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Die Jungen sollen sich zamreißen

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Katalogzettel

Titel Die Jungen sollen sich zamreißen
Titelzusatz Dok1
Urheber/innen und Mitwirkende Gadenstätter, Lisa [Reporter/in] [GND ]
ORF 1 [Sendeanstalt]
Datum 2021.05.12 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Dokumentation ; Kinder und Jugend ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-24295

Information

Inhalt

[Senderinformation] Für viele junge Menschen ist die Corona Pandemie eine mehrfache Belastung. Seit über einem Jahr hören sie ständig, sie sollen die ältere Generation schützen, sie sollen Kontakte vermeiden und am besten zu Hause bleiben. Sie sollen keine Partys feiern und ein paar Monate nicht in der Schule zu lernen, kann doch nicht so schlimm sein.

Die Jugend wird in Österreich gerne zum Sündenbock gemacht, sie hat keine Lobby und keine Interessensvertretung. Die Jungen sollen gehorchen und nicht aufmucken - aber bei der Impfung kommen sie dann erst als Letzte dran.

DOK1 zeigt, welche Spuren home schooling, social distancing und das Leben im Lockdown hinterlassen haben. Isolation, Einsamkeit und Zukunftsängste führen zu Depressionen, Ess- und Schlafstörungen, Medikamenten-, Drogen- und Alkoholmissbrauch und im schlimmsten Fall zu täglichen Suizidgedanken. Die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll, die Wartelisten für Therapieplätze für junge Menschen ist lang.

Dennoch ist das öffentliche Reden über eigene psychische Probleme in Österreich noch immer ein Tabu. Sätze wie: "Du bist ja nur traurig" und "Reiß dich halt zusammen, so schlimm kann das ja nicht sein, auf der Couch zu sitzen!", hören Jugendliche mit Depressionen immer wieder - ihre Krankheit wird nicht ernst genommen.

Lisa Gadenstätter fragt, wie sich die Corona Krise auf die Seele der österreichischen Jugend auswirkt und trifft mutige junge Frauen und Männer, die erzählen, wie sie mit den psychischen Belastungen seit Beginn der Pandemie umgegangen sind:

Die Schülerin, die zwischen Verantwortungsbewusstsein und Suizidgedanken wechselt und zum Ausgleich mit ihrer Freundin Züge anschreien geht. Der junge Mann, der seine Einsamkeit in kurzen, traurigen Tagebuchnotizen festhält. Die Maturantin, die durch ihre Magersucht alle Lebensfreude verloren hat. Die Kickbox-Europameisterin, die ihren nächsten Titelkampf jede Nacht im Traum verliert. Der Vater, der nach dem Suizid seines Sohnes andere Familien aufrütteln will. Der anonyme Alkoholiker, der über seinen Rückfall während des Lockdowns spricht. Die Studentinnen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, über ihre Depressionen öffentlich zu reden, damit psychische Erkrankungen in Österreich nicht mehr weiter ein Tabu sind. Ein Tabu, das auch nicht vor Prominenten Halt macht, wie Robert Kratky aus eigener Erfahrung erzählt.

Sie alle berichten von ihren ganz persönlichen emotionalen Tiefen in der psychischen Ausnahmesituation des letzten Jahres. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Hilfe und einen Ausweg gesucht haben und auf dem langen und mühsamen Weg der Besserung sind.

Begleitet wird Lisa Gadenstätter von Elke Prochaska von Rat auf Draht, Brigitte Lenhard-Backhaus von Intakt, einem Therapiezentrum für Essstörungen, und dem Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie im AKH Wien, Dr. Paul Plener.

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