Hundert Blumen, verdorrt
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Katalogzettel
| Titel | Hundert Blumen, verdorrt |
| Titelzusatz |
Das beschädigte Leben eines Rechtsabweichlers unter Mao Tse-tung [Zum 50. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China] |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Kopetzky, Helmut [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1999.10.02 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Politik ; Feature ; Portrait ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKAo [Tonband auf Kern (AEG); Ohne nähere Beschreibung] |
| Signatur | 9-33748 |
| Gesamtwerk/Reihe | Hörbilder |
Information
Inhalt
Schon als Kind erlebt Herr Zhou, Sohn eines Kleinunternehmers in Shanghai, die Arroganz europäischer Kolonialmächte und später die grausame Unterdrückung durch japanische Besatzer. Als Oberschüler und Student schließt er sich unter dem Tarnnamen "Chun" ("Reinheit") der kommunistischen Untergrundbewegung an. Mit jugendlicher Inbrunst glaubt er an Mao Tse-tung und die Worte in der roten "Mao-Bibel": "Die Kommunistische Partei hat vor keiner Kritik Angst, (...) weil die Wahrheit auf unserer Seite ist ..." - Die Proklamation der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 wird zum Gipfel und tragischen Wendepunkt seines Lebens. Schnell steigt der begabte Jungkommunist zum Sprachrohr des "Großen Vorsitzenden" auf: Er wird Maos Dolmetscher. Dann der Absturz. 1957, während der "Hundert-Blumen"-Kampagne, ermuntert die Parteispitze zu offenherziger Kritik. Begeistert folgt Zhou Chun dieser Aufforderung. Die Konsequenz: 22 Jahre Gefängnis, Arbeitslager und Verbannung. Erst 1979, nach dem Ende der Kulturrevolution und mit der Öffnung Chinas zum Westen, wird der "Rechtsabweichler" rehabilitiert. Der heute 72-jährige Herr Zhou, emeritierter Germanistik-Professor, lebt seit 1988 in Berlin. Auf die Jahre der großen Enttäuschungen blickt er mit Trauer, aber ohne Zorn zurück: "China wird immer meine Heimat bleiben!"