Heimat Fremde Heimat [2021.10.03]
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Heimat, fremde Heimat
Katalogzettel
| Titel | Heimat Fremde Heimat [2021.10.03] |
| Titelzusatz |
Über die Mühlen der MA35, Staatenlosigkeit und Jenische in Österreich |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Sticker, Ajda [Moderation]
ORF 2 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2021.10.03 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Gesellschaft ; Politik Österreich ; Migration ; TV-Mitschnitt |
| Typ | video |
| Format |
DFMPG [Dateiformat: MPG] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | E52-25789 |
| Gesamtwerk/Reihe | Heimat, fremde Heimat |
Information
Inhalt
[Senderinformation]
Die Mühlen der MA35
Die Kritik an der MA35, der für Einwanderung und Staatsbürgerschaft zuständigen Magistratsabteilung der Stadt Wien, reißt nicht ab. Betroffene berichten davon, dass ihre Anträge monatelang nicht bearbeitet werden, niemand auf Telefonanrufe reagiere und die Entscheidungen über Aufenthaltsgenehmigungen willkürlich seien.
Seit einigen Wochen regt sich jedoch Widerstand. Mit der Facebookgruppe „DemonstrationMA35“ haben sich Betroffene zusammengetan, die ihren Unmut auch auf der Straße kundtun.
Staatenlosigkeit
Rund 4,2 Millionen Menschen sind weltweit von Staatenlosigkeit betroffen. Zum Schutz staatenloser Menschen und zur Verminderung von Staatenlosigkeit haben die Vereinten Nationen zwei Übereinkommen geschlossen, die auch Österreich ratifiziert hat. Bis heute wurden diese nicht zur Gänze ins nationale Recht umgesetzt.
Ruth Schöffl vom Flüchtlingshochkommissariat UNHCR, Leonhard Call, Mitglied des Europäischen Netzwerks zur Staatenlosigkeit, sowie Betroffene berichten, mit welchen alltäglichen Problemen und bürokratischen Hürden staatenlose Menschen zu kämpfen haben und wie Österreich mit Staatenlosigkeit umgeht.
Jenische in Österreich: Das lange Warten auf eine Anerkennung
Die Geschichte der Jenischen in Österreich ist seit jeher geprägt von Diskriminierung und Stigmatisierung. Die einst nichtsesshafte Bevölkerung, die Handwerk und Handel betrieben hat, wurde bereits ab dem 18. Jahrhundert zur Sesshaftigkeit, damit auch zur Assimilation gezwungen und stets an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Im Nationalsozialismus wurden sie als sogenannte „Asoziale“ verfolgt und ermordet, und auch lange nach 1945 wurden Familien auseinandergerissen, Kinder den Eltern weggenommen.
All dies hat zur Folge, dass sich viele Menschen entweder vom Jenischen abgewandt haben oder aber im Verborgenen leben wollten bzw. wollen. Die Autorin Sieglinde Schauer-Glatz, der Präsident des Jenischen Kulturverbands Alois Lucke sowie Marco Buckovez erzählen von ihren Erfahrungen und betonen die Wichtigkeit einer Anerkennung der Jenischen als Volksgruppe, deren Prüfung im Regierungsprogramm festgehalten wird.
Die Mühlen der MA35
Die Kritik an der MA35, der für Einwanderung und Staatsbürgerschaft zuständigen Magistratsabteilung der Stadt Wien, reißt nicht ab. Betroffene berichten davon, dass ihre Anträge monatelang nicht bearbeitet werden, niemand auf Telefonanrufe reagiere und die Entscheidungen über Aufenthaltsgenehmigungen willkürlich seien.
Seit einigen Wochen regt sich jedoch Widerstand. Mit der Facebookgruppe „DemonstrationMA35“ haben sich Betroffene zusammengetan, die ihren Unmut auch auf der Straße kundtun.
Staatenlosigkeit
Rund 4,2 Millionen Menschen sind weltweit von Staatenlosigkeit betroffen. Zum Schutz staatenloser Menschen und zur Verminderung von Staatenlosigkeit haben die Vereinten Nationen zwei Übereinkommen geschlossen, die auch Österreich ratifiziert hat. Bis heute wurden diese nicht zur Gänze ins nationale Recht umgesetzt.
Ruth Schöffl vom Flüchtlingshochkommissariat UNHCR, Leonhard Call, Mitglied des Europäischen Netzwerks zur Staatenlosigkeit, sowie Betroffene berichten, mit welchen alltäglichen Problemen und bürokratischen Hürden staatenlose Menschen zu kämpfen haben und wie Österreich mit Staatenlosigkeit umgeht.
Jenische in Österreich: Das lange Warten auf eine Anerkennung
Die Geschichte der Jenischen in Österreich ist seit jeher geprägt von Diskriminierung und Stigmatisierung. Die einst nichtsesshafte Bevölkerung, die Handwerk und Handel betrieben hat, wurde bereits ab dem 18. Jahrhundert zur Sesshaftigkeit, damit auch zur Assimilation gezwungen und stets an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Im Nationalsozialismus wurden sie als sogenannte „Asoziale“ verfolgt und ermordet, und auch lange nach 1945 wurden Familien auseinandergerissen, Kinder den Eltern weggenommen.
All dies hat zur Folge, dass sich viele Menschen entweder vom Jenischen abgewandt haben oder aber im Verborgenen leben wollten bzw. wollen. Die Autorin Sieglinde Schauer-Glatz, der Präsident des Jenischen Kulturverbands Alois Lucke sowie Marco Buckovez erzählen von ihren Erfahrungen und betonen die Wichtigkeit einer Anerkennung der Jenischen als Volksgruppe, deren Prüfung im Regierungsprogramm festgehalten wird.