Fremde Heimat - Ein Besuch bei den Donauschwaben in Salzburg
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Hörbilder
Katalogzettel
| Titel | Fremde Heimat - Ein Besuch bei den Donauschwaben in Salzburg |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Schmitzer, Ulrike [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1998.12.05 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Gesellschaft ; Feature ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signatur | 9-33728 |
| Gesamtwerk/Reihe | Hörbilder |
Information
Inhalt
Die Geschichte hat es nicht wirklich gut gemeint mit ihnen. Im 18. Jahrhundert wurden sie aus dem Schwabenland in den Südosten Europas gesiedelt, um das nach 150 Jahren Türkenherrschaft verödete Tiefland zwischen Donau, Theiß und der heutigen ungarischen Grenze neu zu beleben und zu kultivieren. Bis 1941 lebten die Donauschwaben mit Slawen und Madjaren in friedlicher - wenn auch nicht immer konfliktfreier - Koexistenz. Als Hitlers Truppen aber Jugoslawien besetzten, bedeutete es plötzlich etwas ganz anderes "deutsch" zu sein als all die Jahrhunderte zuvor. Aus Nachbarn waren vielfach Faschisten geworden und mancher Mitbewohner im Vielvölkerstaat wurde durch die falsche Uniform zum Feind. 1945 schließlich mußten die Donauschwaben gehen. Viele wurden in Arbeitslager deportiert, viele kamen um. Die ehemaligen Stammländer wie Österreich und Deutschland zeigten sich nur mäßig erfreut, als das menschliche Strandgut nationalsozialistischer Politik die alte Heimat zur neuen machen wollte. Nach einer Reihe von Irrungen und Wirrungen landeten etwa 8000 von ihnen - dank einer Initiative der Caritas - in Salzburg. Heute sind sie längst integriert. Nur hin und wieder, wenn die "Volksdeutschen" aus welchen Gründen auch immer zum Spielball aktueller Politik gemacht werden, erinnert man sich daran, daß die Geschichte es mit den Donauschwaben tatsächlich nicht immer gut gemeint haben kann.