Woran denkt man, wenn man tötet? An nichts
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Hörbilder
Katalogzettel
| Titel | Woran denkt man, wenn man tötet? An nichts |
| Titelzusatz |
Verdrängt und vergessen - Frankreichs schmutziger Krieg in Algerien 1964–1962 |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Mayer-Simeth, Dieter [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1999.07.31 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Gesellschaft ; Feature ; Krieg ; Radiosendung-Sendematerial |
| Örtliche Einordnung |
Algerien
|
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signatur | 9-33743 |
| Gesamtwerk/Reihe | Hörbilder |
Information
Inhalt
Anfang 1998 machte der populäre französische Radiojournalist Daniel Mermet den längst vergessen geglaubten Algerienkrieg zum Thema einer Reihe von einstündigen Sendungen. Er bat die Hörer, ihre Meinungen und Erlebnisse von damals zu schreiben, zu faxen oder einem Anrufbeantworter anzuvertrauen. Das Ergebnis war erschütternd: Weinende Männer, die sich - zum ersten Mal seit 40 Jahren - ihre im Krieg erlittenen Traumata von der Seele redeten, Hörer, die ihre Abscheu vor der damals herrschenden politischen Führung zum Ausdruck brachten, aber auch Stimmen, die verlangten, es müsse "endlich Schluß sein" mit der Bewältigung dieser Vergangenheit. Rühmlich freilich war sie keineswegs, diese Vergangenheit. Denn der Krieg, der sich ab 1954 aus dem Widerstand gegen die mehr als hundertjährige französische Herrschaft über Algerien entwickelte, wurde von beiden Seiten mit unvorstellbarer Grausamkeit geführt. Französischen Soldaten wurden die Geschlechtsteile abgeschnitten und algerische Gefangene wurden, wie moderne französische Historiker berichten, fast ausnahmslos gefoltert: Durch Vollpumpen mit Wasser etwa oder durch eine "spezielle" Art von Elektroschocks.