zurück

Navigation

Suchen

Erich Fried - Dichter im Porzellanladen

Mediathek

Dieses Medium ist nur vor Ort im Publikumsbetrieb der Österreichischen Mediathek verfügbar.

Katalogzettel

Titel Erich Fried - Dichter im Porzellanladen
Titelzusatz Kulturdoku
Urheber/innen und Mitwirkende Stadler, Clarissa [Moderation] [GND ]
Fried, Erich [Gefeierte Person] [GND ]
ORF 2 [Sendeanstalt]
Datum 2021.05.03 [Sendedatum]
Schlagworte Kultur ; Dokumentation ; Portrait ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-24148

Information

Inhalt

[Senderinformation] Er war ein engagierter Humanist und humorvoller Sprachkünstler: der österreichische Lyriker Erich Fried, der nach seiner Flucht im Londoner Exil blieb, wäre am 6. Mai 100 Jahre alt geworden.

1938 floh Erich Fried mit 17 Jahren vor den Nationalsozialisten. Als Emigrant wurde er zu einer der markantesten Persönlichkeiten des österreichischen Geisteslebens. Seine Karriere als Dichter machte er in Deutschland. Frieds Verhältnis zu Österreich blieb bis zu seinem Tod ambivalent.

„Nach dem deutschen Einmarsch in Wien 1938, der mich aus einem österreichischen Oberschüler in einen verfolgten Juden verwandelte, und nach der Ermordung meines unpolitischen Vaters durch Gestapo-Beamte, nahm ich mir vor, wenn ich lebend entkäme, zu tun, was mein Vater in den letzten Jahren seines Lebens vergeblich tun wollte: Schriftsteller zu werden. Ich wollte gegen Faschismus, Rassismus und die Austreibung unschuldiger Menschen schreiben.“ (Aus Erich Frieds Exiltagebuch)

Dieses Versprechen hat Erich Fried voll erfüllt. Trotz oder gerade wegen seines Schicksals. Fried sorgt für brechend volle Auditorien und beschert seinem kongenialen Verleger Klaus Wagenbach Auflagen, von denen andere Dichter nur träumen können.

Ob Vietnam, Nicaragua oder Südafrika, ob es um die inhumanen Folgen eines human gemeinten Sozialismus geht, Stalinismus, militanten Zionismus oder Massenvernichtungswaffen: Fried ist kein Eisen zu heiß, um es nicht lyrisch aufzugreifen. Er verurteilt den Terrorismus scharf, wendet sich aber zugleich gegen die Methoden der Terrorismusbekämpfung, fordert für die Gefangenen der Baader-Meinhof-Gruppe humane Haftbedingungen und einen fairen Prozess. Er wird bezichtigt RAF-Sympathisant zu sein. Seine tabulose Kritik trägt ihm Empörung ein, Prozesse und eine wachsende Anhängerschaft. 1987, ein Jahr vor seinem Tod, als ihm der Büchner-Preis verliehen wird, provoziert er mit der Bemerkung, dass Büchner heute Mitglied der RAF geworden wäre. Zum Schluss irritiert er noch Freund und Feind als er Verständnis für den verurteilten Neonazi Michael Kühnen zeigt und ihn im Gefängnis besucht.

Anhand von etwa 20 Gedichten erzählt Regisseurin Danielle Proskar vom Schicksal des engagierten Humanisten und humorvollen Sprachkünstlers Erich Fried, und von der – teilweise aus den Fugen geratenen - Zeit, die er beschreibt. Menschen, die mit Fried eng verbunden waren, geben Einblick in kleine private und berufliche Episoden, und damit in das facettenreiche Wesen ihres Freundes Erich Fried.

Download


Metadaten
Mediathek Logo