zurück

Frühstück bei mir [2019.01.27] - Anna Veith

Mediathek

Dieses Medium ist nur vor Ort im Publikumsbetrieb der Österreichischen Mediathek verfügbar.

Katalogzettel

Titel Frühstück bei mir [2019.01.27] - Anna Veith
Urheber/innen und Mitwirkende Stöckl, Claudia [Moderation] [GND ]
Fenninger, Anna [Interviewte/r] [GND ]
ORF Radio Österreich 3 [Sendeanstalt]
Datum 2019.01.27 [Sendedatum]
Schlagworte Musik ; U-Musik ; Interview ; Nachrichten ; Klima und Wetter ; Radiosendung-Mitschnitt
Typ audio
Format DFMP2 [Dateiformat: MP2]
Sprache Deutsch
Signatur E53-03999

Information

Inhalt

[Senderinformation] "Fühle mich in der Lage wieder zurückzukommen“

Zwei Wochen nach ihrem Kreuzbandriss am rechten Knie hat sich Ski-Star Anna Veith in Ö3-„Frühstück bei mir“ im ersten ausführlichen Interview zu Verletzung und Zukunftsplänen gemeldet.

Ihr Kreuzbandriss vor zwei Wochen beim Riesentorlauf-Training in Pozza di Fassa bedeutete auch gleichzeitig das Saison-Aus. Seitdem hat sich Skistar Anna Veith, seit Jahren vom Verletzungspech verfolgt, zurückgezogen. Die 29-jährige Salzburgerin bat Claudia Stöckl nach Hause nach Rohrmoos in der Steiermark, derzeit ist ihr verletztes Bein geschient und sie muss noch mit einer Krücke gehen. Veith über ihren aktuellen Zustand auf Ö3: „Ich bin froh, dass die OP gut verlaufen ist und dass es mir so jetzt eigentlich recht gut geht, ich kann mich schon gut bewegen, habe wenig Schwellung und keine Schmerzen.“

An den folgenschweren Trainingslauf am 12. Jänner im Südtiroler Pozza di Fassa erinnert sich die Olympiasiegerin so: „Ich bin in den Steilhang reingefahren und mich hat es nach unten gedrückt und beim Linksschwung hab ich dann korrigieren müssen, nachher viel Druck auf den Ski bekommen und durch die Schläge, durch die Position am Ski ist mein Kreuzband unterm Fahren gerissen. Es hat einen Knacks gemacht und ich hab gemerkt jetzt ist das Kreuzband gerissen, mir war das in dem Moment sofort klar.“

Veith gestand auch im Gespräch mit Claudia Stöckl dass ihre Verzweiflung über den neuerlichen Rückschlag groß war, in Telefonaten mit ihrer Mutter und ihrem Mann Manuel habe sie auch Tränen vergossen: „Die Emotionen waren extrem, weil ich auf dem Weg an die Spitze zurück war und ich habe sofort das Gefühl gehabt, ich kann meinen Weg nicht beenden und das hat mir eigentlich am meisten wehgetan“, gestand die Verletzungsgeplagte auf Ö3, die sich nach der schweren Knieverletzung 2015 ja wieder zu einer Olympia-Silbermedaille zurückgekämpft hatte.

Sie habe auch schon nach einem tieferen Grund für den neuerlichen Rückschlag gesucht, so Veith auf Ö3, und erklärt es sich so: „Ich hab versucht im Riesentorlauf wieder an die Spitze zu kommen und da muss man extrem viel Arbeit investieren in Training, in Material testen und einfach auch an das Limit kommen. Ich habe mir da vielleicht einfach zu wenig Zeit gegeben, ich habe natürlich ein Ziel gehabt, das ich unbedingt erreichen wollte, vielleicht hab ich einfach in dieser Phase zu viel wollen und das ist auch oft der Grund warum einen der Körper wieder bremst.“

In den letzten zwei Wochen, so der Ski-Star im Gespräch mit Claudia Stöckl, hat sie öfter an die Beendigung ihrer Karriere gedacht. „Das ist auch ok, weil in einem Tief hat man öfter negative Gedanken und ich denk auch, dass man das zulassen muss, aber das heißt jetzt auch nicht, dass es beschlossen ist.“ Doch mittlerweile zeigt sich die zweifache Gesamtweltcup-Gewinnerin, die sich auch zur Motivation „Silbermond“ den Song „Die Mutigen“ gewünscht hat - wieder zuversichtlich: „Ich fühle mich in der Lage wieder zurückzukommen.“

Der konkrete Plan lautet jetzt, nach der ersten regenerativen Reha-Phase, “wo das Kreuzband wieder einwächst“ dann Anfang April mit einer gezielten Therapie und koordinativem Training zu beginnen. Die endgültige Entscheidung, ob es das Karriereende oder ein Comeback geben wird, möchte Veith in Ruhe fällen: „Das wird sicher erst in der Abschlussphase von der Reha passieren, wenn ich merke, es ist eine gute körperliche Voraussetzung wieder da, dann werde ich spüren, ob es weitergeht oder ob ich mit dem zufrieden bin, was ich bis jetzt geleistet hab. Ich denke, es wird schon noch einige Monate dauern.“

Ob sie als Plan B schon eine Zukunft als Hotelchefin im Kopf hat? Ihr Mann, Ex-Snowboarders Manuel Veith, führt ja das Boutique-Hotel „Arx“ in Rohrmoos bei Schladming, dessen Umbau Veith, Skistar und mehrfaches Werbetestimonial, auch teilweise mitfinanziert hat: „Plan B mache ich generell keinen, weil meine ganze Energie in den Plan A gesteckt wird. Und wenn Plan A nicht funktioniert, muss man etwas beenden um etwas Neues zu beginnen. Ich weiß nur, dass genug zu tun ist in unserem Haus, aber wie meine konkrete Arbeit dort ausschauen könnte, da habe ich überhaupt keine Ahnung“, so Anna Veith auf Ö3.

Und auch Kinder sind derzeit kein Thema: „Ich bin noch jung genug, um da keinen Stress zu bekommen. Wir wollen eine Familie, aber solange unser Berufsleben so intensiv ist, wird die Familienplanung noch warten müssen.“

Außerdem bekräftigte Anna Veith die Kritik von Ski-Star Marcel Hirscher an der FIS, die er gleich nach ihrem Unfall öffentlich geäußert hatte, an zu viel Terminenstress abseits der Rennen für die Läufer („Wir werden schon richtig geschliffen.“). Veith in Ö3-„Frühstück bei mir“: „Ich stimme ihm zu, es wird immer mehr an Medien, wir haben immer mehr abseits der Rennen zu tun, aber das Rennprogramm dazu wird nicht angepasst, es wird immer knapper und immer enger. Wir haben einen Riesenverband bei der FIS, die einmal hinschauen müssen und sagen: Wir müssen auch die Athleten schützen um eine Show zu bieten, weil wenn die Athleten nicht mehr da sind, dann gibt es kein Skifahren mehr.“

Es wäre an der Zeit, um wichtige Veränderungen im Skizirkus zu realisieren, warnt Veith: „Das wichtigste wäre ein Anpassung vom Rennkalender und von der Vermarktung. Es gibt Rennen, wo zu wenig Arbeiter da sind, um die Pisten gut herzurichten, wo auch wenig Zuschauer sind. Ich finde das es wichtiger wäre, weniger Rennen zu machen, und die Rennen, die man macht, zu hundert Prozent zu vermarkten und Events daraus zu machen und es wieder spannender zu machen. Der aktuelle Trend geht in die andere Richtung, in immer mehr Rennen, Parallellevents in den Städten, wo oft die Zuschauer fehlen. Wenn man das nicht schnell korrigiert, wird der Skisport immer uninteressanter werden.“

Download


Metadaten
Mediathek Logo