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Nationalrat Pius Schneeberger zur Nationalratswahl 09.11.1930

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Katalogzettel

Titel Nationalrat Pius Schneeberger zur Nationalratswahl 09.11.1930
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Schneeberger, Pius [Redner/in]
Datum 1930.11.09 [Bezugsdatum]
Schlagworte Politik Österreich ; Reden und Ansprachen ; Wahlen ; Erste Republik ; Landwirtschaft und Forstwirtschaft ; Arbeitslosigkeit ; Soziales ; Parteien - historisch / SDAP ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme
Typ audio
Format SCS3078 [Schallplatte, Schellack - 30 cm, 78/min]
Nummern Shell II [Matrizennummer]
Signatur 2-72664_b, 2-72659_b

Information

Inhalt

Inhalt laut beigelegtem Zettel:
Internationale Agrarkrise hat auch Österreichs Landwirtschaft getroffen.
Preise der Produkte, besonders Getreide decken nicht einmal mehr die Erzeugerkosten.
Sozialdemokraten haben schon vor mehreren Jahren Antrag auf Einführung eines Getreidehandelsmonopols gestellt, das den Landwirten entsprechnenden Preis und sicheren Absatz garantieren sollte. Wurde durch die bürgerlichen Parteien abgelehnt, setzten ihre unmögliche Zollpolitik fort, womit der Landwirtschaft unermesslicher Schaden zugefügt wurde.
Neuer Nationalrat muss sofort ein derartiges Gesetz beschließen.
Gute Absatzorganisation für Viehzüchter muss in Verbindung mit dem städtischen Markt errichtet werden für den geregelten Absatz und besseren Preis für den Produzenten.
Als vorübergehende Hilfsmaßnahme für die Landwirtschaft hat das Parlament ein Notopfer von 96 Millionen Schilling beschlossen. Das kommt durch Erhöhung der Zucker- und Biersteuer herein, sodass die Armen ebensoviel zu zahlen haben wie die Reichen. Tausende Kleinbauern werden soviel zu bezahlen haben, wie ihr Anteil am Notopfer beträgt. Antrag der Sozaildemokraten statt dessen die Beträge durch die Erhöhung der Luxusssteuer hereinzubekommen, wurde von den bürgerlichen Parteien abgelehnt.
Auch die Landarbeiter haben zu leiden, Tausende werden abgebaut, sie leiden bittere Not, da sie keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung haben.
Mehr als 30 Jahre haben die bürgerlichen Parteien die Einführung einer gesetzlichen Sozialversicherung und eines modernen Arbeitsrechtes verhindert.
Die Benachteiligungen der Grund, warum viele Landarbeiter in die Städte ziehen und dort nur die Arbeitslosigkeit vermehren.
Schädliche Landflucht ist nur durch die Hebung der sozialen Lage der Landarbeiter zu bekämpfen.
Forderungen der Sozialdemokraten:
1. Restlose Durchführung des Landarbeiterversicherungsgesetzes, baldige Einführung der Alters- und Invalidenversicherung
2. Einführung der Arbeitslosenversicherung nach reichsdeutschem Vorbild
3. Schaffung eines modernen Arbeiterrechtes
4. Bau von Landarbeitersiedlungen mit Bundeshilfe
5. Einschränkung der Zahl der ausländischen Wanderarbeiter
Sozialdemokratisches Agrarprogramm weist den Weg, helft mit, dieses Programm zu verwirklichen, wählt am 9. November sozialdemokratisch.

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