Dr. Karl Renner: Wirtschaftliche und kulturelle Programmrede
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Katalogzettel
| Titel | Dr. Karl Renner: Wirtschaftliche und kulturelle Programmrede |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Renner, Karl [Redner/in]
[GND
]
|
| Datum |
1931.10 [Bezugsdatum] |
| Schlagworte | Politik Österreich ; Reden und Ansprachen ; Wahlen ; Publizierte und vervielfältigte Aufnahme |
| Typ | audio |
| Format |
SCS3078 [Schallplatte, Schellack - 30 cm, 78/min] |
| Nummern |
WX 2 |
| Signatur | 2-72660_b |
Information
Inhalt
Inhalt laut beigelegtem Zettel:
Dr. Karl Renner: Wirtschaftliche und kulturelle Programmrede zur Bundespräsidentenwahl Oktober 1931 als sozialdemokratischer Präsidentschaftskandidat
Politische Freiheitsrechte dienen einem Volk als Mittel, seine wirschaftlichen, sozialen und politischen Rechte selbst zu pflegen.
Regierung Renner hat 1918–1920 auch weitgehend wirtschaftliche, soziale und kulturelle Reformen durchgeführt: Erschöpfte Volkswirtschaft in Gang gesetzt, Bundesbahnen wieder in Ordnung gebracht, Ausbau der Wasserkräfte und Elektrifizierung der Bundesbahnen in Angriff genommen, Errichtung der Bauernkammern, Rückgabe von Jagdland der Herrschaften an die Bauern, hat Bauern von Vormundschaft des Großgrundbesitzes und der Handelskammern befreit. Weitere Fortschritte scheiterten am Einspruch der bürgerlichen Parteien.
Regierung Renner hat der Arbeiterschaft jene Sozialgesetzgebung gebracht, die seither vielen Ländern zum Vorbild geworden ist:
Achstundentag, Urlaubsanspruch der Arbeiter und Angestellten, Kollektivvertrag, Einigungsämter, Recht der Vertretung in Betriebe, Kammern für Arbeiter und Angestellte, erster Alters- und Invaliditätsversicherungsentwurf eingebracht, der leider durch Sturz der Regierung verhindert wurde. Sorge für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene.
Neue Grundlagen für Volksschulwesen und Schulreform, Befreiung von Wissenschaft und Presse.
Gesamtes wirtschaftliches und soziales und geistiges Leben unseres Volkes war in der kurzen Zeit von 2 Jahren erneuert.
Diese gewaltigen Leistungen hat nur möglich gemacht, da die Parteien zusammengeführt waren durch eine Regierung, welche dem Dienste der Volksfreiheit und Volkswohlfahrt ergeben und vom Geiste der Verständigung und der Zusammenarbeit getragen war. Solchen Geist brauchen wir wieder an den führenden Stellen des Staates, von solchem Geist muss vor allem der Bundespräsident getragen sein, wenn traurige Zerissenheit unseres Volkes die überwuchernde Macht- und Gewaltpolitik, gefährliches Spiel mit dem Bürgerkrieg überwunden und Gemeinwesen zu aufbauender Arbeit zurückgeführt werden soll.
Unser ganzes Volk wartet auf eine völlige Wende, erhofft sich wahre und volle Erneuerung, die nur zur Tat werden kann durch die Rückkehr zum Geiste von 1918. In diesem Geiste wieder unserem Volke zu dienen, das ist der Sinn meiner Bewerbung um die Bundespräsidentschaft.
Dr. Karl Renner: Wirtschaftliche und kulturelle Programmrede zur Bundespräsidentenwahl Oktober 1931 als sozialdemokratischer Präsidentschaftskandidat
Politische Freiheitsrechte dienen einem Volk als Mittel, seine wirschaftlichen, sozialen und politischen Rechte selbst zu pflegen.
Regierung Renner hat 1918–1920 auch weitgehend wirtschaftliche, soziale und kulturelle Reformen durchgeführt: Erschöpfte Volkswirtschaft in Gang gesetzt, Bundesbahnen wieder in Ordnung gebracht, Ausbau der Wasserkräfte und Elektrifizierung der Bundesbahnen in Angriff genommen, Errichtung der Bauernkammern, Rückgabe von Jagdland der Herrschaften an die Bauern, hat Bauern von Vormundschaft des Großgrundbesitzes und der Handelskammern befreit. Weitere Fortschritte scheiterten am Einspruch der bürgerlichen Parteien.
Regierung Renner hat der Arbeiterschaft jene Sozialgesetzgebung gebracht, die seither vielen Ländern zum Vorbild geworden ist:
Achstundentag, Urlaubsanspruch der Arbeiter und Angestellten, Kollektivvertrag, Einigungsämter, Recht der Vertretung in Betriebe, Kammern für Arbeiter und Angestellte, erster Alters- und Invaliditätsversicherungsentwurf eingebracht, der leider durch Sturz der Regierung verhindert wurde. Sorge für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene.
Neue Grundlagen für Volksschulwesen und Schulreform, Befreiung von Wissenschaft und Presse.
Gesamtes wirtschaftliches und soziales und geistiges Leben unseres Volkes war in der kurzen Zeit von 2 Jahren erneuert.
Diese gewaltigen Leistungen hat nur möglich gemacht, da die Parteien zusammengeführt waren durch eine Regierung, welche dem Dienste der Volksfreiheit und Volkswohlfahrt ergeben und vom Geiste der Verständigung und der Zusammenarbeit getragen war. Solchen Geist brauchen wir wieder an den führenden Stellen des Staates, von solchem Geist muss vor allem der Bundespräsident getragen sein, wenn traurige Zerissenheit unseres Volkes die überwuchernde Macht- und Gewaltpolitik, gefährliches Spiel mit dem Bürgerkrieg überwunden und Gemeinwesen zu aufbauender Arbeit zurückgeführt werden soll.
Unser ganzes Volk wartet auf eine völlige Wende, erhofft sich wahre und volle Erneuerung, die nur zur Tat werden kann durch die Rückkehr zum Geiste von 1918. In diesem Geiste wieder unserem Volke zu dienen, das ist der Sinn meiner Bewerbung um die Bundespräsidentschaft.