Das künstliche Museum. Bericht über eine Kunstreise (1)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Hörbilder
Katalogzettel
| Titel | Das künstliche Museum. Bericht über eine Kunstreise (1) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Angerer, Peter [Gestaltung]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1994.10.22 [Sendedatum] 1993.06.10 [Erst-Sendedatum] |
| Schlagworte | Kultur ; Feature ; Reise ; Museum ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signatur | 9-33468 |
| Gesamtwerk/Reihe | Hörbilder |
Information
Inhalt
Portofino ist eine klimatisch begünstigte Bucht in der Nähe von Genua und wegen der Anlegestelle für illustre Yachteigner berühmt geworden. Gesellschaftsfähig war Portofino seit der Jahrhundertwende durch die Ansiedlung reicher Engländer. Was gefehlt hat, war ein adäquates Museum mit einer sensationellen Sammlung. Durch die Zerstörung italienischer Kunstschätze während des Weltkriegs war auch die Übersicht der Kunstliebhaber verloren gegangen und neue Sammler konnten sich als Kunstretter feiern und Fragen nach den Herkunftsquellen unbeantwortet lassen. Im "Museo del Monte di Portofino" wurden überwiegend Fresken gehortet, die die Verbindungen zwischen byzantinischer und italienischer Renaissance-Kunst "lesbar" gemacht haben. Seit 1967 wurde das Museum zu einem internationalen Studienzentrum, immerhin waren zufällig gefundene und bislang unbekannte Meisterwerke von Bonifacio Bembo, Giulio Romano oder Bernardino Luini zu entdecken. Anfang der 80er Jahre wurde das Museumsrätsel gelöst. Die 184 Bildwerke waren Fälschungen und das Museum mußte - allerdings ohne einen Skandal auszulösen - geschlossen werden. War die Sammlung das Lebenswerk eines spleenigen Millionärs, der mit seinem künstlichen Museum und einer aufwendigen, aber eben erfundenen Dokumentation die Kunstwelt täuschen oder eine Diskussion über unseren Originalitätsbegriff entfachen wollte? Die Werkstätten, aus welchen die genialen Fälschungen gekommen waren, wurden nie entdeckt. War das Museum vielleicht eine aufwendige Inszenierung für amerikanische und britische Kunstliebhaber?