Im Jahr 1948 legte er seine Reifeprüfung am Wiener Reinhardt-Seminar ab, danach arbeitete er an den Theatern in Salzburg und Bregenz. Sein Komödiantentum und sein Humor führten dazu, dass er im Herbst 1968 zum Unterhaltungschef des Landesstudios bestellt wird.
Und damit setzte eine Reihe von Sendungen ein, denen großer Erfolg beschieden war. Eine davon war das „Schnulzodrom“, das von 1969 bis 1974 im Programm von Ö3 gesendet wurde.
Pralles Repertoire
Schon in diesen Jahren war der Schlager fester Bestandteil deutschsprachiger Sangeslust und praller Repertoire-Kataloge. Eine eindeutige Definition von Schlager gibt es in der Musikwissenschaft nicht. Der Begriff taucht erstmalig im „Wiener Fremdenblatt“ vom 17. Februar 1867 auf. Im Bericht über die Uraufführung des Walzers „An der schönen blauen Donau“ war zu lesen: „Die Eröffnungsnummer der zweiten Abteilung war ein entschiedener Schlager“. Ich nehme an, dass damit die zündende Melodie des Walzers gemeint war, die beim Publikum sozusagen „eingeschlagen“ hat und dem könnte man beim Donauwalzer ja durchaus zustimmen.
Später wurde der Begriff im deutschen Sprachgebrauch eingeführt als Bezeichnung vor allem für Gesangsstücke, meist aus Opern oder Operetten, die populär waren oder wurden. Sei’s wie es sei, es hat mich zu interessieren begonnen und ich habe in unserem Hörfunkarchiv recherchiert. Was war vor 100 Jahren eigentlich zu hören? Tatsächlich konnte ich Aufnahmen aus dem Jahr 1916 finden, die also heute ein Jahrhundert alt sind.
„Draußen im Schönbrunner Park“ – Josma Selim
Die österreichisch-jüdische Sängerin Selim wurde 1884 in Wien geboren und war eine gefeierte Chansonniere. 1914 lernte sie den Komponisten und Schriftsteller Ralph Benatzky kennen. Der war zu jener Zeit erfolgreicher Newcomer in der Wiener Kabarattszene. Sie heiraten noch im selben Jahr. Das Künstlerduo, Selima als Sängerin, Benatzky am Klavier, erreichte mit seinem Vortrag von Chansons und Wiener Liedern europäische Berühmtheit. „Draußen im Schönbrunner Park“, eben 1916 aufgenommen, war dann die spätere Vorlage für das Lied „‘s ist einmal im Leben so“ aus der Operette „Im weißen Rössl“.
Sendungshinweis
„Lust aufs Leben“, 10.1.16
Es müsste einem eigentlich beim Text die Luft wegbleiben, weil der alte Kaiser als lieber guter alter Herr besungen wird, der alles lenkt und richtet. Erinnern wir uns zurück. 1916 befand sich die österreichisch-ungarische Monarchie im 3. Jahr des Ersten Weltkriegs. Anfänglich herrscht Hurra-Patriotismus „Wir ziehen in den Krieg“, zwei Jahre nur noch lähmendes Entsetzen und Trauer.
„Santa Lucía“ – Enrico Caruso
Aus demselben Jahr stammt die nächste Aufnahme. Enrico Caruso singt einen Klassiker: „Santa Lucia“, aufgenommen am 20. März 1916. Für eine hundert Jahre alte Aufnahme ist die Aufnahmequalität erstaunlich gut. Enrico Caruso war ein italienischer Opernsänger, der als der Tenor schlechthin bezeichnet wird. Er hatte eine so kräftige und klare Stimme, dass es für die Zuhörer möglich war, jedes einzelne Wort seiner Arien zu verstehen. Er gilt heute noch in der Fachwelt als einer der größten Tenöre aller Zeiten. Das waren jetzt zwei gesungene Aufnahmen, als dritte soll ein Instrumentalstück zu hören sein.
„La Cumparsita“ – Roberto Firpo y su orchesta típica
Eine legendäre Aufnahme aus Buenos Aires mit einem Tangoklassiker, der 1916 seine Premiere erfuhr. Roberto Firpo y Su Orchesta Típica – eine Aufnahme, der man die 100 Jahre allerdings ankennt. „La Cumparsita“ könnte man mit „Karnevalsumzug“ übersetzen. Er zählt zu den vielleicht bekanntesten und meistgespielten Tangos.
Pockberger wurde 1925 in Salzburg als Sohn eines Forstmeisters geboren, er erlernte die Schauspielerei und wurde Komödiant. Den Krieg erlebte er an der Ostfront. Im Jahr 1948 legte er seine Reifeprüfung am Wiener Reinhardt-Seminar ab, danach arbeitete er an den Theatern in Salzburg und Bregenz. Sein Komödiantentum und sein Humor führten dazu, dass er im Herbst 1968 zum Unterhaltungschef des Landesstudios bestellt wird.
Und damit setzte eine Reihe von Sendungen ein, denen großer Erfolg beschieden war. Eine davon war das „Schnulzodrom“, das von 1969 bis 1974 im Programm von Ö3 gesendet wurde.
Pralles Repertoire
Schon in diesen Jahren war der Schlager fester Bestandteil deutschsprachiger Sangeslust und praller Repertoire-Kataloge. Eine eindeutige Definition von Schlager gibt es in der Musikwissenschaft nicht. Der Begriff taucht erstmalig im „Wiener Fremdenblatt“ vom 17. Februar 1867 auf. Im Bericht über die Uraufführung des Walzers „An der schönen blauen Donau“ war zu lesen: „Die Eröffnungsnummer der zweiten Abteilung war ein entschiedener Schlager“. Ich nehme an, dass damit die zündende Melodie des Walzers gemeint war, die beim Publikum sozusagen „eingeschlagen“ hat und dem könnte man beim Donauwalzer ja durchaus zustimmen.
Später wurde der Begriff im deutschen Sprachgebrauch eingeführt als Bezeichnung vor allem für Gesangsstücke, meist aus Opern oder Operetten, die populär waren oder wurden. Sei’s wie es sei, es hat mich zu interessieren begonnen und ich habe in unserem Hörfunkarchiv recherchiert. Was war vor 100 Jahren eigentlich zu hören? Tatsächlich konnte ich Aufnahmen aus dem Jahr 1916 finden, die also heute ein Jahrhundert alt sind.
„Draußen im Schönbrunner Park“ – Josma Selim
Die österreichisch-jüdische Sängerin Selim wurde 1884 in Wien geboren und war eine gefeierte Chansonniere. 1914 lernte sie den Komponisten und Schriftsteller Ralph Benatzky kennen. Der war zu jener Zeit erfolgreicher Newcomer in der Wiener Kabarattszene. Sie heiraten noch im selben Jahr. Das Künstlerduo, Selima als Sängerin, Benatzky am Klavier, erreichte mit seinem Vortrag von Chansons und Wiener Liedern europäische Berühmtheit. „Draußen im Schönbrunner Park“, eben 1916 aufgenommen, war dann die spätere Vorlage für das Lied „‘s ist einmal im Leben so“ aus der Operette „Im weißen Rössl“.
Sendungshinweis
„Lust aufs Leben“, 10.1.16
Es müsste einem eigentlich beim Text die Luft wegbleiben, weil der alte Kaiser als lieber guter alter Herr besungen wird, der alles lenkt und richtet. Erinnern wir uns zurück. 1916 befand sich die österreichisch-ungarische Monarchie im 3. Jahr des Ersten Weltkriegs. Anfänglich herrscht Hurra-Patriotismus „Wir ziehen in den Krieg“, zwei Jahre nur noch lähmendes Entsetzen und Trauer.
„Santa Lucía“ – Enrico Caruso
Aus demselben Jahr stammt die nächste Aufnahme. Enrico Caruso singt einen Klassiker: „Santa Lucia“, aufgenommen am 20. März 1916. Für eine hundert Jahre alte Aufnahme ist die Aufnahmequalität erstaunlich gut. Enrico Caruso war ein italienischer Opernsänger, der als der Tenor schlechthin bezeichnet wird. Er hatte eine so kräftige und klare Stimme, dass es für die Zuhörer möglich war, jedes einzelne Wort seiner Arien zu verstehen. Er gilt heute noch in der Fachwelt als einer der größten Tenöre aller Zeiten. Das waren jetzt zwei gesungene Aufnahmen, als dritte soll ein Instrumentalstück zu hören sein.
„La Cumparsita“ – Roberto Firpo y su orchesta típica
Eine legendäre Aufnahme aus Buenos Aires mit einem Tangoklassiker, der 1916 seine Premiere erfuhr. Roberto Firpo y Su Orchesta Típica – eine Aufnahme, der man die 100 Jahre allerdings ankennt. „La Cumparsita“ könnte man mit „Karnevalsumzug“ übersetzen. Er zählt zu den vielleicht bekanntesten und meistgespielten Tangos.