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Die Fesseln der Vergangenheit. Das Sinai Centrum in Amersfoort - Eine Zufluchtsstätte für die Opfer von Folter und Verfolgung (1)

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Hörbilder

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Titel Die Fesseln der Vergangenheit. Das Sinai Centrum in Amersfoort - Eine Zufluchtsstätte für die Opfer von Folter und Verfolgung (1)
Spieldauer
Urheber/innen und Mitwirkende Brand, Martina [Gestaltung] [GND ]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt]
Datum 1991.03.30 [Sendedatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Feature ; Völkermord und Holocaust ; Gesundheitswesen und medizinische Versorgung ; Radiosendung-Sendematerial
Typ audio
Format DFMP3 [Dateiformat: MP3]
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV]
TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung]
Signatur 9-33487
Gesamtwerk/Reihe Hörbilder

Information

Inhalt

Als das Centrum 1960 gegründet wurde, war der Begriff "Überlebenden-Syndrom" noch nicht erfunden. Doch was die Psychiater und Psychologen hier an den Patienten beobachten mußten, war eindeutig. Körperlich hatten die Überlebenden die Mauern der KZs und ihre Verstecke vor der SS verlassen. Seelisch aber waren sie noch immer in ihnen befangen. Um so jünger die Betroffenen die NS-Zeit erlebt hatten, umso hartnäckiger wirkten die Persönlichkeitsstörungen. Die Verfolgungs- und Todesängste, die Zerstörung des Weltvertrauens und der Menschenwürde, wie es als einer der ersten Jean Amery beschrieben hat, wirkten sich auch auf das Familienleben und die Kindererziehung aus. Dem Patientenkreis der Überlebenden und "child-survivers" folgten bald deren Kinder. Im Sinai-Centrum machte man die Erfahrung, daß die zweite Generation der NS-Opfer einer anderen Therapie bedarf als die erste. So wurde in Amsterdam eine "Jüdische Ambulante Psychiatrische und Psychosoziale Fürsorge" eingerichtet. Vom "Fluch des Bösen" und davon, daß es "kein Entkommen" gibt, davon sprechen heute nicht die Täter, sondern die Opfer. Was das Überlebenden-Syndrom für die Betroffenen bedeutet, das läßt sich für Außenstehende letztlich nur ahnen.

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